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Weißwasser

Baumstümpfe sind keine Gefahr mehr

Daniel Kreisel hat die Gefahr an der Geschwister-Scholl-Straße Krauschwitz beseitigt. Und er plant mehr.

Daniel Kreisel hat die Gefahrenquellen in seinem Wald beseitigt.
Daniel Kreisel hat die Gefahrenquellen in seinem Wald beseitigt. © Sabine Larbig

Letzte Woche hatte Daniel Kreisel ein paar Tage frei. Die Zeit nutzte er unter anderem, um in seinem Waldstück an der Geschwister-Scholl-Straße in Krauschwitz zu arbeiten. Neben dem Aufnehmen weggeworfener Tüten voller Müll, die er hier regelmäßig einsammelt, entsorgte er Bruchholz, sägte Äste ab, die abzubrechen drohten. Schließlich haben auch private Waldbesitzer eine Sicherungspflicht.

„Und ich nutzte gleich die Zeit, um die Stümpfe maroder Bäume, die ich vor kurzem aus Sicherheitsgründen gefällt hatte, zu begradigen“, erzählt der Krauschwitzer, dem der Wald direkt neben der Oberschule im Ort gehört. Dass er mit den nach den Fällungen spitz bearbeiteten Baumstümpfen unbeabsichtigt für Ärger und Aufregung bei Gemeinde, Bürgern und in sozialen Medien gesorgt hatte, die sich alle über die Gefahrenquellen in seinem Wald aufgeregt hatten, bedauert er zutiefst. Dies sei nie seine Absicht gewesen, so der Krauschwitzer Waldbesitzer. Erst als er im TAGEBLATT von der Kritik zu den Stümpfen gelesen habe, sei ihm seine „unsensible Herangehensweise“ bewusst geworden.

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Vom Ärger aus der Zeitung erfahren

„Ich selbst habe das gar nicht als Gefahr gesehen. Als Holzgestalter mache ich nach dem Fällen immer einen Spitzschnitt, um zu sehen, wie die Qualität des Holzes ist und was ich daraus machen kann. Sowas zeigt sich nämlich erst, wenn man Spitzen schneidet“, erklärt Daniel Kreisel. „Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei der Bevölkerung, der Gemeindeverwaltung und den Räten für die unbeabsichtigten Gefahrenquellen, die ich nun beseitigt habe.“

Bei einer Ortsbefahrung Anfang Juli durch den Gemeinderat waren die Teilnehmer auf die gefällten Bäume im Wald an der Geschwister-Scholl-Straße aufmerksam geworden, deren spitz gesägte Stümpfe unweit des Gehwegs standen. Ein Alarmsignal für die Räte. „Die Stümpfe sind eine Gefahr, insbesondere für die Kinder, die auf ihrem Weg in die Oberschule oft eine Abkürzung durch den Wald nehmen“, meinte nicht nur Gemeinderat Eberhard Ladusch (Pro Kind), weshalb die Räte nach ihrer Ortsbegehung die Gemeindeverwaltung informierten und diese baten, sich an den Eigentümer des privaten Waldstücks zu wenden, damit er die Gefahr beseitige.

Gemeinde-Info: Abstand reicht

Wie Bürgermeister Tristan Mühl zuletzt in der Ratssitzung am 21. Juli informierte, habe sich die Verwaltung zwecks Umgang mit dem Sachverhalt sofort nach der Information durch die Räte mit der Unteren Forstbehörde und dem Landratsamt Görlitz in Verbindung gesetzt. Laut deren Aussagen, so Mühl, reiche der Abstand zum öffentlichen Gehweg aus. „Da es sich zudem um einen Privatwald handelt, sind der Gemeinde die Hände gebunden“, erklärte er.

Von diesen Aktivitäten und den Aussagen in der Gemeinderatssitzung wusste Daniel Kreisel nichts. Er war zwischenzeitlich eigenständig als Reaktion auf Bericht von „Tageblatt“ aktiv geworden. „Schließlich weiß ich ja, dass viele Bürger und Schulkinder die Wege durch meinen Wald nutzen, Selbst der Kindergarten ist oft im Wald. Die Erzieherinnen erkunden hier mit den Kindern Pflanzen und Tiere, sammeln Holz und Blätter zum Basteln oder bauen vor Ort so manche Dinge aus Holz. Dafür lege ich ihnen sogar manchmal passendes Material zurecht. Auch deshalb liegen mir Erhalt und Sicherheit des Waldes am Herzen, bin ich, so oft es geht, vor Ort“, erzählt der 48-jährige Waldbesitzer.

Gelernt auf der Kulturinsel Einsiedel

Und nun, sagt er, seien auch die Baumspitzen wieder ungefährlich, und zeigt auf sie. Die Spitzen hat der Holzgestalter im Nebenerwerb nämlich inzwischen begradigt und zum Teil „irgendwie“gestaltet. Zumindest soweit, wie es ihm das Holz möglich machte. „Es war von Anfang meine Idee, aus den Stümpfen so nahe am Gehweg etwas Schönes zu machen. Vielleicht sogar die eine oder andere Figur“, erzählt der gelernte Holzgestalter, der auf der Kulturinsel Einsiedel in Zentendorf einst sein Handwerk lernte und dort viele Jahre arbeitete, bevor er als Holzgestalter selbstständig und international tätig war.

Mittlerweile ist der Krauschwitzer wieder in seinen Heimatort zurückgekehrt, arbeitet dort in einer Firma und übt sein Gewerke nur noch auf „kleinunternehmerischer Basis“, wie er es nennt, aus. Mit seinem Stückchen Wald verbindet ihn nicht nur die Holzgestaltung. Am Wald hängen auch viele persönliche Erinnerungen aus der Kinder- und Jugendzeit: „Hier bin ich, wie noch heute die Kinder, mit dem Fahrrad auf der sogenannten Achterbahn in der alten Kiesgrube rumgedüst und ich habe heimlich Dinge gemacht, für die mir meine Mutter die Ohren lang gezogen hätte. Aber welches Kind macht nicht heimlich eigentlich verbotene Sachen?“

Was die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit betrifft, so steht für Daniel Kreisel fest: Baumstümpfe spitzt er nicht mehr zu – oder nur dann, wenn er daraus gleich etwas anfertigt. So könne er von vornherein vermeiden, dass es unnötig Gefahren und neuen Ärger in Krauschwitz gibt,

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