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Dresden

Baustart am letzten Neumarkt-Quartier

In zwei Jahren soll das Schloßeck bezugsfertig sein.

Hinter dem Kulturpalast buddeln Bagger die letzte Baugrube auf dem Neumarkt. © René Meinig

Mit reichlich Verspätung sind jetzt die Arbeiten am letzten freien Neumarkt-Quartier „Schloßeck“ hinter dem Kulturpalast gestartet. Zwischen Schloßstraße, Sporer-, Schösser- und Rosmaringasse errichtet die Firma Baywobau einen Komplex aus fünf Häusern, in dem das Caesarsche und das Fürstliche Haus als Leitbauten nach historischem Vorbild sowie moderne Gebäude entstehen sollen. Der Investor hatte auf eine Baugenehmigung bis zum Herbst des Vorjahres gehofft, um das Schloßeck gemeinsam mit dem Lärmschutz-Vorbau am Kulturpalast errichten zu können. Doch es gab Verzögerungen durch die Abstimmung mit den Ämtern.

Hintergrund ist die Fensterproblematik. Die Stadt hatte zunächst untersagt, dass in den Gebäuden die Fenster geöffnet werden dürfen, weil in der nahen Anlieferzone des Kulturpalastes nachts zu viel Lärm entsteht. Investor Baywobau baut nun in den Konzertpausen eine Einhausung für die Lieferzone, die schallgedämmt ist. „Wir haben fast anderthalb Jahre daran geplant“, sagt der Dresdner Baywobau-Chef Berndt Dietze.

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Es entstehen sehr aufwendige Fassaden, sagt Dietze, die dementsprechend teuer werden. „Wirtschaftlich betrachtet sind wir hier an der absoluten Schmerzgrenze.“ Das Ganze sei nur machbar, weil schon im Vorfeld drei Mieter feststehen. Im Erdgeschoss an der Ecke Schloßstraße/Sporergasse werde ein Restaurant einziehen. Außerdem haben zwei weitere Mieter für Büroflächen fest zugesagt. Insgesamt 53 Zwei- bis Fünfraumwohnungen will die Baywobau in dem Quartier einrichten. Es werden ausschließlich Mietwohnungen. „Die Miethöhen werden nicht unter 11,50 Euro je Quadratmeter liegen“, sagt Berndt Dietze. Das Erdgeschoss ist für Läden vorgesehen.

Feinen Sand und grobes Gestein sortiert die Schaufel.  © René Meinig

Entstehen soll unter anderem das Fürstliche Haus, das 1945 zerstört wurde. Fragmente davon sind noch erhalten. So das Erkerrelief des Kurfürstenpaars. Es zeigt Christian II. mit seiner Ehefrau Hedwig von Dänemark. Im Sockel waren die Wappen des Herzogtums Sachsen-Wittenberg, das Kurwappen und rechts das dänische Wappen zu sehen. Der Fürstenerker ist im Stadtmuseum ausgestellt. Es ist geplant, ihn bei der Rekonstruktion des Fürstlichen Hauses einzubeziehen. Im Innern wird das Fürstliche Haus zwar neu aufgeteilt, doch die Fassade wird originalgetreu wiederhergestellt. Auch die Fassade des Caesarschen Hauses, ein spätbarockes Wohnhaus im Rokokostil, soll wiedererstehen.

Doch auch Neubauten sind geplant. Die Entwürfe stammen von den Dresdner Architekten Knerer und Lang sowie Wörner, Traxler und Richter. In einem Werkstattverfahren mit drei weiteren Bewerbern erhielten die Entwürfe der beiden Büros gleichviele Stimmen. Bauherr Baywobau entschied sich daraufhin, die klassischen, historisch anmutenden Fassadenpläne mit den modernen zu verbinden. Das fand sogar die Zustimmung der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND). Zwei Jahre wird jetzt an dem Komplex gebaut, bis er fertig ist. Bernd Dietze rechnet damit, dass die Mieter im Frühjahr oder Sommer 2021 einziehen können.

Die GHND lädt am kommenden Montag um 18 Uhr zur Diskussion „Schutz für die Schönheit unserer Städte. Der Kampf um die Parzelle und die Auswirkungen des § 34 Bau GB auf Städtebau und Architektur“ ins Stadtmuseums, Wilsdruffer Straße 2, ein.