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Baustellenland Meißner Straße

Seit Freitagfrüh wird an mehreren Stellen geflickt. Die Straßenbahnen fahren nicht. Nächste Woche gibt es neue Baustellen.

© Norbert Millauer

Von Nina Schirmer

Radebeul. Die größte Flut des Berufsverkehrs ist zum Glück schon durch, als die Bauarbeiter um acht am Freitagmorgen die Baustelle auf der Meißner Straße kurz vor der Autobahnbrücke einrichten. Auf Höhe der Fortsstraße wird die Fahrbahn verengt. Der Verkehr aus beiden Richtungen muss sich jetzt eine Straßenhälfte teilen.

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Hinter den Warnbaken verlieren die Bauarbeiter keine Zeit. Mit einer Straßenfräse haben sie schon einen guten Meter Asphalt abgefräst. Auf der anderen Seite der rund 130 Meter langen Baustelle beginnt ein Baggerfahrerfahrer damit, die Asphaltsteine herauszubrechen. Von beiden Seiten rücken die Arbeiter vor. Zwei Firmen arbeiten hier zusammen, damit das alte Kopfsteinpflaster schnell verschwindet.

Der Zeitplan ist straff, erklärt Asphalteinbaumeister Sandro Kaufmann von der Firma Bistra Bau aus Putzkau. Am Freitag kommen die alten Steine und die Sandschicht darunter heraus. Anschließend wollen die Arbeiter die sogenannte Tragschicht, die Schicht unter der Fahrbahndecke auftragen. Am Sonnabend müssen dann der Asphaltbinder und die Asphaltdeckschicht aufgebracht werden. Fertig.

Das schnelle Arbeiten ist deshalb möglich, weil die Straßenbahnen in Radebeul seit Freitag kurz vor acht nicht mehr fahren. Denn die Dresdner Verkehrsbetriebe lassen die Gleise an verschiedenen Stellen in der Stadt reparieren. Unter anderem an der Gleisschleife in Radebeul-Ost und an dem maroden Abschnitt in Radebeul-Mitte neben dem Pharmaparkgelände. Bei Letzterem werden die Schienenstöße saniert, erklärt einer der Gleisbauer. Also jene Stellen, an denen zwei Schienenabschnitte verbunden sind. Sind die Schienenstöße abgenutzt, wummert es, wenn die Bahn darüber fährt. Nach der Reparatur sollte alles wieder ruhiger sein, sagt der Arbeiter.

Ein paar Meter weiter nehmen sich seine Kollegen einem anderen Problem an. Neben den Gleisen ist an vielen Stellen der Asphalt herausgebröckelt. Richtige Löcher klaffen in der Straße. Eine Gefahrenquelle vor allem für Motorrad- und Mopedfahrer. Aber auch Autoreifen könnten dort beschädigt werden. Deshalb bessern die Gleisbauer die Stellen jetzt aus.

Die Übergangssanierungen sind auch deshalb nötig, weil sich der grundhafte Ausbau des Straßenabschnittes immer weiter nach hinten verschoben hat. Die DVB müssen jetzt sicherstellen, dass die Straßenbahnen, wenn schon nur noch in Schrittgeschwindigkeit, dort weiterhin fahren können. Am Wochenende machen die Arbeiter in Mitte Pause. „Damit die Anwohner ihre Ruhe haben“, sagen sie. Am Montag und Dienstag wird dann erneut an der Stelle gearbeitet.

Dass jetzt gleich an mehreren Stellen auf Radebeuls Hauptverkehrsachse gebaut wird, liegt nicht etwa an schlechten Absprachen. Die Überschneidung ist gewollt, um sozusagen alles in einem Abwasch zu erledigen. Deshalb wurde am Freitagmorgen auch eine weitere Baustelle an der Ecke zur Schildenstraße eingerichtet. Dort wird der Flickenteppich an der Einmündung abgefräst und durch eine glatte Asphaltschicht ersetzt werden.

Bis Sonntag früh haben die Arbeiter dort zu tun. Dann soll die Einmündung wieder für den Verkehr geöffnet werden. Ab Montag kommt dann die andere Seite an der Gutenbergstraße dran, sagt der Bauleiter der beauftragten Firma Dresdner Gleis- und Straßenbau GmbH aus Radebeul. Eine weitere Baustelle ist auch noch an der Ecke zur Gellertstraße geplant, wo ebenfalls der Asphalt ausgebessert wird.

Bis zum 2. Juni soll alles – Gleis- und Straßenbau – fertig sein. Dann fahren auch die Straßenbahnen wieder. Bis dahin sind Ersatzbusse unterwegs. Die kommen, genau wie sonst die Trams, tagsüber im Zehnminutentakt. Allerdings zu anderen Abfahrtszeiten. Am Freitagmorgen klappt das problemlos. Die Busse rollten pünktlich an.

Und auch der große Stau bleibt aus. An den Engstellen müssen Autofahrer zwar etwas langsamer fahren, länger stehen aber nicht. Gleiches Bild zum Feierabendverkehr: Es rollt.

Am Wochenende werden aber voraussichtlich mehr Autos als sonst über die Meißner Straße rollen. Denn ab Freitagabend, 20 Uhr, bis Montag früh, 5 Uhr, ist auf der anderen Elbseite die Brücke am Stausee Cossebaude voll gesperrt. Die Umleitung führt durch Radebeul.