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Döbeln

Bauhof übernimmt Gewässerreinigung

Die Gemeinde hat die Leistung zum zweiten Mal ausgeschrieben. Doch auch das bringt nicht den gewünschten Erfolg.

Der Mortelbach in Grünlichtenberg ist an einigen Stellen zugewachsen. Für die Gewässerpflege soll nun doch der Bauhof der Gemeinde Kriebstein herangezogen werden.
Der Mortelbach in Grünlichtenberg ist an einigen Stellen zugewachsen. Für die Gewässerpflege soll nun doch der Bauhof der Gemeinde Kriebstein herangezogen werden. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Nach dem Sächsischen Wassergesetz sind die Gemeinden für die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung zuständig. Dazu gehört zum Beispiel, Bäche und Flüsse von Bewuchs mit Pflanzen und von Sedimenten zu befreien. Die Gemeinde Kriebstein hatte versucht, den Auftrag für die Pflege des Mortelbaches in Grünlichtenberg an eine Firma zu vergeben.

Nach der ersten Ausschreibung waren die Angebote aber zu hoch, sodass diese wieder aufgehoben wurde. Summen von 88.000 und 150.000 Euro waren von den Dienstleistern damals aufgerufen worden. Doch auch bei einer erneuten Ausschreibung hat sich nicht viel gebessert. Diesmal lag nur ein Angebot über knapp 61.000 Euro vor. Auch diese Summe übersteigt die Möglichkeiten der Gemeinde bei Weitem.

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„Wir wollten für die Gewässerunterhaltung den Zuschuss des Freistaates Sachsen aus den Jahren 2019 und 2020 einsetzen. Das sind insgesamt 30.000 Euro“, erklärte Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler). Für jeden zu unterhaltenden Gewässerkilometer hatten die Kommunen etwa 500 Euro erhalten. Da es sich dabei um Geld vom Freistaat handelt, muss es auch ausgegeben werden. Bis 2021 muss die Verwendung nachgewiesen werden.

Die Gemeinderäte beschlossen, bei einer Enthaltung, auch diese Ausschreibung aufzuheben. Doch wer soll die Aufgabe nun übernehmen? Ex-Bürgermeister Christoph Merker, der für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt, konnte sich daran erinnern, dass im Jahr 2008 diese Arbeiten schon einmal von einer Firma erledigt wurden. So richtig zufrieden seien die Anwohner damals aber nicht gewesen, so Merker. Danach habe der Bauhof Hand angelegt und habe das auch ordentlich gemacht. Sven Förster (Freie Wähler) warnte davor, zu lange mit den Arbeiten zu warten. „Sollte doch wieder einmal ein Hochwasser kommen, ist der Schaden groß“, so Förster. Bürgermeisterin Maria Euchler plädierte dafür, das Gras an den Bachufern nicht zu oft zu mähen. „Das hohe Gras schützt sogar bei Hochwasser, weil es die Fließgeschwindigkeit verringert“, erklärte sie. Dagegen sei es wichtig, dass die Durchlässe von Schlamm und Geröll freigehalten werden.

Für den Bauhof sprach sich Michael Fuhse (Freie Wähler) aus. Er verwies auf ein Stück Bachlauf, das die Mitarbeiter in Ehrenberg gesäubert hatten. „Das sieht ordentlich aus“, lobte Fuhse. „Wenn nun für den Mortelbach in Grünlichtenberg zunächst neuralgische Punkte bearbeitet werden, müsste das für den Bauhof zu schaffen sein“, so Fuhse.

Jürgen Filz (CDU) erklärte, dass ihm die Angebotssumme eindeutig zu hoch sei. „Der Bauhof sollte zumindest mit den Arbeiten beginnen“, sagte Filz. Auch Christoph Merker schloss sich dieser Auffassung an. „Was der Bauhof erledigen kann, soll er machen. Das, was er nicht schafft, kann immer noch an eine Fremdfirma vergeben werden“, sagte Merker. Daniel Postelt (CDU) fragte, ob das Geld vom Freistaat verloren geht, wenn der Bauhof die Gewässerpflege übernimmt. Doch das ist nicht der Fall. Es müsse nachgewiesen werden, dass die Arbeiten erledigt werden, so Bürgermeisterin Maria Euchler.

Wann die Mitarbeiter des Bauhofes mit der Gewässerpflege beginnen können, steht noch nicht fest. „Derzeit wird im Gemeindegebiet die erste Grasmahd durchgeführt“, so Euchler. Sobald es die Zeit zulässt, sollen zunächst besonders kritische Stellen am Bachlauf aufgespürt, und diese zuerst bereinigt werden.

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