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Baustart am Turm

Das markante Wahrzeichen der Friedenskirche wird saniert. Es hat Auswirkungen auf die Besucher am und im Gotteshaus.

© Arvid Müller

Von Peter Redlich

Radebeul. Pfarrerin Annegret Fischer war selber überrascht, dass es jetzt plötzlich so schnell geht. Kaum ist der dicke Frost weg, sind die Gerüstbauer angerückt. Seit dieser Woche wachsen die Gestelle Meter für Meter am Turm in die Höhe. Kein einfaches Unterfangen, weil das Gerüst auf der Seite über dem Kirchendach freischwebend sein muss. „Da ist vorher viel berechnet worden. Ich bin selbst gespannt, wie die Fachleute das lösen werden“, sagt die Pfarrerin.

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Fünf Wochen wird das Gerüstaufbauen brauchen, also noch bis in die erste Aprilhälfte. Dann rücken die Sandstein-Experten an. Sie sollen begutachten, was am Turm aufgearbeitet werden kann und was gewechselt werden muss. Balkone und Brüstung werden auf jeden Fall aufgearbeitet. Das steht schon fest. Deutlich sind die Spuren am Turm zu sehen, wo bisher das Wasser über den bloßen Stein herunterlief. Das muss künftig ausgeschlossen werden – Regenrinnen werden montiert. Es gibt neue Blitzableiter und weil ordentlich Geld eingesammelt wurde, reicht es auch noch für eine neue Dacheindeckung.

Die Restauratoren mit den genauen Kenntnissen zu historischen Putzen sind die nächsten, die dann anrücken. Genau den Putz – schlicht und nicht angestrichen – wie ihn der Turm vor Jahrhunderten hatte, soll er wieder bekommen.

Auch richtig schöne Zierden sind bei der Sanierung vorgesehen. Die Uhr im Turm wird überholt, die Bekrönung aufgearbeitet und aus den Bleiglasfenstern verschwinden die Pappeinsätze, die derzeit noch für Lücken herhalten müssen.

In einer stürmischen Januarnacht 2013 ist eine der vier Sandsteinrosetten am Kirchturm abgestürzt. Das Dach vom Kirchenschiff hatte das Sandsteinteil beschädigt, bevor es im Kirchgarten aufschlug. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Für den damals zuständigen Pfarrer Wolfram Salzmann war das das letzte Zeichen, dass der Turm saniert werden muss.

Seit damals hat die Kirchgemeinde, zu der 3 800 Mitglieder gehören, für die Turmsanierung Geld gesammelt. Was allerdings nicht ausreicht. Den Turm zu sanieren, kostet rund eine halbe Million Euro. Weil das Gotteshaus in mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung für die Region hat – hier wurde im Dreißigjährigen Krieg der erste Friedensvertrag in Europa geschlossen, sie ist eine der markantesten Kirchen an der Elbe – gibt es auch Geld aus Fördertöpfen.

Die Bedeutung der Kirche als „Kulturgut nationalen Wertes“ erlaubte es dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Thomas de Maizière (CDU), Monika Grütters als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien auf die Baupläne anzusprechen. Vom Bund kommt ein Zuschuss von 196 000 Euro. Aus dem Topf der Landesdenkmalmittel fließen 147 000 Euro und die Landeskirche gibt auch Geld dazu, sagt Pfarrerin Fischer.

Die abgestürzte und die zu Boden gehobenen Rosetten werden künftig die vier Himmelsrichtungen am Turm wieder schmücken. Dann allerdings sicher im Gemäuer verankert, also absturzsicher.

Bis Ende Oktober, Anfang November planen die Pfarrersleute Annegret und Björn Fischer und der Gemeindevorstand mit den Bauarbeiten. Mindestens ebenso lange wird es weder Turmbesteigungen noch Aussichtsmöglichkeiten geben. Es geht nicht anders aus Sicherheitsgründen, so die Pfarrerin. Auch die Parkplätze vor der Friedenskirche stehen während der Sanierungszeit nicht zur Verfügung. Den Platz brauchen die Handwerker, um an den Turm heranfahren zu können. Annegret Fischer: „Das müssen wir mal ein Jahr akzeptieren. Umso schöner wird es danach sein.“

Wer für die Turmsanierung noch mit einer Spende beitragen will - im Pfarramt werden Grafiken von Friederike Aust mit Ansichten von der Kirche verkauft. Telefonkontakt: 0351 8381741

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