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Bautzen: Konferenz will Zusammenleben verbessern

Am 16. Oktober findet die Fachkonferenz „Miteinander leben in Bautzen“ statt. Leiter Michael Kobel erklärt, an wen sie sich richtet und was die Stadt davon hat.

Impulse für das Miteinander-Leben in Bautzen - das Foto entstand beim Stadtfest Bautzener Frühling 2019 - will eine Fachkonferenz liefern, die am 16. Oktober stattfindet.
Impulse für das Miteinander-Leben in Bautzen - das Foto entstand beim Stadtfest Bautzener Frühling 2019 - will eine Fachkonferenz liefern, die am 16. Oktober stattfindet. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. „Zusammenhalt gestalten“ oder „Perspektiven wechseln“ können Interessierte bei der Konferenz „Miteinander leben in Bautzen“ am 16. Oktober im Burgtheater. Nach Vorträgen zum Thema gibt eine Auswahl an Workshops mit externen und lokalen Vertretern.

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Die Veranstaltung gehört zum Projekt „Gesellschaft im Dialog“ der Technischen Universität Dresden. Geleitet wird sie von Prorektor Michael Kobel, der im Gespräch mit Sächsische.de erklärt, an wen sich die Konferenz richtet, was dort passiert und wie die Stadt Bautzen sowie deren Einwohner davon profitieren könnten.

Prof. Dr. Michael Kobel ist Prorektor Bildung der Technischen Universität Dresden und leitet die Fachkonferenz „Miteinander leben in Bautzen“ am 16. Oktober im Burgtheater.
Prof. Dr. Michael Kobel ist Prorektor Bildung der Technischen Universität Dresden und leitet die Fachkonferenz „Miteinander leben in Bautzen“ am 16. Oktober im Burgtheater. © TU Dresden/Karl J. Donath

Herr Kobel, worum geht es bei der Fachkonferenz „Miteinander leben in Bautzen“?

Experten untersuchen bundesweit, wie der Dialog über den gesellschaftlichen Zusammenhang stattfindet, wie die wissenschaftlichen Grundlagen, die Fakten und Zahlen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Das bringen wir mit Vorträgen und Workshops in die Veranstaltung ein. Es gibt am Vormittag außerdem Vorträge, von denen wir hoffen, dass sie den Akteuren in Bautzen Impulse geben könnten.

Ob man dann feststellt, es gibt zu wenig Dialog oder es gibt genug, aber er sollte auf eine andere Art und Weise oder zwischen anderen Menschen geführt werden, ist eines der möglichen Ergebnisse dieser Fachkonferenz.

Warum ist Ihre Wahl auf Bautzen gefallen?

Da muss ich aufrichtig sagen, es war Zufall. Wir wollten es auf keinen Fall in Dresden durchführen, da wir uns in dem Projekt ,Gesellschaft im Dialog‘ auf die Fahne geschrieben haben, sachsenweit zu agieren. Dann hatte ich geguckt, wo habe ich als Veranstalter persönliche Netzwerke und habe festgestellt, dass ich in Bautzen einige Menschen kenne, die auch sehr schnell gesagt haben, dass sie mir behilflich sein können, die entsprechenden Akteure zu identifizieren.

Das sieht man im Programm: Die Nachmittagsveranstaltungen werden ausschließlich von Bautzenern geleitet als Themenpaten. Das war uns sehr wichtig.

Und an wen richtet sich diese Fachkonferenz?

Es gibt zwei Zielgruppen. Einmal sind es die bekannten Bautzener, die schon in Initiativen aktiv sind: in Kirchen, Vereinen, Verbänden. Sei es haupt- oder ehrenamtlich. Sie leiten auch am Nachmittag die Workshops: Stadtbegrüner, Jugendarbeit oder Partnerschaft für Demokratie.

Wir hoffen aber auch, dass wir andere, die noch nicht aktiv sind, die aber Ideen haben, was man tun könnte, die sich einbringen wollen, für die Konferenz gewinnen können. Bürger der Stadt, die sagen: Ich würde mich gerne für den Zusammenhalt in Bautzen engagieren, habe nur keine Idee, wo ich das tun soll. Oder: Ich habe eine Idee, aber ich weiß nicht, mit wem ich sie umsetzen soll.

Wenn ich auf das Programm schaue, sehe ich vor allem die Schlagworte Zusammenhalt und Begegnung. Warum ist das wichtig?

Ich glaube, auch ein drittes Wort ist sehr wichtig: Perspektivwechsel. Den haben wir auch am Vormittag in einem Workshop. Perspektivwechsel hat sehr viel mit Begegnung zu tun. Wenn ich immer in meiner eigenen Blase bin und immer nur mit denselben Menschen aus meinem Umfeld rede, sehe ich viel weniger Perspektiven, als wenn ich Begegnungsräume schaffe, wo es Neugier gibt auf andere Menschen, Kulturen, Berufe, Arten zu leben.

Aus dieser Kreativität der Begegnung kann Engagement für nachbarschaftliches Zusammenleben entstehen. Das liegt uns am Herzen. Es hängt alles miteinander zusammen. Und es gibt ja schon sehr viele Initiativen in Bautzen, die Begegnungsräume schaffen, wie ich in der Vorbereitung gelernt habe. Ich bin einfach gespannt, was für Ideen aus der Stadtgesellschaft kommen.

Wie können die Stadt Bautzen und die Bautzener das nutzen?

Beim Abschlussplenum geht es darum, was gemeinsam passieren kann. Ideen sollen in die Hände der lokalen Akteure gegeben werden oder besser durch sie entstehen. Was wir auf keinen Fall wollen, ist, von außen reintragen: So müsste man es tun. So müsste man das Zusammenleben in Bautzen organisieren.

Daher haben wir darauf geachtet, dass Bautzener am Nachmittag selber aktiv sind, und aus jedem Workshop sollen zwei Dinge rauskommen. Erstens: Welche Ideen habe ich heute überhaupt gehört, mitgenommen und finde ich interessant für Bautzen? Und zweitens: Wo würde ich mich selber engagieren? Das ist ja ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Wir wollen das nicht als einmalige Veranstaltung und hoffen, dass etwas draus entsteht.

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Vielleicht ergeben sich auch Vernetzungen für die weitere Zusammenarbeit schon vorhandener Initiativen, die noch nachhaltiger sein können. Dieses Beziehungsgeflecht thematisiert ein spielerischer Workshop mit theatralischen Mitteln des Thespis-Zentrum am Nachmittag. Lassen wir uns überraschen!

Fachkonferenz „Miteinander leben in Bautzen“, 16. Oktober, 10 bis 16 Uhr, Burgtheater,
Anmeldungen bis zum 7. Oktober

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