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Baustart verzögert sich

Der Beginn der Arbeiten im unteren Bereich der Moritzburger Straße in Coswig ist für den Montag geplant.

© Norbert Millauer

Von Beate Erler

Vor dem Kreisverkehr auf der Hauptstraße in Coswig prangt ein rotes Kreuz auf dem gelben Wegweiser. Moritzburg, Auer und Spitzgrund sind durchgestrichen. Wer die Orte trotzdem anfahren muss, wird umgeleitet. Irgendwo hier müsste doch aber schon die nächste Baustelle zu sehen sein. Der Start für den zweiten Abschnitt zwischen Kreisverkehr Hauptstraße/Weinböhlaer Straße und Salzstraße war für den Montag geplant. Aber eine Baustelle ist nirgends in Sicht.

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Einige Coswiger freut das vielleicht, denn der obere Teil der Moritzburger Straße, ab der Ahornstraße, ist bereits seit Anfang Juli wegen Bauarbeiten gesperrt. Ordnungsamtschef Olaf Lier sagt auf Nachfrage: „Ja, die fangen später an.“ Für den Starttermin am 23. Juli habe man alles vorbereitet, aber dann sei die Materiallieferung ausgeblieben. „Mit dem Kanalbau sollte es losgehen und dafür braucht man Rohre und Schächte“, sagt Lier, „die sind aber nicht gekommen.“

So habe man entschieden, die Straße erst aufzureißen, wenn das Material da ist. Lange lässt es nicht mehr auf sich warten. Der Baubeginn ist jetzt für den kommenden Montag am 30. Juli geplant. Die Materiallieferung soll am Tag darauf eintreffen. Der Ordnungsamtschef sieht den Grund für die Verzögerung im aktuellen Bauboom: „Aufgrund der Niedrigzinsen will gerade jeder sein Häuschen bauen“, sagt er. Die Lieferanten würden überall an ihr Limit geraten und sich teilweise auf Anfragen schon gar nicht mehr melden.

Die Stadt Coswig baut im Auftrag des Landkreises die 470 Meter lange Strecke aus. Eine 7,30 Meter breite Fahrbahn mit beidseitigen Rad- und Gehwegen soll entstehen. In etwa einem Jahr, Ende Juli 2019, soll alles fertig sein. So auch der obere Teil der Moritzburger Straße im Spitzgrund, der schon in Arbeit ist.

Eine ältere Anwohnerin schiebt ihr Fahrrad Richtung Neubaugebiet an der Niederauer Straße, wo die Baumaschinen am Werkeln sind. Sie hat kein Auto, deshalb hat sie mit dem Bau kein Problem. „Die Baustelle stört mich nicht“, sagt sie. Nur wenn Besuch mit dem Auto zu ihr kommt, gibt es Schwierigkeiten. „Die stehen dann hier und kommen nicht weiter.“ Einer ihrer Besucher ist dann den ganzen Umweg über Weinböhla gefahren, weil er den Schleichweg nicht kannte.

In das Neubaugebiet hinein kommt man nämlich ohne Probleme. Direkt vor der Baustelle gibt es eine kleine Straße, die sonst von Lieferfahrzeugen benutzt wird. Sie führt direkt in das Neubaugebiet und man kann dann auch die Moritzburger Straße hinter der Baustelle queren, um auf die andere Seite der Wohnhaussiedlung zu gelangen. Will man aber wieder heraus wird es schon schwieriger. Zusätzlich zur Baustelle sieht der Autofahrer an jeder Kreuzung nur Einbahnstraßen- und Sackgassenschilder. Wer sich nicht auskennt, braucht eine Weile oder muss die Anwohner fragen.

Über die Friedwaldstraße in Richtung Bushaltestelle Coswig-Spitzgrund gelangt man wieder Richtung Coswig-Stadt, erklärt eine Anwohnerin. „Das ist ein ganz schönes Hickhack hier und das geht noch ein Jahr so“, sagt sie. Am fünften August soll der erste kleine Abschnitt an der Ahornstraße fertig sein. Dann zieht die Baustelle weiter Richtung Spitzgrundmühle. „Bisher läuft hier alles nach Plan“, sagt Lier. Wenn der erste Abschnitt Anfang August fertig ist, fährt zumindest die Buslinie 400 wieder relativ normal.

Beschwerden von Anwohnern habe es bisher nur wenige gegeben. Am Anfang dauert es eben seine Zeit, bis sich alle zurechtfinden würden, sagt der Ordnungsamtschef. Für die Anwohner ist es gerade im Sommer schwierig. Jeder will die Fenster öffnen und dann ist der Baulärm zu hören. Deshalb hätten ihn schon einige gefragt, ob nicht besser im Winter gebaut werden könnte. „Doch da sind wir technologisch noch nicht so weit“, so Lier.