merken
PLUS Bautzen

Das gibts in Königswarthas neuem Dorfladen

Bisher machte Familie Gano mit Gewürzmischungen von sich reden. Inzwischen haben sie Platz geschaffen - für jede Menge regionale Produkte.

Seit knapp vier Jahren bauen Antje und André Gano auf ihren Feldern rund um Königswartha Knoblauch an. Die Produkte aus der weißen Knolle gibt es seit Donnerstag in ihrem Hofladen - und noch einiges mehr.
Seit knapp vier Jahren bauen Antje und André Gano auf ihren Feldern rund um Königswartha Knoblauch an. Die Produkte aus der weißen Knolle gibt es seit Donnerstag in ihrem Hofladen - und noch einiges mehr. © SZ/Uwe Soeder

Königswartha. Von verschiedensten Aromen wird empfangen, wer auf dem Gehöft der Familie Gano in Königswartha die Tür zum neuen Hofverkauf öffnet. Das Geruchs-Phänomen erklärt sich drinnen schnell: Zwei große Regale sind gefüllt mit allerhand Gewürzmischungen. Vom Kräuter-Knoblauch-Dip, mit dem Familie Gano der erste Erfolg im Knoblauchverkauf glückte, bis zum mediterranen Mix verschiedener Gewürze, der heute der Verkaufsschlager des Ehepaares ist, können Hobbyköche hier fündig werden.

Die selbst kreierten Gewürzmischungen sind das Herzstück des Dorfladens, den André und Antje Gano am vergangenen Donnerstag auf Königswarthas Ziegelstraße eröffnet haben. Doch in dem kleinen Geschäft mit der modern-luftigen Einrichtung können Kunden noch allerhand mehr regionale Produkte erwerben. Deren Produzenten sind keine Unbekannten: Da findet sich das Kochbuch der Kleene-Schänke-Wirtin Carola Arnold neben Alkoholika von Martin Wagners Spirituosen-Manufaktur in Kirschau. Beides steht vis-a-vis der Bio-Mehle und Backmischungen von Heike Löhnert aus Doberschau-Gaußig. An die schmiegen sich die verschiedenen Nudel-Produkte von Pasta Lucia aus Wehlen und der Pestorado-Nudelmanufaktur aus Weinböhla - um nur eine Auswahl zu nennen.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Das Netzwerk aus sächsischen Erzeugern, das Antje und André Gano sich aufgebaut haben, ist zweifellos groß. Dabei sind die beiden Königswarthaer noch recht jung im Geschäft. André Gano erinnert sich: Seine Mutter, berichtet er, sei auf dem Gehöft in der Ziegelstraße groß geworden. Heute bewohnt er die Immobilie mit seiner Familie. Zu dem Anwesen gehören 1,6 Hektar Anbaufläche hinterm Haus. "Irgendwie muss man die ja bewirtschaften", sagte sich André Gano und suchte nach Inspiration. Bei der Entscheidung half der Zufall: "Ich habe 2017 einen Artikel in einer Fachzeitschrift gelesen, in dem es um den Knoblauchanbau ging. Da wir selbst gerne Knoblauch essen, habe ich gedacht, das könnte man mal ausprobieren." Damit war die Idee geboren.

Aus dem ersten Reinfall eine Tugend gemacht

Auf einer 200 Quadratmeter großen Testfläche begann André Gano mit dem Anbau verschiedener Knoblauchsorten. Sein Fazit: "Das Ergebnis war vielversprechend, sodass wir in den produktiven Betrieb starten wollten." Der angestellte IT-Fachmann und seine Frau, die als Verkäuferin arbeitete, brachten sich alles Wissenswerte über die weißen Knollen selbst bei und starteten 2018 erwartungsvoll mit deren Anbau. Aber: "Es war ein extrem heißes Jahr; wir waren unerfahren, da macht man Fehler", sagt André Gano. Viel zu lange hätte er damals mit der Bewässerung der Pflänzchen gewartet. Die geernteten Früchte seien zu klein gewesen, teilweise durch die Trockenheit aufgeplatzt. Kurzum: Von ihrem Gedanken, die Knollen im Ganzen zu verkaufen, mussten sich Ganos verabschieden.

Blieb eine Frage: "Was machen wir damit?", fragte André Gano damals seine Frau Antje. Zum Wegschmeißen, sagt er heute, sei die Ernte viel zu schade gewesen. Antje Gano - laut Aussage ihres Mannes der kreative Kopf des Duos - begann, den Knoblauch zu schälen, zu waschen, zu schneiden und zu granulieren.

Das, sagt André Gano heute, sei der erste Schritt hin in Richtung der eigens entwickelten Gewürzmischungen gewesen, mit denen das Paar sich heute einen Namen gemacht hat. Für das Austarieren einzelner Zutaten und Geschmacksrichtungen ist bis heute er zuständig. Die Freunde des Paares durften verkosten - und Wünsche äußern. So entstand nach und nach ein Sortiment verschiedenster Mixturen. "Da ist noch lange kein Ende. Salat-, Gulasch- und Nudelgewürze stehen noch in der Pipeline. Und ich habe immer wieder neue Ideen", verspricht der Knoblauch-Bauer.

Partylaube weicht Hofladen

Gleiches gilt für die Vertriebswege, die das Ehepaar Gano nun schrittweise weiter ausbauen will: Seit Oktober 2020 führen verschiedene kleine Läden und auch die ersten Einzelhändler - allen voran die Edeka-Gruppe - die Produkte der beiden im Sortiment. Schon ein Jahr länger ist das Ehepaar Gano auf Eventmärkten unterwegs. Dort haben sich die beiden eine Zahl an Stammkunden aufgebaut, die die Errichtung eines Hofladens als logischen Schritt erscheinen ließ: "Wir haben den Gewürzverkauf immer nebenberuflich betrieben. Jetzt wird das bisschen viel. Deshalb möchte ich mich mehr darauf versteifen", erklärt Antje Gano.

Weiterführende Artikel

Sie ist Mutmacherin des Jahres für viele Wirte

Sie ist Mutmacherin des Jahres für viele Wirte

Die Dresdner Handelskammer hat fünf "Anpacker" ausgezeichnet. Was Carola Arnold aus Cunewalde trotz Corona geschafft hat.

Für diesen Plan opferten die beiden die gemeinsame Laube - einen überdachten Bereich ihres Grundstücks, der als Partyraum gedient hatte. "Der Ort war prädestiniert für die Einrichtung des Hofladens", so André Gano. "Und ich muss unsere Produkte nicht mehr auf Zuruf übergeben", fügt Antje Gano hinzu. An drei Tagen in der Woche steht sie dort nunmehr nunmehr hinter der Theke. Den Rest ihrer Zeit verbringt sie mit der Produktion ihrer Gewürze - die werden nämlich noch immer ausschließlich in Handarbeit hergestellt.

Mehr zum Thema Bautzen