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Im einstigen Konsum entsteht jetzt Keramik

Cornelia Lehmann aus Burkau ist am Wochenende beim Töpferfest in Neukirch dabei. Dass sie Töpferin werden will, wusste sie seit einem Schulausflug.

Töpfermeisterin Cornelia Lehmann ist am Wochenende mit ihrer vielfältigen Keramik auf dem 31. Töpferfest in Neukirch vertreten.
Töpfermeisterin Cornelia Lehmann ist am Wochenende mit ihrer vielfältigen Keramik auf dem 31. Töpferfest in Neukirch vertreten. © SZ/Uwe Soeder

Burkau. Es ist warm in der Töpferstube. Cornelia Lehmann hat gerade den Brennofen ausgeräumt. Die bunten Tassen, Teller, Schalen und Vasen müssen jetzt noch auskühlen. So lange packt die Töpfermeisterin schon mal die Kisten für das Neukircher Töpferfest. Hier steht sie am Wochenende zusammen mit über 70 anderen Töpfern aus ganz Deutschland.

„Jetzt nehme ich das erste Mal die Räucherhäusel wieder mit“, sagt sie. Ansonsten packt sie von allem etwas ein. Sie lacht: „Man weiß ja leider vorher nie genau, was die Kunden haben wollen.“ Ihr Sortiment ist groß. Es gibt Keramik in allen Formen von Farben: Großes, Kleines, Kariertes, Gestreiftes, Geblümtes und Einzelstücke mit Blumen, Schafen oder Katzen.

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Die erste Töpferei im Ort gegründet

Wie oft sie schon mit ihren Waren beim Töpferfest in Neukirch war, weiß Cornelia Lehmann nicht mehr so genau. „Ich glaube, das erste Mal war 1994…  Auf jeden Fall stehen wir schon seit vielen Jahren dort“, sagt sie. In Neukirch hat sie auch ihre Zeit als Gesellin verbracht und einige Jahre gearbeitet – bei der Töpferei Lehmann, die das Fest organisiert.

Nachdem sie ihre Meisterausbildung absolviert hatte, gründete die Töpferin 1993 in ihrem Heimatdorf Burkau ihre eigene Töpferei. Sie war die erste im Ort, heute gibt es noch zwei weitere. Die Töpferei befindet sich im mittleren Haus eines kleinen Hofes, auf dem Cornelia Lehmann aufgewachsen ist. „Hier war früher ein Konsum. Nachdem der ausgezogen ist und die Räume leer standen, haben wir entschieden, hier die Töpferei einzurichten“, erzählt sie.

Zum Töpferhandwerk ist sie bei einem Schulwandertag zur Töpferei Holland in Elstra gekommen. „Da war ich das erste Mal überhaupt in einer Töpferei. Und mir gefiel, dass die Töpfer etwas selber machen, was auch noch so schön aussieht“, erinnert sie sich. Nach diesem Wandertag fing sie an, im Keramikzirkel zu töpfern und begann nach dem Schulabschluss die Lehre zur Scheibendreherin.

Keramikmalerin Ilona Schwiebs gehört zum Team der Töpferei. Sie bemalt die farbigen Keramik-Schalen mit Blumenornamenten. Die Farben werden durch das anschließende Brennen noch intensiver.
Keramikmalerin Ilona Schwiebs gehört zum Team der Töpferei. Sie bemalt die farbigen Keramik-Schalen mit Blumenornamenten. Die Farben werden durch das anschließende Brennen noch intensiver. © SZ/Uwe Soeder

In ihrer kleinen Töpferei arbeitet Cornelia Lehmann zusammen mit ihrem Mann Hans und Keramikmalerin Ilona Schwiebs, die im vorderen Teil der Werkstatt sitzt und Schalen mit einem Blumenmuster verziert. Sie sitzt dazu unter einer hellen Lampe und ist konzentriert über die Keramik gebeugt. Die Arbeit in der Töpferei erfordert Konzentration und Geduld.

Alle Schritte vom Tonklumpen bis zur fertigen Kaffeetasse brauchen ihre Zeit. Zuerst wird der Ton vorbereitet, danach wird die Form auf der Drehscheibe gedreht, um anschließend 24 Stunden zu trocknen – dann ist der Ton lederhart, wie Cornelia Lehmann sagt. Anschließend kann man einen Henkel dran machen oder die Tasse noch mit Stempeln verzieren. 

Danach werden die feinen Motive und Muster auf den Ton gemalt, bevor er anschließend glasiert wird und in den Brennofen kommt. Auch das dauert: „Die Keramik, die ich heute aus dem Brennofen geholt habe, habe ich am Mittwoch eingeräumt. Dann wurde sie bei 1.240 Grad Celsius gebrannt. Und danach muss sie natürlich auch erstmal eine Weile abkühlen“, sagt die Töpferin.

Stammkunden sammeln über Jahre

Das gibt den Rhythmus für die Arbeit in der Töpferei vor. Auch viele der Muster und Formen sind über die Jahre zu Routine geworden. „Ich freue mich immer, wenn ich mal eine Sammeltasse mache. Dann kann ich mir auch mal etwas Neues ausdenken“, sagt Cornelia Lehmann.

Sie hat über die Jahre viele Stammkunden gefunden. „Manche bekommen zur Hochzeit die ersten Teller und kommen dann immer wieder. Und dann ist da noch eine Oma, die ihren Enkeln unsere Keramik schenkt. Und so sammeln viele über die Jahre immer weiter“, schmunzelt die Töpfermeisterin.

Ihr Steinzeug verkauft sie entweder direkt im Laden der Töpferei, in einzelnen Keramikläden oder eben auf Töpfermärkten wie dem in Neukirch. Das dortige Töpferfest findet bereits zum 31. Mal statt. Auch in diesem Jahr gibt es ein Rahmenprogramm aus Schautöpfern, Gesellenschlagen und mehr. Aufgrund der Corona-Pandemie finden jedoch keine Abendveranstaltungen statt.

Das Neukircher Töpferfest ist am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro.
Weitere Informationen und Hinweise gibt es auf der Webseite des Töpferfests.

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