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Bautzen: Grüne Ecke sucht Nachfolge

In der Grünen Ecke in Bautzen gibt es Bio-Lebensmittel sowie vegetarische und vegane Küche. Die Chefin will kürzer treten und freut sich auf Mitstreiter mit Ideen.

Susanne Richter (r.) führt die Grüne Ecke in Bautzen und sucht langfristig eine Nachfolge. Mitarbeiterin Kristin Neideck soll bleiben.
Susanne Richter (r.) führt die Grüne Ecke in Bautzen und sucht langfristig eine Nachfolge. Mitarbeiterin Kristin Neideck soll bleiben. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Zwei sind eine zu wenig. So sieht es zumindest Susanne Richter, Inhaberin der Grünen Ecke in der Bautzener Altstadt. Sie sucht jemanden für eine Beteiligung und mögliche Nachfolge ihres Geschäfts mit Bistro. „In ein paar Jahren möchte ich in den Ruhestand gehen und bis dahin gern etwas kürzertreten.“ Sie sei seit über 20 Jahren selbstständig, die Familie sei gewachsen und auch daher möchte Susanne Richter nicht mehr so viel Zeit investieren. Abgesehen davon sei die Arbeit zu zweit kaum noch zu schaffen.

Seit rund fünf Jahren gibt es in der Grünen Ecke an der Wendischen Straße Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs fast ausschließlich in Bio-Qualität. Dazu kommen noch regionale Produkte, die nicht in jedem Fall ökologisch erzeugt wurden sowie das vegetarische und vegane Bistro-Angebot mit Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen. Neben Susanne Richter kocht und bedient hier Kristin Neideck. „Ich möchte niemanden einstellen, sondern Verantwortung abgeben“, erklärt die Inhaberin. Perspektivisch gehe es um ihre Nachfolge.

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Angebot vegetarisch und vegan

Die Suche nach einer Geschäftsbeteiligung laufe seit zwei Jahren. Gespräche mit Interessenten gab es schon, erzählt Susanne Richter. „Drei wollten Speisen mit Fleisch anbieten. Das geht mit uns nicht.“ Tierwohl und Umweltschutz seien ihr dafür zu wichtig. Deswegen und auch aus gesundheitlichen Gründen ernähre sich die Inhaberin seit etwa zehn Jahren vegetarisch.

Sie suche jemanden, der zu ihrem jetzigen Angebot passt. Die gelernte Köchin Kristin Neideck backe auf Bestellung glutenfreie und vegane Kuchen. „Zu uns kommen auch Menschen mit verschiedenen Allergien, denen ich erklären kann, wie man bestimmte Zutaten ersetzt“, fügt Susanne Richter hinzu. Manche Kunden kämen zum Beispiel extra wegen der Salate, die oft mit alten Gemüsesorten wie buntem Mangold oder auch Ringelblumen zubereitet werden.

Offen für verschiedene Modelle der Zusammenarbeit

Für den Mittagstisch werden ausschließlich Produkte verwendet, die es auch im Laden zu kaufen gebe. Bei Kuchen und Backwaren gebe es Kooperationen mit der Landwirtschaft Löhnert aus Zockau, die alte Getreidesorten anbaut, sowie Bäcker Stefan Richter aus Kubschütz, der etwa das Mättig-Brot zurück in die Regale gebracht hat.

Für die Geschäftsbeteiligung gebe es mehrere Möglichkeiten. Jemand könnte etwa ausschließlich das Bistro übernehmen, so dass sich die jetzige Inhaberin ganz auf den Laden konzentrieren würde oder andersherum. Da hänge von den jeweiligen Interessenten ab. Arbeit und Möglichkeiten gebe es genug. Sowohl der Laden als auch das Bistro habe Stammgäste. Manche essen hier und kaufen auch ein. Gerade sie sollen hier weiter in der gewohnten Qualität bedient werden.

Bistro-Angebot könnte ausgebaut werden

Dazu kämen jetzt wieder die Touristen, die vermehrt in Bautzen unterwegs sind. Das spüre auch die Grüne Ecke. So ließe sich das Bistro-Angebot ausbauen. „Ein neuer Gastronom könnte das Frühstück wieder anbieten. Durch Corona hatten wir es eingestellt und bislang nicht wieder eingeführt“, führt Susanne Richter aus.

Insgesamt sei der Speiseplan kleiner geworden, aber das müsse ja nicht so bleiben. In dem etwa 150 Quadratmeter großen Laden mit den schönen Gewölben gibt es 25 Sitzplätze. Draußen sind es nochmal acht. Für viele Bautzener und Kaffeeliebhaber sei die Adresse bekannt.

Früher kehrten Gäste hier ins Café Lehmann ein. Die Lage sei nicht nur für Fußgänger sehr gut, sondern das Geschäft auch für Autofahrer problemlos erreichbar, die etwas einkaufen wollen.

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