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Baustellenmarathon in Coswig

Auf Autofahrer und Anwohner kommt 2018 einiges zu. Die Stadt will gemeinsam mit den Nachbarn, besonders Radebeul, extreme Situationen vermeiden.

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© Matthias Schumann

Von Ines Scholze-Luft

Coswig. Die Kreuzung Moritzburger Straße/Salzstraße ist gerade wieder frei. Doch nach dem Bau ist vor dem Bau. Die nächsten Sperrungen stehen schon fest. Ab kommendem Juni geht es in zwei Abschnitten auf der Moritzburger rund: vom Kreisverkehr bis Salzstraße sowie Ahornstraße bis Spitzgrundmühle. Irgendwann muss die Straße durchgehend gemacht werden. Einmal gesperrt und viel erledigt – dann ist dort endlich für längere Zeit Ruhe, hofft nicht nur Ordnungsamtschef Olaf Lier.

Mit Weinböhlaer und Dresdner Straße weitere Hauptstrecken in Arbeit

Doch wer glaubt, bis Juni kann er ganz ungehindert durch die Stadt fahren, der irrt. Von März bis Mai saniert das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Weinböhlaer Straße. Von Kreisverkehr bis Auerstraße und etwas darüber hinaus.

Auch an der westlichen Stadtgrenze rollen die Baufahrzeuge. Weil für den Staatsstraßenbau in Sachsen 2018 dem Wirtschaftsministerium zufolge mindestens 85 Millionen Euro zur Verfügung stehen und auch sonst viel vorbereitet ist, geht es auf der Dresdner Straße, S 82, zur Sache. Mit neuer Fahrbahn in Brockwitz ab Dehner und bis Ortseingang Sörnewitz. Start ist demnächst mit der Straßenentwässerung im Ort, sagt Olaf Lier. Die Hauptarbeit folgt 2018. Außerdem werden zwischen Sörnewitz und Meißen zwei Stützmauern in Ordnung gebracht. Bei halbseitiger Sperrung.

Ebenfalls 2018 steht neuer Belag auf der Dresdner Straße zwischen Ortseingang Meißen und Bahnhof Meißen an. Was mehr Verkehr für die Köhlerstraße in Sörnewitz bedeutet. Dort sollten wir dann möglichst nicht bauen müssen, sagt der Ordnungsamtschef. Da passt es gut, dass die neuen Anschlüsse fürs Wohngebiet Försterstraße schon fertig sind.

Angesagt sind in Coswig außerdem der erste Bauabschnitt der Industriestraße, die Erneuerung der Straßenbahnoberleitung und der Bau der Eisenbahnbrücke am Löma-Center. Dazu die Ankündigung aus Radebeul, im Frühjahr auf der Meißner Straße in Zitzschewig zu bauen, wofür kürzlich die Fördermittel bewilligt wurden.

Schlechte Aussichten angesichts der blockierten Coswiger Ortsausfahrten Richtung West und Nord. Wenn sich der Schienenersatzverkehr durchs Neubaugebiet nach Weinböhla schlängeln muss, die Mittlere Bergstraße in Radebeul ebenso belastet ist wie unter anderem die Coswiger Kreuzung Hohenstein-/Salzstraße. Bus- und Lkw-Verkehr nicht zu vergessen.

Überraschen lassen will sich da niemand. Weder Coswig noch Radebeul. Das Planungsbüro Brenner – seit Langem für beide Städte tätig – hat im Radebeuler Auftrag ausgerechnet, wie sich die Fahrzeugströme angesichts der gesperrten Straßen entwickeln. Der Knackpunkt neben der Kreuzung Hohensteinstraße/Salzstraße ist die Weinböhlaer Straße zwischen Auer- und Salzstraße. Wo im Normalfall etwa 14 000 Autos täglich rollen, wären es beim Zitzschewig-Bau gleich mal 10 000 mehr.

Umleitungsplanung schon bei Brückenbau bewährt

Ohne präzise Planung lässt sich kein Ausweg finden, sagt Olaf Lier. Bestes Beispiel: Der Bau der Eisenbahnbrücke über die Dresdner Straße in Coswig an der neuen Feuerwehr vor zehn Jahren. Schon da stand Uwe Frost von der Brenner Bernard Ingenieure GmbH der Stadt zur Seite. Für ein wirksames Umleitungskonzept. Das auch beachtet, dass zwar großräumige Umfahrungen ausgeschildert werden können, doch dass Einheimische – mit etwa 80 Prozent Innerortsverkehr wird gerechnet – ihre Schleichwege kennen und nutzen.

Und da ein solches Konzept immer nur so gut ist wie die Vorarbeit, die drin steckt, setzt es auf ständig aktualisierte Daten, auf detaillierte Verkehrsmengen, durch akribisches Zählen entstanden. Mittels Strichliste oder einem von Radebeul geliehenen Gerät, das Geschwindigkeit und Fahrzeugart erfasst. Das so unterfütterte Verkehrsmodell wird immer besser, sagt Olaf Lier. Damit kann selbst der Verkehr im Fluss simuliert werden. Um zu prüfen, wo und wann es beispielsweise Stau geben könnte.

Olaf Lier setzt auf rechtzeitige Abstimmung. Damit die Leute trotz Bau sicher von A nach B kommen, in vertretbarer Zeit, mit übersichtlicher Ausschilderung. Derzeit laufen die Gespräche mit Radebeul, sagt der Ordnungsamtschef. Was sein Radebeuler Amtskollege bestätigt. Im Elbtal lässt sich nur gemeinsam bauen, sagt Ingolf Zill. Deshalb sollen die Baumaßnahmen möglichst zeitlich so eingeordnet und koordiniert werden, dass sich Umleitungen nicht überschneiden.