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Bautzen

Bautzen – ein Ort der Ausgrenzung?

Das Theater und die SZ starten eine neue Veranstaltungsreihe. Zum Auftakt geht es um eingefahrene Denkmuster und blockierte Kommunikation.

Demonstration auf dem Kornmarkt in Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Wie rechts ist Bautzen? Für viele Einwohner ist schon die Frage eine Provokation. Den schlechten Ruf der Stadt lasten sie vor allem den Medien an. Deren Berichterstattung bringe Bautzen immer wieder mit Rechtsextremismus in Verbindung und sei deshalb Schuld am miesen Image der Stadt. Steht Bautzen also zu Unrecht im Fokus? Nein, widerspricht Dr. Sebastian Kurtenbach. Der Soziologe aus Münster hat mit seinem Team die Situation untersucht. Drei Monate lang waren die vier Wissenschaftler vor Ort. In dieser Zeit sprachen sie mit mehr als 100 Politikern, Flüchtlingen und Bürgern. Sie werteten Sozialdaten aus, sichteten Protokolle des Kreistags und Hunderte Medienberichte. Ihr Fazit lautet: In Bautzen haben sich die Normen verschoben. Sie nennen die Stadt einen „Ort der Ausgrenzung“ – geprägt durch Alltagsrassismus und eingefahrene Denkmuster.

Wie kommen die Wissenschaftler zu dieser Einschätzung? Halten sie der Stadtgesellschaft tatsächlich einen Spiegel vor? Oder ist ihr Blick verengt? Ist es überhaupt sinnvoll, ganze Städte und Regionen als „Orte der Ausgrenzung“ zu charakterisieren? Darüber diskutieren der Intendant des Bautzener Theaters, Lutz Hillmann, und der Redaktionsleiter der Sächsischen Zeitung in Bautzen, Ulli Schönbach, am 28. April mit Sebastian Kurtenbach.

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Wie kann ein Dialog gelingen?

Zweiter Gast der Veranstaltung ist Dr. Cathleen Bochmann. Die Politikwissenschaftlerin aus Dresden beschäftigt sich mit einer Frage, die vielen in Bautzen am Herzen liegt: Wie kann ein Dialog trotz verhärteter Fronten gelingen? Wie groß die Herausforderung ist, zeigte das Bürgerforum in der Maria-Martha-Kirche. Zwar lautete das Motto „Zurück zur Sachlichkeit“, doch die Atmosphäre war aufgeladen, teilweise aggressiv. Ein wirkliches Gespräch, ein Austausch von Argumenten kam nicht zustande. Die Forscher warnen: Wird die Kommunikation dauerhaft blockiert, leidet der gesellschaftliche Zusammenhalt. Gefragt sind neue Wege, um Konflikte in Lösungen zu verwandeln.

Das Gespräch im Theater ist Teil einer neuen Reihe. Unter dem Motto „Zur Sache, Bautzen“ laden Theater und SZ ab sofort regelmäßig zur Debatte ein.

Zur Sache Bautzen, 28.4. 11 bis 12.30 Uhr, Theater Bautzen, der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Zur besseren Planung werden Eintrittskarten vergeben. Diese gibt es ab sofort an der Theaterkasse.

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