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Landkreis Bautzen: Neue Fahrzeuge für 20 Feuerwehren

Weil viele Anträge auf Fördermittel für neue Technik nicht bewilligt wurden, gab's voriges Jahr großen Ärger. Jetzt hat das Landratsamt reagiert.

Das 31 Jahre alte Auto der Malschwitzer Feuerwehr muss voraussichtlich noch zwei Jahre seinen Dienst tun. Danach wird es durch ein nagelneues Löschfahrzeug ersetzt. Wehrleiter David Rüsch freut's.
Das 31 Jahre alte Auto der Malschwitzer Feuerwehr muss voraussichtlich noch zwei Jahre seinen Dienst tun. Danach wird es durch ein nagelneues Löschfahrzeug ersetzt. Wehrleiter David Rüsch freut's. © Archivfoto: Steffen Unger

Bautzen. In vielen Feuerwehrgerätehäusern im Landkreis Bautzen dürfte das Aufatmen in diesen Tagen ohrenbetäubend gewesen sein. Der Grund: Auf Basis der Feuerwehrförderung des Freistaates Sachsen konnte die Landkreisverwaltung in diesem Jahr eine Summe von rund 3,6 Millionen Euro an die freiwilligen Feuerwehren in der Region verteilen. Das Geld wird von den Städten und Gemeinden in die Ausstattung der Wehren investiert, sodass der Brand- und Katastrophenschutz vor Ort gewährleistet werden kann.

So weit, so einfach. Aber egal, wie viel investiert wird - die Wehren im Kreis leiden seit Jahren unter Investitionsstau. Viele arbeiten aus unzulänglichen Gerätehäusern heraus mit mangelhafter Ausrüstung und maroder Technik. Im vergangenen Jahr hatte es kreisweit einen Aufschrei der Empörung gegeben.

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Damals hatte der Landkreis vornehmlich in Ausstattung - also etwa Kleidung und Helme - sowie Immobilien der Wehren investiert, nicht aber in die Anschaffung neuer Löschfahrzeuge. Vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Feuerwehren noch immer mit 20, teilweise 30 Jahre alten Autos zu ihren Einsätzen fahren, wurden Bedenken geäußert, ob der Brandschutz künftig weiter zuverlässig gewährleistet werden kann. Im Zweifel, hieß es damals, könnte Leben davon abhängen.

20 Wehren können nun neue Fahrzeuge bestellen

Das zeigte Wirkung: Die gesamte Zuwendungssumme dieses Jahres, teilt das Landratsamt Bautzen jetzt mit, fließe in die technische Ausstattung der Wehren. Insgesamt sei im Kreis Bautzen, ausgehend von den eingereichten Anträgen der Städte und Gemeinden, in diesem Jahr ein Zuwendungsbedarf von rund sieben Millionen Euro festgestellt worden: "Der Zuschussbedarf im Fahrzeugsektor war dabei am höchsten. Allein dieser betrug über 4,5 Millionen Euro", teilt das zuständige Fachamt weiter mit. Nach ausführlicher Beratung mit dem Bautzener Kreisverband des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG) sei man daher überein gekommen, in diesem Jahr ausschließlich die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen zu fördern.

Konkret dürfen nach der Entscheidung über die Verteilung der Mittel nun 20 Feuerwehren ihre Fahrzeugbestellungen auslösen. Vier Löschfahrzeuge, sechs Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge, eine Drehleiter und fünf Einsatzleitwagen stehen dabei auf der Liste. Außerdem fünf Tanklöschfahrzeuge vom Typ TLF 3000 - also solche, die bis zu 3.000 Liter Löschwasser mitführen können.

Sammelbestellung hatte im zweiten Anlauf Erfolg

Letztere werden auch darüber hinaus baugleich ausgeliefert - und das kommt nicht von ungefähr. Hinter dieser Bestellung steckt der Zusammenschluss von Hochkirch, Kubschütz, Malschwitz und Königswartha. Die vier Gemeinden hatten sich bereits im vergangenen Jahr um die gemeinsame Bestellung der Löschfahrzeuge bemüht - und sich nach negativem Bescheid enttäuscht gezeigt. Denn auf Sammelbestellungen baugleicher Fahrzeuge winken nicht nur um 20 Prozent höhere Zuschüsse - signalisiert worden war den Gemeinden außerdem, dass Anträge in solchen Fällen auf der Prioritätenliste nach vorn rutschen würden.

Aber genug der Vergangenheitsbewältigung: In diesem Jahr klappte es mit der Förderzusage über 810.000 Euro. Die Gemeinden zeigen sich dankbar: "Natürlich hätte es trotz aller Vorgespräche sein können, dass andere Wehren aufgrund der Dringlichkeit bevorzugt werden", sagt Hochkirchs Bürgermeister Norbert Wolf (parteilos), unter dessen Federführung die Sammelbestellung läuft. "Nach den Abstimmungen mit dem SSG gab es zwar Hoffnung, aber keine Sicherheit - insofern war die Zusage für uns schon eine Überraschung", schließt sich der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) an. Und Bürgermeister Swen Nowotny (CDU) aus Königswartha postet freudig ein Bild der Fördermittelübergabe auf Facebook.

Was des einen Freude, ist des anderen Leid: "Acht Anträge auf Förderung von Fahrzeugbeschaffungen konnten nicht berücksichtigt werden", teilt das Bautzener Landratsamt mit. Welche Gemeinden in diesem Jahr nicht berücksichtigt wurden, bleibt allerdings auch bei Nachfrage offen.

Zwei Jahre Wartezeit auf neue Technik

Und auch vor den glückreichen Wehren liegt noch eine Durststrecke: David Rüsch ist Gemeindewehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr von Malschwitz-Pließkowitz. Malschwitz wurde in der diesjährigen Förderung doppelt bedacht: Ein TLF 3000 geht ins neue Feuerwehrhaus nach Kleinbautzen-Preititz, das andere nach Malschwitz, sagt Rüsch am Telefon. Die Malschwitzer fahren derzeit mit einem IFA W50 zum Einsatz. 31 Jahre ist der alt. Zwei Jahre muss er noch durchhalten. Erst dann, so lautet derzeit die Prognose, werden die neuen Fahrzeuge geliefert. Rüsch ist trotzdem dankbar: "Nach dem Tiefschlag vom letzten Jahr ist die Förderzusage eine erfreuliche Nachricht", sagt er und ergänzt: "Bis das neue Fahrzeug kommt, führen wir die lebenserhaltenden Maßnahmen an unserem IFA weiter durch."

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