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Corona in der Schule: Wer muss in Quarantäne?

Mal muss die ganze Klasse zuhause bleiben, mal nur einzelne Schüler. Warum das Gesundheitsamt im Landkreis Bautzen unterschiedlich reagiert.

In Schulen und Kitas gelten verschiedene Schutzmaßnahmen, um Corona-Infektionen zu vermeiden.
In Schulen und Kitas gelten verschiedene Schutzmaßnahmen, um Corona-Infektionen zu vermeiden. © dpa

Bautzen. Lehrer, Eltern und Schüler sind froh, dass mit Beginn des neuen Schuljahres der Unterricht nahezu regulär stattfinden kann. Alle Schüler besuchen wieder täglich die Schulen, und alle Fächer werden wieder unterrichtet. Einschränkungen wie Maskenpflicht oder Einbahnstraßen in Schulhäusern gibt es, um Infektionen mit SARS-Cov-2 möglichst zu vermeiden.

Trotzdem gab es  im Landkreis Bautzen vergangene Woche drei Corona-Infektionen an verschiedenen Schulen. Positiv getestet wurden ein Schüler vom Berufsschulzentrum Kamenz, der sich im Familienkreis infiziert hatte, eine Achtklässlerin des Evangelischen Schulzentrums in Gaußig sowie ein Erstklässler einer Grundschule in Frankenthal. Drei Fälle, mit denen das Gesundheitsamt unterschiedlich umgegangen ist.

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In Kamenz wurde die ganze Klasse getestet und enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt. In Gaußig wurden die engen Kontaktpersonen, in Frankenthal sogar die ganze Klasse unter Quarantäne gestellt. Bereits Anfang des Monats wurde eine Kita-Gruppe in Burkau geschlossen, nachdem ein Kind positiv getestet worden war.

Sächsische.de hat beim Gesundheitsamt nachgefragt und erklärt, wie die Behörde mit Corona-Infektionen an Schulen und Kitas umgeht.

Wie ist das Infektionsgeschehen an Kitas und Schulen?

Amtsärztin Jana Gärtner erklärt, dass es bislang keine Ansteckungen in den Schulen oder Kitas gegeben habe, sondern die Infektionen auf Kontaktpersonen außerhalb der Einrichtungen zurückzuführen seien. „Erhalten wir Kenntnis, dass eine positiv getestete Großmutter in der relevanten Zeit auf der Geburtstagsfeier mehr als 15 Minuten engen Kontakt mit ihrem Enkel hatte, dann schauen wir uns an, ob er in der Schule war und mit welchen Schülern und Lehrern er dort wie lange Kontakt hatte.“

Abhängig vom Risiko einer Ansteckung würden diese Kontaktpersonen dann getestet und eventuell unter Quarantäne gesetzt. „Für die Mitschüler, wo wir eine Ansteckung eigentlich ausschließen können, bieten wir ebenfalls Tests an“, so die Amtsärztin. Wichtig sei, dass es einen schnellen Kontakt zu den Schulleitungen gebe und diese Zugriff auf die Klassenlisten haben. „Die schnelle Erreichbarkeit der Eltern und eine genaue Dokumentation der Anwesenheiten ist ebenfalls wichtig.“

Wer wird getestet und wer muss wie lange in Quarantäne?

Laut Jana Gärtner würden alle Personen mit engen Kontakt zu einem Infizierten getestet und unter Quarantäne gestellt. Die Inkubationszeit, also Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung könne 14 Tage betragen. „Deshalb beträgt aufgrund des großen Ansteckungsrisikos bei engen Kontaktpersonen die Quarantäne eben genau diese 14 Tage. Wir testen alle engen Kontaktpersonen bei negativen Testbefund nach etwa einer Woche ein zweites Mal.“

Das Corona-Team des Gesundheitsamtes spricht telefonisch Quarantänen aus und vereinbart Testtermine. „Enge Kontakte müssen getestet werden, für alle anderen ist es ein Angebot“, so Jana Gärtner.

Sollte ein Lehrer als enge Kontaktperson in Frage kommen und viele Kontakte gehabt haben, müsse das Gesundheitsamt ganz genau hinschauen, um durch zu strenge Quarantänen nicht den Schulbetrieb zu gefährden, aber eben auch nicht weitere Fälle zu riskieren.

Wieso gibt es unterschiedliche Maßnahmen an Kitas und Schulen?

Wie Amtsärztin Jana Gärtner erklärt, hänge das von vielen Faktoren ab. „Ist ein Schulkind positiv getestet worden, dann schauen wir uns die Kontakte an. Welche Fächer hatte das Kind in den fraglichen Tagen, mit wem hat es gegessen, wer sind die nächsten Banknachbarn?“

Auch die Frage, ob in bestimmten Situationen Abstand gehalten, Räume gelüftet oder Masken getragen worden seien, beeinflusse die Entscheidung des Gesundheitsamtes. Dies gelte auch für die Lehrer. „Wir fordern Kontaktpersonenlisten von der Schule oder Kita und den betroffenen Eltern an. Erst wenn diese vorliegen, beginnt unser Corona-Team mit den Anrufen.“

Für unterschiedliche Einrichtungstypen gebe es ein unterschiedliches Vorgehen, sagt die Amtsärztin. „Im Kindergarten sind die Kontakte enger, Abstände nicht umsetzbar. Dies gilt auch für Grundschulen, während es sich bei Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen dann wieder relativiert. Deshalb setzen wir bei Grundschulen eine ganze Klasse unter Quarantäne, in den weiterführenden Schulen nur die engen Kontakte. Können wir diese nicht ermitteln oder haben wir es mit sehr vielen engen Kontakten über viele Klassen und Lehrer zu tun – nur dann schließen wir die gesamte Schule.“

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