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Baustart für erste Häuser

Im Baugebiet Stadtgärten Kötitzer Straße rollen die Bagger. Aber nicht für den Abwasserkanal, der wird noch mal umgeplant.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Coswig. Wir liegen topp im Plan, sagt Sascha Hippe, einer der Geschäftsführer des Investors Ökowert GmbH Dresden. Die ersten beiden Einfamilienhäuser des neuen Wohngebietes Stadtgärten Kötitzer Straße an der Ecke zur Grenzstraße entstehen jetzt, das Dritte kommt demnächst dazu. Im März 2018 sollen weitere sechs Einfamilienhäuser folgen, die Mehrfamilienhäuser ab September/Oktober.

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Die Dresdner Firmengruppe plant, an diesem Standort insgesamt 26 Wohnhäuser, acht Mehrfamilien- und 18 Einfamilienhäuser, zu errichten. Auf der rund zwei Hektar großen Fläche will Ökowert bis 2021 voraussichtlich 25 bis 26 Millionen Euro investieren.

Dass es an der Grenzstraße richtig losgeht, wurde nach dem symbolischen ersten Spatenstich Ende Juli gespannt erwartet. Wann denn da nun was passiert, hieß es auch in der jüngsten Stadtratssitzung. Er würde deshalb ständig angefragt, sagte OB Frank Neupold (parteilos). Doch da er nicht der Bauherr der Eigenheime sei, könne er dazu nichts sagen. Inzwischen ist die Antwort gut sichtbar: Bauarbeiter und -fahrzeuge sind angerückt.

Anders sieht das bei dem für das neue Wohngebiet nötigen Abwasserkanal aus. Eigentlich sollten die Kanalarbeiten spätestens im September starten. Weshalb noch nichts passiert ist, deutete der OB an. Denn die Pläne ändern sich grundlegend. Die Entwässerung führt künftig nicht auf die Grenzstraße, wie zuerst vorgesehen. Sondern gleich auf die westlich gelegene Beethovenstraße.

Wie das konkret aussieht, weiß Andreas Palusczyk vom Fachgebiet Tiefbau der Stadtverwaltung. Eigentlich sollte der neue, größere Kanal auf der Grenzstraße das Abwasser statt wie bisher zur Kötitzer Straße zur Weinbergstraße bringen. In den dortigen Sammler in einer Tiefe von sechs Metern. Was für den Kanal in der Grenzstraße bedeutet hätte, dass er ebenfalls besonders tief verlegt werden muss. Ein ganz spezieller Anspruch an Baufirma und Anwohner.

Der nun nicht mehr zur Debatte steht. Denn entwässert wird jetzt in eine andere Richtung, von der Grenzstraße durchs Neubaugebiet zur Beethovenstraße. Und damit flacher, denn die Anbindung liegt nicht so tief, sagt Andreas Palusczyk. Was den Kanal etwas kostengünstiger macht und hinsichtlich des Umfelds weniger aufwendig. Denn für extreme Tiefen braucht es eine andere Technologie, spezielle Technik und spezielle Firmen. Das sei nicht nur sehr teuer, sondern erfahrungsgemäß mit viel Stress, Aufwand und Ärger verbunden.

Der neue Verlauf soll das ersparen, sagt der Tiefbauexperte. Allerdings bedeutet die neue Variante auch einen längeren Kanal und führt über mehr private Grundstücke. Ebenfalls weniger günstig: Die Anbindung auf der Beethovenstraße, denn diese Straße ist schon gebaut. Allerdings soll es sich um einen punktuellen Eingriff handeln, dem OB zufolge dreimal drei Meter.

Der Grund für die folgenreiche Änderung sind massive Hinweise der Anwohner, heißt es aus dem Bauamt. Festgelegt wurde die neue Kanalführung zum Umgehen der großen Tiefe auf der Grenzstraße nach Abwägung aller Randbedingungen, sagt Andreas Palusczyk.

Wobei diese Entscheidung auch bedeutet, dass sich der gesamte Bau verzögert. Denn jetzt muss noch mal ganz neu geplant werden, was voraussichtlich bis zum Jahresende dauert. Für den Kanal und damit fürs Umplanen zuständig sind Erschließungsträger und WAB.

Nicht betroffen von den Veränderungen, so Andreas Palusczyk, ist der Straßenbau auf der Grenzstraße. Er soll im kommenden Frühjahr starten.