Teilen: merken

Baupreise sind stark gestiegen

Bauen wird in Sachsen und Sachsen-Anhalt immer teurer. Die Baubranche will sich dafür nicht allein verantwortlich machen lassen.

© Jan Woitas/dpa

Leipzig. Angesichts stark gestiegener Baukosten hat der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt Vorwürfe der Preistreiberei zurückgewiesen. „Die Unternehmen werden zu Unrecht allein für diese Tendenz verantwortlich gemacht“, sagte Hauptgeschäftsführer, Robert Momberg, in Leipzig. Ursache seien hauptsächlich gestiegene Rohstoffpreise, etwa für Stahl und Mineralölerzeugnisse, sowie hohe Personalkosten. Ein weiterer Grund seien langwierige und bürokratische Vergabe- und Ausschreibungsverfahren. Die steigende Nachfrage und damit gute Auftragslage habe nur moderat zu Preissteigerungen geführt und sei nicht explizit verantwortlich für die oft falsch deklarierte „Baupreis Explosion“.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Das Phantom der Oper

Der Musical-Erfolg mit Weltstar Deborah Sasson und Musical Star Uwe Kröger sowie Axel Olzinger (Phantom) und mit ...

Die Entwicklung der Baupreise in Sachsen und Sachsen-Anhalt liege in etwa im Bundestrend, sagte Momberg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden legten sie im Bauhauptgewerbe im Jahr 2017 um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, beim Ausbaugewerbe in dem Zeitraum waren es drei Prozent. Das war der höchste Anstieg seit 2011.

„Personalkosten machen 28 Prozent der Produktion am Bau aus“, so Momberg. In den neuen Ländern seien sie laut Statistischem Bundesamt in den Jahren 2012 bis 2017 um 17 Prozent gestiegen. „Eine Ursache dafür ist der Wettbewerb um Mitarbeiter, der unter anderem durch den Mangel an Fachkräften entstanden ist“, so Momberg. Trotz guter Bezahlung seien Berufe am Bau nach wie vor wenig attraktiv und das Image der Branche fälschlicherweise schlecht.

„Kostentreiber sind auch die Vergabe- und Ausschreibungsverfahren für öffentliche Baumaßnahmen“, sagte Momberg. Die Planungen der Kommunen seien nicht angepasst und gingen oftmals an der Realität vorbei. Das erfordere Nachkalkulierungen, die zeit- und personalaufwendig und damit teuer seien. Nach Ansicht von Momberg sollten die Verwaltungen bei der Planung ihrer Vorhaben Zahlen zugrunde legen, die nicht älter als zwei Jahre sind. „Schöngerechnete Kostenschätzungen rächen sich immer im Prozess der Ausschreibung und im Bauablauf“, sagte Momberg.

Zu dem Verband gehören in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin 300 Unternehmen. In diesen Ländern sind den Angaben zufolge im Bauhauptgewerbe 140 000 Menschen beschäftigt. (dpa)