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Baustart am Bautzener Bahnhof

Die Sanierung der Empfangshalle hat begonnen. Was Pendler jetzt beachten müssen.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

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Bautzen. Die großen Sperrzäune verraten es schon: Am Bahnhof in Bautzen haben jetzt die Bauarbeiten begonnen. Der Investor, die Drews und Lucas GbR, will noch in diesem Jahr die ungenutzte Empfangshalle des Bahnhofes in einen für Pendler und Reisende offenen Raum verwandeln. Das geht allerdings nicht ohne Einschränkungen. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Großprojekt.

Dürfen Pendler jetzt noch am Bautzener Bahnhof parken?
Ja, noch ist nur ein Teil des Parkplatzes am Bahnhof abgesperrt. Es gibt also eine kleine Fläche, auf der Pendler ihr Auto abstellen können. Wie die Stadt mitteilt, kann das Areal aufgrund der Bauarbeiten den Autofahrern allerdings nicht dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. „Der Eigentümer hat gegenüber der Verwaltung aber versichert, dass die bestehenden 40 Parkplätze bis Ende Februar erhalten bleiben“, erklärt Bautzens Stadtsprecher André Wucht.

Stellt die Stadt andere Flächen fürs Parken zur Verfügung?
Nein. Die Stadt Bautzen hat in den vergangenen Wochen geprüft, ob es in der Nähe stadteigene Flächen gibt, die vorübergehend von Pendlern als Parkplatz genutzt werden könnten. Dabei ging es hauptsächlich um die freie Brache an der Peter-Jordan-Straße. „Allerdings halten wir diese Lösung aus Kosten- und Personalgründen für nicht tragbar“, so André Wucht.

Müssen Pendler also in der Stadt nach einer freien Fläche suchen?
Das steht noch nicht fest. Über eine Lösung sprechen Stadt und Investor gerade. Die Verwaltung wünscht sich, dass der Bauherr die Arbeiten so organisiert, dass immer eine Fläche für das Parken frei bleibt. Investor Gerald Lucas kennt das Anliegen der Stadt. „Wir stehen dazu im Gespräch. Fest zugesagt habe ich das aber noch nicht“, erklärt er. In vier Wochen könne er dazu mehr sagen. Schon jetzt ist klar, dass die geplanten Bauarbeiten umfangreich sind. Kräne und Bagger werden im Einsatz sein. Deshalb benötigt der Investor viel Platz.

Mit welchen Arbeiten beginnen die Bauleute am Bahnhof?
Wie Bahnhofsinvestor Gerald Lucas erklärt, geht es zunächst um das Dach des Gebäudes. Das wird heruntergenommen und durch ein neues ersetzt. Außerdem muss das Haus komplett entkernt werden. Alle Fenster werden ausgetauscht, die Fassade des Hauses neu gestrichen. Arbeit gibt es nicht nur in der Empfangshalle, sondern auch ringsherum. Dort stehen kleinere Nebengebäude, die in den kommenden Monaten abgerissen werden sollen.

Kommen die Fahrgäste während der Bauzeit zu den Gleisen?
Ja. Die Deutsche Bahn kümmert sich darum, dass Zugfahrgäste während der gesamten Bauzeit die Gleise in Bautzen erreichen können. Regelmäßig sprechen sich die Bahnmitarbeiter deshalb mit dem Bauherren ab. „Vorerst wird es für die Reisenden keine wesentlichen Einschränkungen geben“, erklärt Bahn-Sprecherin Erika Poschke-Frost. Im Laufe der Bauzeit werden sich allerdings die Wege ändern, die Fahrgäste nehmen müssen, um zu den Gleisen zu kommen. Darüber will die Deutsche Bahn aber rechtzeitig informieren.

Wie soll das Bahnhofsgebäude zukünftig aussehen?
Seit fast vier Jahren ist es in der Empfangshalle des Bautzener Bahnhofs still. Weil damals Putz von der Decke rieselte, sperrte die Bahn das Gebäude aus Sicherheitsgründen. Damit wird bald Schluss sein. Nach der Sanierung können sich Bahnreisende wieder im Haus aufhalten. Für die neue Empfangshalle des Bahnhofes sind sogar kleinere Geschäfte und ein Café im Gespräch. Ein Reisezentrum plant der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Im Gebäude bleiben die markanten Wandgemälde des Künstlers Alfred Herzog erhalten. An beiden Seiten der Empfangshalle zeigen je vier Motive traditionelle Oberlausitzer Wirtschaftszweige. Hauptsächlich soll der Bahnhof aber vom Landratsamt genutzt werden. Der Landkreis möchte eine Fläche von mehr als 4 600 Quadratmetern belegen. Es geht es um die kompletten oberen Etagen: das erste und zweite Stockwerk sowie das Dachgeschoss.

Wie lange wird der Bautzener Bahnhof eine Baustelle bleiben?
Der Investor rechnet mit einer fast zweijährigen Bauzeit. „Im dritten oder vierten Quartal 2019 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein“, so Lucas. Das Landratsamt möchte bereits im kommenden Jahr die neuen Amtsstuben beziehen.