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Corona: Hier sind Mitarbeiter und Helfer gesucht

Aufgrund der Pandemie fehlt in Heimen und Krankenhäusern im Landkreis Bautzen Personal. Wo man sich jetzt melden kann und was Voraussetzung dafür ist.

Helfer in Pflegeheimen könnten etwa für die Betreuung von Bewohnern oder bei der Ausgabe der Mahlzeiten tätig sein. Im Landkreis Bautzen haben mehrere Einrichtungen Bedarf.
Helfer in Pflegeheimen könnten etwa für die Betreuung von Bewohnern oder bei der Ausgabe der Mahlzeiten tätig sein. Im Landkreis Bautzen haben mehrere Einrichtungen Bedarf. ©  Symbolbild: dpa

Bautzen. Mehrere Pflegeeinrichtungen im Landkreis Bautzen suchen derzeit öffentlich nach Unterstützung. Und die Bereitschaft zu helfen groß. Das zeigt zum Beispiel der Aufruf, der vergangene Woche in Bischofswerda veröffentlicht wurde. Freiwillige können sich seitdem beim Diakonie-Pflegeheim "Zur Heimat" und im Seniorenwohnhaus "Am Belmsdorfer Berg" der Oberlausitz Pflegeheim und Kurzzeitpflege Gesellschaft (OLPK) melden, um die Bewohner zu betreuen und das Personal zu entlasten.

OLPK-Geschäftsführer Sascha Bock ist positiv überrascht, wie groß die Resonanz bereits nach wenigen Tagen sei und wie viele Menschen sich schon seit der Veröffentlichung des Aufrufs gemeldet hätten. „Viele sind beruflich eingebunden und wollen trotzdem freiwillig helfen“, sagt Sascha Bock.

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Im Seniorenhaus schaue man täglich, wo Unterstützung nötig sei. Die jeweiligen Wohngruppen würden sich dann direkt bei den Freiwilligen melden. „Wir sind froh und dankbar, dass wir das nutzen können“, fügt der Geschäftsführer hinzu. Es sei nicht „Land unter“, aber gerade in diesen Zeiten helfe die Unterstützung nicht nur dem Personal, sondern auch den Bewohnern.

Unterstützung bei Schnelltests benötigt

Alexander Jesinghaus, geschäftsführender Vorstand der Diakonie Bautzen, ist ebenfalls froh und dankbar über die große Resonanz und die Freiwilligen, die sich beim Pflegeheim „Zur Heimat“ in Bischofswerda gemeldet hätten. „Es ist gut zu sehen, dass Menschen bereit sind zu helfen.“ Weiterer dringender Bedarf in anderen Häusern bestehe aktuell nicht. Das könne sich aber jederzeit ändern.

Auch die Caritas und die kirchlichen Altenpflegeheime im Bistum Dresden-Meißen hatten bereits um Unterstützung gebeten, darunter das Heim St. Antonius in Schirgiswalde. Dort werde dringend Unterstützung bei den Corona-Schnelltests gebraucht; Kontakt unter Telefon 03592 38133.

Die personellen Ressourcen in den Einrichtungen reichten nicht aus, sagte der zuständige Leiter der Abteilung Trägerschaften im Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen, Veit Kokott. „Gebraucht werden Menschen, die medizinisch gebildet sind, aber nicht unbedingt Fachkräfte sein müssen.“

Angesprochen seien insbesondere auch Pflegekräfte im Ruhestand oder in der Erziehungszeit. Die Helferinnen und Helfer werden angeleitet. Wer im Heim in Schirgiswalde helfen möchte, kann sich dort telefonisch melden unter 03592 381311.

Freiwillige suche man auch im Altenpflegeheim St. Ludmila in Crostwitz vor allem bei Testungen, aber auch in der Pflege, erklärt Caritas-Sprecher Andreas Schuppert. „Interessenten können sich direkt an die Einrichtungen wenden“, teilt er mit. Die Telefonnummer lautet 035796 94730.

Fachkräfte sind besonders gefragt

Viele andere Einrichtungen brauchen ebenfalls Mitarbeiter, allerdings keine freiwilligen Helfer, sondern Personal zur Einstellung in Voll- und Teilzeit oder über Mini-Jobs. So werden etwa im Malteser-Krankenhaus St. Johannes in Kamenz Pflegefachkräfte und –helfer gesucht, informiert Sprecherin Stephanie Hänsch. „Aufgrund des Fehlens von 20 Prozent oder mehr des Personals in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung stellt sich die Lage so dramatisch dar, dass zusätzliches Personal dringend benötigt wird, um akut kranke Patienten zu versorgen.“

So suche man in Kamenz „medizinisch pflegerisches Personal, welches derzeit in anderen Berufen tätig ist, sich in einer medizinischen Ausbildung befindet oder im Ruhestand“ ist. Die Tätigkeiten würden die Pflege umfassen, weshalb eine entsprechende Ausbildung eine wichtige Voraussetzung sei. Interessierte könnten sich seit diesem Montag telefonisch oder via E-Mail melden (03581 2059 oder [email protected]).

Das Landratsamt Bautzen sucht auch keine ehrenamtlichen Helfer, sondern schreibt öffentlich Stellen für die Kontaktpersonennachverfolgung aus, da alle anderen Ressourcen erschöpft sind. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Landkreises.

So wie anderen Einrichtungen in Deutschland werden auch im Radeberger Altenheim Besucher getestet, bevor sie zu ihren Angehörigen dürfen. Doch dafür braucht es mehr Personal.
So wie anderen Einrichtungen in Deutschland werden auch im Radeberger Altenheim Besucher getestet, bevor sie zu ihren Angehörigen dürfen. Doch dafür braucht es mehr Personal. ©  Symbolbild: dpa

Die Stadt Radeberg brauche dringend Hilfe in ihrem Alten- und Pflegeheim. Darauf verweist Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD). Man suche befristete Aushilfen in Teilzeit, die Schnelltests durchführen und dokumentieren. „Wir wollen, dass unsere Bewohner besucht werden können und dabei alle gesund bleiben. Dazu sind Schnelltests das derzeit sicherste Verfahren.“

Aufgrund etlicher Krankheitsfälle und erhöhter Hygienestandards habe man dafür aber nicht ausreichend Personal. Erforderlich sei eine Qualifikation als Pflegefachkraft oder ein gleichwertiger Abschluss.

Melden könne sich auch, wer in Rente oder aktuell nicht berufstätig sei. Wer Interesse habe, könne telefonisch direkt im Heim (03528 435162) nachfragen oder seine Bewerbungsunterlagen dorthin senden (Alten-und Pflegeheim Radeberg, Pulsnitzer Straße 58, 01454 Radeberg oder per E-Mail an [email protected]).

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