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„Genussdorf“ kommt nach Bautzen

Auf dem Schützenplatz soll ab 4. Juni geschlemmt und gefeiert werden. Der Veranstalter rechnet mit vielen Besuchern. Doch es gibt auch Kritik.

Ab 4. Juni kann man sich auf dem Bautzener Schützenplatz durch Snacks aller Art schlemmen. Doch die Ankündigung sorgt nicht nur für Vorfreude.
Ab 4. Juni kann man sich auf dem Bautzener Schützenplatz durch Snacks aller Art schlemmen. Doch die Ankündigung sorgt nicht nur für Vorfreude. © Max Patzig

Bautzen. „Essen, Trinken, Musik, Spaß“. Mit diesem Motto wirbt der Veranstalter Softeis-Getränke-Team von Inhaber Jürgen Ostermann aus Berlin für sein Genussdorf auf dem Bautzener Schützenplatz. Losgehen soll es am 4. und enden am 13. Juni. Bernd Nimz vom Veranstalter freut sich bereits - und ist sich sicher, dass in den kommenden Tagen viele Besucher auf den Schützenplatz kommen werden. „Wir gehen davon aus, dass richtig was los sein wird.“

In der Facebook-Gruppe „Das ist Bautzen“ wurde die Veranstaltung bereits rege diskutiert und mitunter abfällig und wenig wohlwollend kommentiert. Das mag auch an der Wortwahl desjenigen liegen, der den Beitrag am 25. Mai gepostet hat: „Also jetzt mal ehrlich, die Gastro ist seit 7 Monaten zu, und dann das? Wenn das stattfindet, sollten sich die Kneiper mit Mistgabeln und Knüppeln bewaffnen!“, heißt es dort.

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Ein anderes Mitglied der Gruppe schreibt, dass man nur hoffen könne, dass niemand hingeht. „Ist echt das letzte in dieser Situation.“ Für die Außengastronomie gebe es Auflagen, und die Leute gingen nicht hin. „Also wenn, dann schaff' ich mein Geld in unsere eigenen Gaststätten!“ An anderer Stelle ist von einer Fressmeile die Rede. Und so setzt sich das fort.

Hygieneregeln wie im Biergarten

Dabei hat der Veranstalter bislang nichts falsch gemacht. „Wir wollen jeden Tag ein buntes Programm bieten“, erklärt Bernd Nimz. Von Montag bis Freitag sei das Genussdorf ab 15 und bis 23 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 11 Uhr bis Mitternacht.

Bernd Nimz vom Softeis-Getränke-Team organisiert das "Genussdorf" vom 4. bis 13. Juni auf dem Schützenplatz in Bautzen.
Bernd Nimz vom Softeis-Getränke-Team organisiert das "Genussdorf" vom 4. bis 13. Juni auf dem Schützenplatz in Bautzen. © Uwe Soeder

Ihm sei klar, sagt Bernd Nimz, dass man „unter Beobachtung“ stehe. Aber man habe immer versucht, mit lokalen Wirten zusammenzuarbeiten und bringe sicher auch Leute nach Bautzen, die hier übernachten werden. Die Hygieneregeln seien keine anderen als in jedem Bautzener Biergarten. Holt man Speisen oder Getränke, müsse man eine Maske tragen. An einem Tisch dürfen zwei Haushalte sitzen, wenn negative Tests vorliegen oder die Besucher nachweislich geimpft oder genesen sind.

Zwei andere Mitglieder der Bautzener Facebookgruppe stehen der Veranstaltung nicht ganz so kritisch gegenüber. „Ich finde es gut, dass wieder etwas los ist. Und jeder kann ja selbst entscheiden, ob er nur die einheimische Gastronomie unterstützt - oder auch solche Veranstalter“, heißt es um Beispiel.

Vom Bayerischen Abend bis zum Frühschoppen

Eine andere Meinung bezieht sich ebenfalls auf die lokalen Kneipen. „Natürlich wäre so eine Veranstaltung suboptimal für die Einheimischen. Aber warum nicht etwas Alternatives aufziehen? Leben in die Innenstadt bringen, Außengastro auf jedem verfügbaren Quadratmeter? Ordentlich Werbung? Romantica light zum Sommeranfang?“ Die ersten Biergärten in Bautzen haben seit Pfingstmontag geöffnet, andere zogen etwas später nach. Und bis auf Live-Musik oder andere kulturelle Beiträge dürfte sich das Angebot nicht so arg unterscheiden.

Beim Genussdorf jedenfalls werde es diverse alkoholfreie Getränke, Bier, Wein und Cocktails geben. Die Speisen reichen von Langos, über Hamburger, Crêpes, Softeis und Flammkuchen bis zu Paella und Kassler. Dazu komme ein buntes Kultur- und Musikprogramm. An diesem Sonnabend etwa sei bayrischer Abend. Am Sonntag spiele eine Band zum Frühschoppen.

Eigenes Testzentrum am Schützenplatz

All das geht aber nur, wenn auch die Auflagen des Gesundheitsamtes erfüllt werden, erklärt Landkreis-Sprecherin Mandy Noack. Dazu gehören Terminbuchung, Kontakterfassung, jeweils tagesaktuelle Tests der Besucher, die Umsetzung der allgemeinen AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) - und dass die Veranstaltung einen kulturellen Schwerpunkt haben müsse.

Die Veranstalter werden ein eigenes Testzentrum vor Ort haben. Im Vorfeld hatten sie extra dafür Personal gesucht und in einer Anzeige die Altersgruppe 20 bis 40 angesprochen sowie gute Einarbeitung und Bezahlung versprochen. „Wir werden bis zu acht Personen gleichzeitig testen können“, führt Bernd Nimz aus. Einen Vorwurf aus der Bautzener Facebookgruppe weist er zurück. Dort wird gefragt, ob „völlig fachfremde Leute den Besuchern Stäbchen in die Nase stecken“ sollen?

Bernd Nimz sagt: „Wir haben zum Teil Personal mit medizinischer Vorausbildung wie etwa Altenpfleger.“ Wer das nicht nachweisen kann, werde intensiv geschult. „Es wird also niemand testen, der keine Ahnung hat.“ Die Tests vor Ort funktionieren zusammen mit der kostenlosen App „ePassGo“. Dort werde das Ergebnis angezeigt und könne mittels eines QR-Codes an jedem Einlasspunkt überprüft werden. Zusätzlich werde bei jedem Gast die Temperatur gemessen.

Schützenplatz wird vom 2. bis 14. Juni gesperrt

Der Veranstaltungsort wird eingezäunt sein und „vom 2. bis 14. Juni komplett für den Verkehr gesperrt. Die Parkmöglichkeiten für Reisebusse sind davon nicht berührt“, teilt Markus Gießler, kommissarischer Pressesprecher der Stadt Bautzen, mit. Die Veranstaltung sei im Februar angemeldet und der Vertrag in der vergangenen Woche unterbreitet worden.

Die Stadt werde demnach für die Vermietung des Schützenplatzes rund 3.000 Euro brutto erhalten, plus Betriebskosten. Der Betrag fließe in den Gesamthaushalt der Stadt ein und diene der Deckung von Ausgaben.

Laut Markus Gießler hätten die Veranstalter bereits 2020 wegen Terminen für dieses Jahr angefragt. Man habe damals darauf hingewiesen, dass dies von der Genehmigung des Gesundheitsamtes abhänge. „Jetzt haben sie es genehmigt bekommen. Wir sind froh darüber und werden mal sehen, was dort passiert.“

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