merken

Baumpaten gesucht

Es wird heller und freundlicher auf dem Friedhofsareal. Fichten und kranke Laubbäume werden gefällt.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Friedhofgärtner Sebastian Markert hat einen Plan. Er weiß genau, wie der Harthaer Friedhof in einigen Jahren aussehen soll. Hell, freundlicher und sicherer soll er werden. „Alles umzusetzen, braucht seine Zeit. Wunder können nicht erwartet werden“, so der Friedhofsgärtner. Außerdem benötigt das Friedhofsteam, zu dem jetzt auch ein sogenannter Bufdi gehört, Unterstützung von den Harthaern. Deshalb hat er einen Aufruf gestartet: „Wir suchen Bürger, die bereit sind, eine Patenschaft für die neu zu pflanzenden Gehölze zu übernehmen. Dazu gehört unter anderem das regelmäßige Gießen des Strauches oder des Baumes für eine gewisse Zeit und das Sauberhalten der Baumscheibe von Unkraut.“ Schön wäre auch eine finanzielle Unterstützung für den Kauf. Jeder gespendete Baum wird, wenn gewollt, mit dem Namen des Spenders versehen. „So können wir die Leute mit ins Boot holen und ihre Verbundenheit stärken“, sagte Sebastian Markert. Vor allem markante Bäume wie Linden, Eichen, Ahorn oder Buchen sollen gepflanzt werden. Der Friedhofsgärtner will darauf achten, dass Sorten genommen werden, die nicht so hoch wachsen. Das erleichtere künftig die Pflege und lasse das Areal in seiner Gesamtheit heller und freundlicher erscheinen, so Markert. Auch Sträucher sollen gezielt gepflanzt werden. Der Friedhofsgärtner denkt dabei unter anderem an Duftschneelball, Flieder, Hortensien oder Forsythie.

Anzeige
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!

Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Totholz entfernen

Doch bevor gepflanzt werden kann, müssen Bäume gefällt, das Totholz entfernt und Äste gekürzt werden. Ein paar Bäume wurden bereits abgesägt – aus Sicherheitsgründen. So ist nicht zu befürchten, dass bei starkem Sturm Äste herunterfallen oder gar ein Baum umkippt. „In der nächsten Zeit werden die noch stehenden Stumpen verschwinden, und es können neue Bäume oder Sträucher gepflanzt werden“, so Sebastian Markert. Durch das Fällen kranker Bäume soll verhindert werden, dass Äste abbrechen oder Bäume den Halt verlieren. Im schlimmsten Fall könnten Besucher des Friedhofes zu Schaden kommen.

Die Sicherheit ist die eine Seite, die Helligkeit und Freundlichkeit die andere. „Ich möchte, dass die Pflanzen auf den Grabstellen mehr Licht bekommen. Wenn alles freundlicher wirkt, fällt es vielleicht auch etwas leichter, die Trauer zu bewältigen“, so Sebastian Markert. Er ist seit Mai vergangenen Jahres im Amt. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit habe er sich einen Plan gemacht, wie das Friedhofsareal aussehen könnte. Nun werde Stück für Stück alles umgesetzt. Verschwinden sollen vor allem die hohen Fichten, die früher einmal links und rechts der Grabsteine standen und im Laufe der Zeit zu teilweise unschönen Riesen geworden sind. „Natürlich soll es keinen Kahlschlag geben. Einzelne Fichten werden stehenbleiben“, so der Friedhofsgärtner. Die alten Bäume seien zum Teil nicht gesund und die Wurzeln drücken die Grabsteine nach oben. Auf den Fußwegen entstehen durch die herausragenden Wurzelstücke Stolperfallen. Unterstützung bekommt das Friedhofsteam bei der Baumpflege vom Bauhof der Stadt. Da gebe es eine gute Zusammenarbeit. Nicht nur der Steiger würde gestellt, um an die Baumkronen zu kommen, auch fachliche Dinge werden mit dem Baumverantwortlichen des Bauhofes abgesprochen.

Gänge werden saniert

Doch nicht nur um Bäume kümmert sich das Friedhofsteam. So wurde damit begonnen, einige Gänge mit einer Wegedecke zu sanieren. „Das ist bei den Friedhofsbesuchern schon auf große Resonanz gestoßen“, sagte Sebastian Markert. Auch das Grab, auf dem zum Volkstrauertag im vergangenen Jahr eine Gedenkplatte für die Toten und Vermissten des Zweiten Weltkrieges eingeweiht wurde, ist bepflanzt – mit Erika, Rosen und Gräsern, sodass es einen würdevollen Eindruck bei den Friedhofsbesuchern hinterlässt.

Wer Baumpate werden, das Gehölz pflegen und eventuell finanzieren will, kann sich bei Sebastian Markert unter Tel. 0157 80245600 informieren.