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Baustopp an umstrittenem Neustadt-Hotel

Weil ein Nachbar Widerspruch gegen die Pläne eingelegt hat, geht es auf der Antonstraße nicht voran. Nun muss das Gericht entscheiden.

Von Sarah Grundmann

Statt eines Fundaments wachsen an der Ecke Anton-/Robert-Blum-Straße derzeit nur Sträucher in die Höhe. Eigentlich sollte dort in der zweiten Jahreshälfte 2018 ein neues Hotel eröffnen. Doch nun sind seit Wochen keine Bauleute auf dem Areal zu sehen. Ein Teil der bereits ausgehobenen Grube scheint sogar verschüttet worden zu sein. Das Projekt war umstritten. Ist der Investor von seinen Plänen abgerückt? „Ich bitte um Verständnis, dass Benchmark das Projekt derzeit nicht kommentiert“, sagt Daniel Gabel, Sprecher der Frankfurter Investor-Firma Benchmark Real Estate. Die Stadtverwaltung kann hingegen aufklären:

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„Es hat ein Nachbar Widerspruch eingelegt gegen die Baugenehmigung zur Errichtung eines Hotels“, teilt Stadtsprecher Karl Schuricht auf SZ-Anfrage mit. Bereits gegen den Bauvorbescheid hatte es einen Widerspruch gegeben. Grundsätzlich sind nur direkte Nachbarn sowie der Bauherr berechtigt, gegen den Bescheid vorzugehen. Im Fall des geplanten Hotels gibt es nur einen Grundstückseigentümer, der direkter Nachbar ist. Er wollte sich auf SZ-Anfrage nicht äußern.

Wie der Sprecher des Verwaltungsgerichts Robert Bendner mitteilt, wurde der Widerspruch eingelegt, weil sich der Neubau nach Ansicht des Nachbarn nicht in die Umgebung einpasst. Er habe deutlich größere Maße als die umliegenden Gebäude, so die Begründung. Außerdem wirft der Nachbar dem Investor vor, die notwendigen Abstände nicht einzuhalten. Ob dies der Fall ist, will das Verwaltungsgericht nun prüfen. So lange darf der Investor nicht bauen, das Verwaltungsgericht hat eine sogenannte aufschiebende Wirkung angeordnet. Mit der Frage, ob das Objekt in die Umgebung passe, beschäftige sich das Gericht hingegen nicht, so Bendner.

Bei vielen Dresdnern war das Projekt allerdings genau deswegen umstritten. Der Neubau wurde als „lieblos-grauer Kastenbau-Entwurf“ verschrien. Nach Veröffentlichung der Visualisierung hat sich die Debatte um den Paragraphen 34 des Baugesetzbuches verschärft. Nach dieser Regelung hat die Verwaltung im März auch die Genehmigung für den Hotel-Neubau nahe dem Neustädter Bahnhof erteilt. Er lässt vielen Kritikern aber zu viel Spielraum. Denn dort ist lediglich verankert, dass ein Neubau sich in die Umgebung einpassen muss. Was das genau bedeutet, bleibt allerdings offen.