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Bautzen

Bautzen wird radfahrfreundlicher

Im Fahrradklimatest des ADFC schneidet die Stadt besser ab als in den Vorjahren, aber es gibt noch einige Baustellen.

Neben Kritik gab es beim Fahrradklimatest auch Lob, so für die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Als „Alarmsignal an die Kommunalpolitik“ wertet Konrad Krause das Ergebnis des aktuellen Fahrradklimatests. Der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen findet: „Hier sind offensichtlich Verbesserungen notwendig.“ Gerade sind die Ergebnisse der Umfrage herausgekommen – und attestieren der Stadt Bautzen einige Baustellen, was die Radfahrfreundlichkeit anbelangt. So gab es von Seiten der Umfrageteilnehmer in mehreren Kategorien schlechte Noten.

Besonders schlecht bewerteten sie den Mangel an öffentlichen Fahrrädern in der Stadt. Dafür gab es die Note fünf. Vielen Radfahrern fehlt es an Werbung für die klimafreundliche Fortbewegungsart; hier vergaben die Radler nur die Note 4,6. Und auch die Möglichkeiten der Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr empfinden viele als mangelhaft. Der Winterdienst auf Radwegen kommt der Umfrage zufolge zu kurz, ebenso wie die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen. Zudem empfinden viele die Wege als zu schmal. Es sind einige Baustellen, die dazu führen, dass etwa zwei Drittel der Befragten angaben, sich beim Radfahren gefährdet zu fühlen. Nur 19 Prozent der Bautzener haben der Umfrage zufolge ein gutes Gewissen, ihr Kind mit dem Fahrrad fahren zu lassen.

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Doch nicht nur Kritik gibt es von den Radfahrern in Bautzen. Der Umfrage zufolge haben sie in den vergangenen Jahren weniger Konflikte mit Fußgängern wahrgenommen. Sie freuen sich über die Öffnung einiger Einbahnstraßen für den Radverkehr; es gefällt ihnen, dass sie dort nun in beide Richtungen fahren dürfen. Auch gab es nach Meinung der Umfrageteilnehmer weniger Hindernisse auf Radwegen. Und den Radlern in der Gegend gefällt, dass sie zügig fahren können und das Stadtzentrum leicht erreichbar ist.

So kommt der Fahrradklimatest zu einem besseren Gesamtergebnis als in den Vorjahren. Der Notensprung ist nicht groß, aber er ist vorhanden: Während die Teilnehmer 2014 die Situation in der Stadt im Schnitt nur mit der Schulnote 3,98 bewerteten, benoteten die Umfrageteilnehmer die Situation 2016 bereits mit der Note 3,85. Das aktuelle Umfrageergebnis zeigt abermals einen Aufschwung: Bautzens Radfahrer bewerteten das Fahrradklima mit einer 3,78.

Mit dieser Gesamtbewertung liegt Bautzen laut ADFC bundesweit im vorderen Mittelfeld. Die Stadt steht auch ein klein wenig besser da als viele umliegende Teilnehmer: Kamenz, Görlitz und Löbau schnitten alle mit der Note 3,9 ab. Hoyerswerda hingegen erntete eine 3,5. Alle zwei Jahre führt der ADFC den Fahrradklimatest durch. An der Umfrage Ende vergangenen Jahres nahmen 259 Bautzener teil, sie beantworteten insgesamt 27 Fragen zur Radfahrfreundlichkeit ihrer Stadt.