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Bauchkribbeln zwischen Baumkronen

Im Zittauer Gebirge öffnet Pfingsten ein Kletterwald. Die neue Attraktion bietet Abenteuer, Mutprobenund Spaß für jedermann.

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Von Jana Ulbrich

Höhenangst? Thomas Weidner lacht und zeigt hinauf in die Baumkronen: „Dagegen ist das hier die beste Therapie!“ Wo der 29-Jährige hinzeigt, spannen sich Seile und Hängebrücken, Netze und Strickleitern, Schaukeln und Plattformen im Geäst von Erlen und Eichen. Ein Hörnerschlitten fährt auf zwei Stahlseilen von Baum zu Baum, Mutige können in zehn Metern Höhe sogar auf einem Skateboard durch die Luft fliegen.

Aber zuerst einmal fangen alle ganz unten an. Thomas Weidner, Chef und Trainer im neuen Abenteuer-Kletterwald in Großschönau am Fuße des Zittauer Gebirges, erklärt, wie man Arme, Kopf und Beine fest in die Sicherheitsgurte bekommt – und das Vertrauen zum Gurt in den Kopf! Das vor allem braucht man, wenn man sich hinauf in die Wipfel begeben will. Thomas zeigt, wie Karabiner und Sicherungsrolle richtig in die Stahlseile eingehängt werden, gibt Tipps und kontrolliert im kleinen Übungsparcours, ob auch jeder alles richtig macht.

Und dann kann es losgehen zur ersten große Herausforderung: Der gelbe Parcours beginnt gleich mit einer freien Fahrt am Seil in „nur“ 3,50 Meter Höhe. Es kribbelt im Bauch.

Unten grinst der Abgrund

Zur nächsten Plattform geht es auf dem Hörnerschlitten. Das Kribbeln wird zum flauen Gefühl. Ein toller Spaß. Schwebende Balken und Hängebrücken lassen sich danach ganz leicht überwinden. Aber dann – einen knappen Meter ist die nächste Plattform entfernt. Dazwischen ist nichts. Ein paar Meter weiter unten grinsen der Abgrund und das Gesicht von Thomas. „Na los“, ruft er nach oben, „der Gurt hält!“ Die Knie beginnen zu zittern, die Hände werden feucht, Schweißperlen treten auf die Stirn. Jetzt nur keine Blöße geben! Fest die Plattform gegenüber im Blick – und Sprung. So schlimm war das doch gar nicht.

Mit neu gewonnenem Selbstvertrauen geht es weiter von Baum zu Baum. Der nächste Parcours ist stellenweise an die zehn Meter hoch – noch mehr Nervenkitzel, noch mehr Möglichkeiten für Mutproben und das Selbstüberwindungstraining gegen Höhenangst.

Rutschpartie übern Teich

Und zum Schluss, da gibt es den „fliegenden Fuchs“, eine 70 Meter lange Rutschpartie am Seil über den Gondelteich. Ein Wahnsinnsgefühl!

Einen ganzen Kilometer weit können sich Abenteuerlustige auf verschieden schwierigen Wegen durch den neuen, in der Lausitz einzigartigen Kletterwald hangeln. „80 Leute könnten hier gleichzeitig rauf, ohne sich zu behindern“, sagt Thomas Weidner. Gemeinsam mit seiner Schwester Sylvia und der Hilfe einer professionellen Outdoor-Firma aus dem Allgäu hat der Lückendorfer auf einem zwei Hektar großen Waldstück neben dem Trixibad eine durchdachte Freizeitattraktion für jedermann geschaffen. Es gibt einen extra Kinderparcours, den schon Fünfjährige bezwingen und bei dem die Eltern gemütlich nebenherlaufen können. Es gibt Wege für Ungeübte und für ganz Sportliche. Für die nötige Hilfe und die Sicherheit in den Parcours sorgen extra ausgebildete Trainer – neue Arbeitsplätze für zehn Honorarkräfte.

Und wer partout nicht hoch hinaus will? Der kann sich derweil eines der bunt bemalten Ruderboote ausleihen und dem Treiben in den Baumkronen vom idyllischen Gondelteich aus zusehen.