merken
PLUS Bautzen

Breitbandausbau: Erste Etappe geschafft

Das Mammutprojekt im Landkreis Bautzen läuft seit 2018. In acht Gemeinden surfen Einwohner und Unternehmen nun deutlich schneller.

Seit 2018 laufen im Landkreis Bautzen die Arbeiten zum Breitbandausbau. Nun ist der erste Teilbereich geschafft. Bis Ende des Jahres soll der Ausbau bis auf eine Ausnahme beendet sein.
Seit 2018 laufen im Landkreis Bautzen die Arbeiten zum Breitbandausbau. Nun ist der erste Teilbereich geschafft. Bis Ende des Jahres soll der Ausbau bis auf eine Ausnahme beendet sein. © SZ/Uwe Soeder (Archiv)

Bautzen. Hätten wir gerade normale Zeiten, wäre die frohe Botschaft am Neschwitzer Barockschloss verkündet worden - am "altehrwürdigen Ort mit modernster Infrastruktur", wie es Steffen Hilbrich von der Telekom formuliert. Aber normal ist dieser Tage praktisch nichts, und so wurde über die Fortschritte beim Breitbandausbau im Landkreis Bautzen am Freitag bezeichnenderweise digital informiert.

Irgendwie war das passend, denn auch die Neuigkeiten, die Landrat Michael Harig (CDU), seine für den Breitbandausbau im Kreis verantwortliche Beigeordnete Birgit Weber und Telekom-Mitarbeiter Steffen Hilbrich mitzuteilen hatten, haben mir Durchschnittlichkeit eher wenig zu tun.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Corona-bedingt fand die Pressekonferenz anlässlich der Fertigstellung des sechsten Clusters im Breitbandausbau-Projekt des Landkreises Bautzen digital statt.
Corona-bedingt fand die Pressekonferenz anlässlich der Fertigstellung des sechsten Clusters im Breitbandausbau-Projekt des Landkreises Bautzen digital statt. © Landratsamt Bautzen

Im Gegenteil - alle drei sparten nicht mit Superlativen, als sie die Fertigstellung des Breitbandausbaus im sogenannten Cluster sechs verkündeten: Allein in den Gemeinden Nebelschütz, Panschwitz-Kuckau, Burkau, Räckelwitz, Crostwitz, Puschwitz, Neschwitz und Radibor wurden während der vergangenen beiden Jahre knapp 800 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Tiefbauarbeiten auf einer Länge von reichlich 200 Kilometern waren dafür notwendig.

Seit dem 31. Dezember 2020 sind in den Gemeinden im vornehmlich sorbischen Siedlungsgebiet etwa 3.000 Adressen an das leistungsstarke Internet angeschlossen. Das Cluster sechs ist damit das erste im Kreis, in dem die Arbeiten abgeschlossen wurden.

Rückblickend, sagt der Crostwitzer Bürgermeister Marko Klimann, seien die Maßnahmen in seiner Gemeinde schnell vonstatten gegangen: "Die Bautrupps waren schnell da; haben scheinbar die Baugeräte zum ersten Mal ausgepackt und die Spaten vor Ort erstmals aus der Folie geholt. Aber umgekehrt mussten wir die Mitarbeiter auch eng begleiten und beobachten - so ehrlich muss man sein."

Insgesamt 2.000 Kilometer Tiefbau nötig

Diesem Urteil folgt auch Michael Harig, der in seiner Zwischenbilanz zum Breitbandprojekt den Tiefbau ganz klar als "den Flaschenhals des ganzen Vorhabens" bezeichnet. Es sei nicht leicht, so Harig, so viel Tiefbau auf solch begrenztem Raum in so kurzer Zeitspanne zu organisieren. Immerhin seien Tiefbaumaßnahmen auf einer Gesamtlänge von rund 2.000 Kilometern nötig. Zum Vergleich: Alle Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Bautzen kommen auf eine Gesamtlänge von rund 1.600 Kilometern.

Es sei deshalb notwendig geworden, auch Unternehmen aus dem Ausland zu beauftragen. Seitens der Bürger sei das mitunter wegen der Sprachbarriere und weiterer Vorbehalte auf Unverständnis gestoßen. Letztlich aber hätten die Firmen überzeugt.

Verlängerung bis Ende 2021

Darüber hinaus sei inzwischen auch ein Ende der Maßnahmen in Sicht: Bis Ende des Jahres, so Harigs Blick in die Zukunft, sollen die Arbeiten in den Clustern eins bis neun abgeschlossen sein. Der Abschluss des Ausbaus im Cluster zehn, also in jenen Bereichen, die bei den Planungen im ersten Schritt vergessen worden waren, werde hingegen noch etwas dauern.

Bautzen werde dann bundesweit ein Vorzeige-Landkreis sein, betont Birgit Weber. Rund 250 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln werde man bis dahin in den Ausbau des schnellen Internets investiert haben. Landrat Harig sieht hierin eine Chance für den ländlichen Raum, der sich durch gute digitale Anbindung gerade in Zeiten des Zusammenwachsens von Arbeits- und Lebenswelt einen Standortvorteil verschaffen könne. Der knüpft sich für den Landrat aber auch an die Nutzung der neuen Möglichkeiten durch Bürger und Unternehmen, denn "erst, wenn die höheren Bandbreiten auch genutzt werden, schließt sich der Kreis".

Weiterführende Artikel

Breitband kommt nach Krauschütz

Breitband kommt nach Krauschütz

Vom 1. Februar bis 30. April verlegt die Tieku Mühlbach das Kabel und die Hausanschlüsse fürs schnelle Internet .

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Zum kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ geht es hier.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen