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Baustillstand trotz Frühling

Löbauer Händler sind genervt von der Kreisel-Baustelle am Neumarkt. Jetzt bremst auch noch ein archäologischer Fund den Baufortschritt.

© Markus van Appeldorn

Von Markus van Appeldorn

Löbau. Stadtrat Ingo Seiler von der Bürgerliste mag die Kreisverkehrsbaustelle in Löbau nicht mehr mitansehen. „Wann geht’s weiter mit dem Kreisverkehr? Das ist eine Zumutung und geht an die Substanz“, sagte er in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag. Er beklagt, dass, wie er, immer mehr Händler in Löbau unter der Situation leiden. Er selbst betreibt die Drogerie Wendler an der Bahnhofstraße.

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Seiler kann nicht verstehen, warum die Baustelle am Neumarkt immer noch in der Winterruhe ist. „Wir hatten im Winter gerade zwei Wochen Frost. Es gibt keinen Grund, da nicht weiterzubauen“, sagte er. Nun habe er noch von neuem Ungemach gehört. Im Anschluss an die Fertigstellung des Kreisels solle die Poststraße zwischen August-Bebel-Straße und Sachsenstraße aufgerissen werden. Er fürchtet, dass mit dieser Baustelle ein weiteres Jahr ins Land geht.

Bauamtsleiter Albrecht Gubsch erklärte, nicht die Stadt Löbau sei Auftraggeber für die Kreiselbaustelle, sondern das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Winterpause habe eigentlich in der vorvergangenen Woche enden sollen. Ausgerechnet Ende Februar/Anfang März habe aber starker Frost geherrscht. Wir gehen vom nächsten Montag für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten aus“, sagte Gubsch.

Indes könne auch ein archäologischer Fund am Neumarkt zu einer weiteren Verzögerung führen. Ein Bagger hat dort historische Mauerreste freigelegt. „Die will sich das Archäologische Landesamt nun ansehen“, sagte Gubsch. Er hoffe, dass diese Begutachtung in ein bis zwei Tagen erledigt sei. Der Bauamtsleiter ist dennoch zuversichtlich, dass der Kreisverkehr wie vorgesehen Ende Juni für den Verkehr freigegeben werden kann. „Die Baufirma ist an einem zügigen Abschluss der Bauarbeiten interessiert, um besser bezahlte Aufträge annehmen zu können“, sagte er. Heute würden Bauaufträge nämlich noch viel mehr Geld bringen als zur Zeit der Vergabe der Kreisverkehrs-Baustelle.

Auch die bevorstehenden Bauarbeiten an der Poststraße bestätigte der Bauamtsleiter. Dort müssten Medien wie Kanal oder Fernwärmeleitung neu verlegt werden. Man wolle versuchen, diese Bauarbeiten parallel zu den Bauarbeiten am Kreisverkehr aufzunehmen. Das würde allerdings auch Schwierigkeiten bei der Verkehrsführung wegen des Kreisels machen.