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Kreis Bautzen: Verwirrung um die Maskenpflicht

Trotz Lockerung in Sachsen bestehen einige Supermärkte auf den Mund-Nasen-Schutz, andere haben nur die Schilder nicht entfernt. So reagieren die Kunden.

Auch im Aldi-Markt an der Kamenzer Talstraße herrscht Maskenpflicht. Einige Handelsketten verlangen weiterhin Mund-Nasen-Schutz, andere nicht.
Auch im Aldi-Markt an der Kamenzer Talstraße herrscht Maskenpflicht. Einige Handelsketten verlangen weiterhin Mund-Nasen-Schutz, andere nicht. © Matthias Schumann

Bautzen. Montagvormittag, eine Regenwolke entleert sich über Bautzen. Auf dem Parkplatz vor Marktkauf herrscht wie immer Hochbetrieb, vor allem nahe des Eingangs. Ein Kunde nach dem anderen schiebt seinen Einkaufswagen in Bautzens größten Supermarkt. An der Tür schreibt ein Schild das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vor, und auch im Foyer heißt es noch einmal "Zutritt nur mit...". Aber das interessiert kaum jemanden. Schätzungsweise nur jeder zehnte Kunde trägt das Textil vor Mund und Nase.

"Sicher ist sicher", sagt Claudia Kleeberg, die hier wie immer ihren Wocheneinkauf erledigt. "Ich setz' das Ding weiter auf. Muss jeder selber wissen, ob er das macht." Ein älterer Mann bekommt das kurze Gespräch mit: "Der Kretschmer hat gesagt, wir brauchen die Maske nicht mehr. Also setz' ich sie auch nicht auf." Ein Dritter winkt bloß ab, seine Stimmung passt zum Wetter: "Lasst mich endlich mit dem Sch... in Ruhe."

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Die Auskunft der freundlichen Frau an der Information gibt eher den Nicht-Trägern Recht: "Im Moment haben wir keine Maskenpflicht. Aber wer möchte, kann natürlich eine tragen." Als Sachsen vor rund zwei Wochen die Maskenpflicht lockerte, wonach bei einer Inzidenz unter zehn beim Einkaufen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden muss, hat halt niemand die Schilder entfernt. Und wenn die Zahl weiter ansteigen sollte - aktuell liegt sie im Landkreis Bautzen bei 7,7 -, kann die Pflicht zur Maske ganz schnell wieder aktuell werden.

Marktbetreiber halten es ganz unterschiedlich

Bei Marktkauf sind die Gänge breit, dort können Kunden leicht Abstand zueinander halten. Nicht so bei Aldi, und deshalb prangt an der Filiale im größten Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen unübersehbar das Maskenschild - und ist dort auch ernst gemeint: "Wir bitten unsere Kundinnen und Kunden um Verständnis, dass die Maskenpflicht in solchen Fällen weiterhin in unseren Filialen eingehalten werden muss. Entsprechende Plakate in unseren Filialen weisen auf das Tragen einer Maske hin", teilt Michael Strothoff, Sprecher von Aldi Nord, mit.

So weit die Theorie. Die Praxis sieht so aus, dass Kunden mit Maske in der absoluten Minderheit sind. Anders das Personal. Die nette Kassiererin bei Aldi hat Mund und Nase bedeckt - trotz Plexiglas zwischen ihr und den Kunden.

Gleich nebenan bei Netto weist ein Schild auf den Mindestabstand hin, aber Maskenpflicht herrscht hier nicht - für die Kunden. Verkäuferinnen füllen Regale auf und tragen dabei alle eine OP-Maske. Netto halte grundsätzlich "alle Vorgaben der jeweiligen Bundesländer, Städte und Gemeinden ein – dies gilt auch für die Verordnungen zur Maskenpflicht, die teils von den Inzidenzen abhängig sind und von uns stets eingehalten werden", sagt eine Sprecherin der Handelskette.

Unterschiedlich gehandhabt wird das Thema Maske auch im Einkaufszentrum Husarenhof: Während Edeka-Kunden kein Hinweisschild mehr vorfinden, ist es nebenan bei Aldi nicht zu übersehen.

Kunden mit Maske sind überall in der Minderzahl

Bei Lidl an der Neusalzaer Straße schiebt Rainer Schubert seinen vollen Einkaufswagen zum Auto - und setzt die Maske ab. Tragen müsste er sie hier nicht unbedingt, es gibt am Eingang keinen Hinweis auf eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz. "Aber ich hab mich dran gewöhnt, und es stört mich nicht", sagt der Bautzener.

Im neuen Edeka-Markt in Oberkaina ist die Maske wiederum vorgeschrieben - aber hier wie überall hält sich kaum jemand daran.

Bei Penny am Bautzener Bahnhof weist jetzt ein zusätzliches Schild am Eingang darauf hin, dass bei einer Inzidenz über zehn Maskenpflicht herrscht. Von den Kunden, die gerade - alle unmaskiert - den Markt betreten, möchte sich niemand zu dem Thema äußern. Bis auf einen - aber dessen Worte sind alles andere als druckreif.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in Bischofswerda: Dreimal Aldi, dreimal Maskenpflicht. Rewe erklärt die Zehner-Inzidenz-Regelung. Der Netto-Markt mit dem Hund im Logo verlangt Mund-Nasen-Schutz, der Netto-Markt ohne Hund bittet nur um Einhaltung des Mindestabstands. Aber ob nun Vorschrift oder nicht - Kunden mit Textil vor Mund und Nase sind überall in der Minderzahl.

Auch in Kamenz pocht Aldi auf einen Mund-Nasen-Schutz, während es die anderen Märkte mal so, mal so halten.

Ministerium: Wenig Platz im Supermarkt - Maske auf!

Fazit: Einige Märkte schreiben die Maske vor, einige nicht, aber getragen wird sie hier wie da kaum - jedenfalls an diesem Montagvormittag. Und wie ist es nun Vorschrift?

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Das sächsische Sozialministerium klärt auf: "Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn in Ladengeschäften und Märkten, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Darüber hinaus hat das Hausrecht Gewicht."

Mit anderen Worten: Wenn beispielsweise Marktbetreiber Aldi Maskenpflicht festlegt, ist sie dort eben auch Pflicht - egal, was "der Kretschmer" gesagt hat.

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