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Bautzen muss 150 Asylbewerber aufnehmen

Die Heime in Kamenz und Bischofswerda sind voll. Jetzt wird ein geeignetes Haus in der Kreisstadt gesucht.

© Wolfgang Wittchen

Von Frank Oehl und Nicole Preuß

Landrat Michael Harig (CDU) hat klargestellt: Der Landkreis Bautzen braucht ein weiteres Asylbewerberheim, und das wird in Bautzen stehen. Seitdem sucht das Landratsamt gemeinsam mit dem Bautzener Rathaus intensiv nach einem Objekt. Das soll dann entsprechend umgebaut werden.

Wo das Asylbewerberheim entstehen soll, steht noch nicht fest. Bürgermeister Michael Böhmer (CDU) will auch nichts zu möglichen Standorten sagen. „Der Stadt ist der Sachverhalt bekannt. Die Verwaltung sucht derzeit nach geeigneten öffentlichen und privaten Standorten“, lässt er nur knapp mitteilen. Im Frühjahr 2014 soll die neue Unterkunft nach Angaben des Kreises zur Verfügung stehen. 150 Menschen werden dort künftig vorübergehend leben. Dabei drängt die Zeit, denn der Kreis hat noch in diesem Jahr weitere 200 Asylbewerber unterzubringen. Die meisten sollen erst einmal in Notunterkünften schlafen, bis das neue Heim in Bautzen fertig ist und andere Lösungen gefunden wurden. Bisher wohnen die meisten Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen wollen und im Landkreis leben, im Asylbewerberheim in Kamenz. Die ehemalige Polizeischule am Flugplatz beherbergt zurzeit 350 Menschen und wird gerade noch umgebaut. 50 weitere Asylbewerber sollen hier in einem Monat unterkommen. Der Ordnungsamtsleiter des Landratsamtes René Burk sieht darin eine gute Investition. „Damit kann dann die Kapazitätshöchstgrenze für das Heim von 400 wirklich genutzt werden.“

Ein weiteres Asylbewerberheim gibt es in Bischofswerda. In dem früheren Spätaussiedlerheim an der Belmsdorfer Straße leben 100 Menschen. Etwa 80 Asylbewerber – zumeist Familien – sind dezentral in Kamenz. Hoyerswerda, Wiednitz, Bautzen und Königswartha untergebracht.

530 Asylsuchende wohnen damit insgesamt im Landkreis. Und weil derzeit besonders viele Menschen in Deutschland Asyl suchen, reisen Monat für Monat mehr Familien und Singles ein. Viele Asylbewerber kommen derzeit aus Nordafrika, das länderübergreifend von politischen Unruhen geprägt ist, und aus Russland mit der schwierigen Lage im Kaukasus, insbesondere in Tschetschenien.

Der Bürgerkrieg in Syrien spielt hier nur am Rande hinein, weil Deutschland insgesamt 5 000 Exilanten des Landes den Status eines Flüchtlings zubilligt, der sich vom Asylbewerber unterscheidet.

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