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Zittau

Wer hasst diesen Baum?

An der Hauptstraße in Mittelherwigsdorf wird immer wieder eine kristalline Substanz gestreut. Die Polizei ermittelt.

Ein Unbekannter hat schon mehrfach diese kristalline Substanz um einen Straßenbaum an der Hauptstraße in Mittelherwigsdorf gestreut.
Ein Unbekannter hat schon mehrfach diese kristalline Substanz um einen Straßenbaum an der Hauptstraße in Mittelherwigsdorf gestreut. © Rico Heine

Rico Heine sieht nicht weg, wenn ihm etwas missfällt. Seit einigen Tagen zieht es ihn immer wieder in den Bereich der Hauptstraße 48 in Mittelherwigsdorf. Dort steht ein Baum, den offenbar jemand zu zerstören versucht. Immer wieder streut hier um den Straßenbaum ein Unbekannter eine kristalline Substanz herum. 

Der Mittelherwigsdorfer macht jedes Mal Beweisfotos. Als er am 10. April zum dritten Mal die kristalline Substanz an dem Straßenbaum bemerkt, erstattet er Anzeige bei der Polizei und informiert auch das Umweltamt des Landkreises Görlitz darüber. 

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Julia Bjar, die Pressesprecherin des Landkreises, bestätigt, dass bei der unteren Abfall- und Bodenschutzbehörde im Umweltamt am 10. April 2019 die Anzeige telefonisch eingegangen ist. Die zuständige Straßenmeisterei in Zittau ist daraufhin sofort verständigt worden. Und die hat noch am selben Nachmittag das Entsorgen der kristallinen Substanz über die Umweltdienste Becker GmbH veranlasst, schildert Julia Bjar. 

Allerdings ist beim Entfernen des kontaminierten Rindenmulchs und der Bodenschicht noch ein weiterer Umweltfrevel zum Vorschein gekommen. "Der Baum wurde zusätzlich angebohrt, um ihn zu schädigen", berichtet Rico Heine. Die Bohrstelle befand sich straßenseitig und wenige Zentimeter unter dem Rindenmulch, der als Baumschutzring angelegt wurde.

Bevor die Firma den verseuchten Boden und den Rindenmulch entfernte, hat sich auch die Polizei den Baum samt der kristallinen Substanz drumherum angesehen. Und die Beamten haben auch Boden-Proben entnommen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen dem Landkreis Görlitz jedoch nicht vor. Das Umweltamt sieht deshalb erst einmal keinen weiteren Handlungsbedarf. "Aufgrund der geringen Menge und der kleinräumigen Ausbringung der Substanz am Baumstamm besteht keine Gefahr einer schädlichen Bodenveränderung", schildert Julia Bjar.

Auch der Polizeidirektion in Görlitz ist auf Nachfrage der SZ die konkrete Zusammensetzung des Stoffes derzeit noch unbekannt. "Es liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ob und inwieweit sie untersucht werden wird", berichtet der Pressesprecher der Polizeidirektion Philipp Marko.

"Gegenstand des im Sinne des Vorfalls eröffneten Strafverfahrens ist der Verdacht einer Sachbeschädigung in Verbindung mit der Annahme eines Verstoßes gegen die einschlägigen die Umwelt schützenden Strafrechtsnormen", heißt es offiziell. 

Rico Heine wird den Baum weiter im Auge behalten und hofft, dass er keinen Schaden genommen hat.

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