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Bautzen: Das spricht gegen einen neuen Stausee-Radweg

Ein Anwohner aus Oehna schlägt eine neue Streckenführung vor, um eine Lücke im Radweg am Stausee zu schließen. Was die Talsperrenverwaltung zu der Idee sagt.

Rainer Schöne schlägt vor, den Radweg am Ende der Vorsperre nach links entlang des Bautzener Stausee-Ufers zu bauen.
Rainer Schöne schlägt vor, den Radweg am Ende der Vorsperre nach links entlang des Bautzener Stausee-Ufers zu bauen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) hält eine andere Streckenführung des Radweges am Bautzener Stausee nicht für erforderlich. „Der ausgewiesene Wanderweg über den Absperrdamm der Vorsperre kann in seiner aktuellen Ausbaustufe genutzt werden“, erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne auf Anfrage von Sächsische.de.

Die vorgeschlagene Anbindung des Radweges im Ortsteil Oehna sei schwierig umzusetzen, da sich die entsprechende Strecke in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, fügt Katrin Schöne hinzu. „Demnach sind die Schutzziele dieses Gebietes zu beachten. Beispielsweise sind unter anderem Handlungen untersagt, die den Gesamtcharakter des Gebietes verändern, insbesondere die Bebauung.“ Außerdem müssten die besonderen Anforderungen beachtet werden, die durch die Topografie entstehen. Dabei seien die geltenden Baurichtlinien und Verkehrssicherheitsstandards zu berücksichtigen.

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Wer von Oehna über die Vorstaumauer an der Talsperre Bautzen fährt, landet an einem Hang. Der ist mit knapp 80 Stufen zu Fuß gut zu bewältigen. Aber wenn man auch noch sein Fahrrad hinaufschieben oder -tragen muss, sieht das anders aus. © SZ Grafik
Wer von Oehna über die Vorstaumauer an der Talsperre Bautzen fährt, landet an einem Hang. Der ist mit knapp 80 Stufen zu Fuß gut zu bewältigen. Aber wenn man auch noch sein Fahrrad hinaufschieben oder -tragen muss, sieht das anders aus. © SZ Grafik © SZ Grafik

Rainer Schöne aus Oehna setzt sich seit Jahren für einen richtigen Rundweg um den Stausee ein, da der vorhandene im Süden den Stausee verlässt und stattdessen durch die Stadt führt. Er hatte vorgeschlagen, einen bestehenden Pfad vom jetzigen Stauseeradweg bis zur Spitze des Flinzfelsens für Radfahrer auszubauen und von dort nach Süden in Richtung Vorsperre zu führen. Damit wäre Oehna an den Radweg am Stausee angebunden.

Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) erwiderte auf den Vorschlag, dass ein richtiger Rundweg wünschenswert sei, aber derzeit andere Projekte Priorität hätten. Zudem wäre dies nicht alleinige Sache der Stadt Bautzen. Andere Gemeinden und die LTV müssten einbezogen werden.

Stadt Bautzen müsste Finanzierung klären

Laut deren Sprecherin wäre das notwendig, sobald für eine neue Streckenführung des Radweges Flächen in Anspruch genommen werden, die der Landestalsperrenverwaltung beziehungsweise dem Freistaat Sachsen gehören. „Dies betrifft unter anderem den Uferbereich an der Talsperre Bautzen.“

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Grundsätzliche Voraussetzung für eine mögliche Umsetzung sei die Klärung der Finanzierung durch die Stadt Bautzen. „Danach müsste eine fundierte Fachplanung erfolgen. Diese zeichnet dann ein ganzheitliches Bild der Hürden und zu lösenden Probleme, woraus sich letztlich ein Zeitplan zur Umsetzung des Projektes ableiten lassen würde“, führt Katrin Schöne aus.

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