Teilen:

Ertragseinbrüche bis zu 50 Prozent

© dpa/Ralf Hirschberger

Die Felder in Sachsen sind knochentrocken, die Lage ist teilweise dramatisch. Das Land will die Bauern unterstützen.

Arzberg. Wegen der anhaltenden Trockenheit rechnen die sächsischen Bauern in diesem Jahr mit erheblichen Ernteausfällen bei Getreide. Regional differenziert werden die Erträge bei 30 bis 50 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel, am Freitag in Arzberg (Landkreis Nordsachsen). Wegen der großen Hitze und Dürre habe es einen außergewöhnlich frühen Erntebeginn gegeben. Die Körner seien nicht ausreichend gereift und viel zu klein.

Laut Statistischem Landesamt in Kamenz liegt das zehnjährige Mittel bei Getreide ohne Mais in Sachsen bei 6,76 Tonnen pro Hektar. In diesem Jahr haben die Bauern in Sachsen auf 379 000 Hektar Getreide angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anbaufläche für Getreide um 4500 Hektar erhöht.

Unterdessen hat das Land Sachsen den Bauern Hilfe angeboten. Die sächsischen Finanzämter werden die Belange der betroffenen Landwirte angemessen berücksichtigen, hieß es aus dem zuständigen Ministerium. So können fällige Steuern gestundet oder Vorauszahlungen herabgesetzt werden.

Außerdem sei seit dem 1. Juli die Nutzung brachliegender Flächen zur Futtergewinnung oder zur Beweidung mit Tieren zugelassen, sagte Agrarminister Thomas Schmidt (CDU). Dazu sei lediglich eine Anzeige des Landwirts bei der Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie nötig, die sofort genehmigt werde.

Wegen der Trockenheit vor allem in Nord- und Ostdeutschland wird die Getreideernte in ganz Deutschland in diesem Jahr nicht gut ausfallen. Mit 41 Millionen Tonnen wird der Ertrag unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von knapp 48 Millionen Tonnen liegen, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte. (dpa)