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Bautzen

Kantaten auf Abstand im Bautzener Dom

Statt großem Oratorium führen Vokalensemble St. Petri, Musiker des SNE und Solisten ein kleineres Mendelssohn-Programm auf – und zwar gleich zweimal.

Im Bautzener Dom musizieren am Sonntag Künstler vom Sorbischen National-Ensemble und dem Vokalensemble St. Petri gemeinsam.
Im Bautzener Dom musizieren am Sonntag Künstler vom Sorbischen National-Ensemble und dem Vokalensemble St. Petri gemeinsam. © SNE/ Ivana Pižga

Bautzen. Nach der Eröffnung des Bautzener Orgelsommers sind die Aufführungen der Mendelssohn-Bartholdy-Kantaten im Dom St. Petri ein weiterer Schritt Richtung Konzert-Normalität in der Stadt. „Eigentlich hatten wir uns alle auf das Paulus-Oratorium mit 120 Mitwirkenden gefreut. Doch diese Dimension ist aufgrund der Abstandsregeln unvorstellbar“, sagt Kirchenmusiker Michael Vetter.

Auf den romantischen Hörgenuss muss das Publikum trotzdem nicht verzichten. Stattdessen erklingt am 28. Juni gleich zweimal Mendelssohn – zwar etwas kleiner, doch nicht weniger überraschender. Für Michael Vetter ist dieses Klangerlebnis mit dem Sorbischen National-Ensemble, Solisten und einem kleinen Petri-Chor-Ensemble nach fast vier Monaten Stille ein musikalischer Lichtblick, nicht nur wegen der hervorragenden Kompositionen.

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„Die Solisten hatten die ganze Zeit keine Möglichkeit zum Singen, weil alles ausgefallen ist und noch immer kaum etwas stattfindet. Für das SNE ist es das erste Konzert nach der Absage aller Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie“, sagt der Kantor der evangelischen Kirchgemeinde St. Petri.

Absagen sind für Musiker verheerend

Doch den Musikern erneut absagen, wollte Michael Vetter nach zahlreichen Lockerungen nicht mehr. Stattdessen ging es ihm darum zu schauen, was innerhalb der Einschränkungen möglich ist. „Dieser Kurzschluss, dass alles abgesagt wird, ist doch verheerend für Musiker. Deshalb haben wir uns überlegt, in welchem Rahmen wir vor Publikum musizieren können.“ Das Ergebnis ist nun ein Doppelkonzert am Sonntag mit den Mendelssohn-Kantaten.

Schon während der Lehrjahre bei Carl Friedrich Zelter – bester Freund Goethes – widmete sich der junge Komponist Mendelssohn-Bartholdy Choralbearbeitungen. Danach beschäftigte er sich immer wieder mit dem evangelischen Choral in seinem sinfonischen und oratorischen Schaffen. Die im Zusammenhang mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion (1829) intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Bachs führte zur Komposition einer Reihe von Kantaten über bekannte Choralweisen für Chor, Instrumente und auch Solisten. Choral bezeichnet einen schlichten Kirchengesang, der sowohl einstimmig, als auch vom mehrstimmigen Chor gesungen wird. 

Eine kleine musikalische Auszeit

Im Dom St. Petri gibt es nun eine kleine Version mit Abstand. Das Konzert dauert etwa eine Stunde. Die Kantaten werden einmal um 18 Uhr und ein zweites Mal um 20 Uhr zu hören sein. „Das Publikum kann einfach vorbeikommen. Sollten beim ersten Konzert schon zu viele Zuhörer da sein, können sie noch einen Bummel durch die Stadt machen“, sagt Michael Vetter.

Er ist optimistisch, dass das Angebot angenommen wird. Schließlich nehmen sich viele Bautzener und ihre Gäste bereits immer mittwochs eine kleine musikalische Auszeit beim Orgelsommer im Dom. Zwischen 60 und 70 Zuhörer genießen dann den Klang der Königin. Und selbstverständlich fehlt sie auch nicht bei den Mendelssohn-Kantaten.

Kantaten und Psalmen, am 28. Juni, jeweils 18 und 20 Uhr, im Bautzener Dom St. Petri, der Eintritt ist frei – Spenden werden erbeten.http://www.st-petri-bautzen.de/

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