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Bautzen: Das Google-Auto rollt durch den Kreis

Im Raum Bautzen werden derzeit wieder Straßen fotografiert. Was passiert dann mit den Aufnahmen?

Autos von Google sind derzeit auch in Bautzen unterwegs und fotografieren die Straßen.
Autos von Google sind derzeit auch in Bautzen unterwegs und fotografieren die Straßen. © dpa

Bautzen. Es gibt Autos, die fallen auf, weil sie ganz besonders schnittig sind, weil sie ein besonders altes Modell sind, weil sie ein spezielles Nummernschild haben oder aber auch eine auffällige Farbe. Durch den Landkreis Bautzen kurven gerade Fahrzeuge, die auch sehr auffällig sind – aber aus einem ganz anderen Grund. Auf ihren Dächern prangen große Kameras.

Wer filmt da im Landkreis Bautzen?

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Erst im vergangenen Jahr fuhren Autos mit Kameras auf dem Dach durch Bautzen; damals hatte die Navigationsfirma TomTom die Wagen losgeschickt, um Daten für ihr Kartenmaterial oder auch Fahrassistenzsysteme zu sammeln. Aufklärung zu der Frage, wer denn da nun in diesem Jahr filmt oder fotografiert, gibt es schon beim Blick auf die Autotüren: „Google“ ist da dick aufgedruckt, und etwas kleiner „Street View“. Tatsächlich, das bestätigt eine Sprecherin für das amerikanische Unternehmen, schickt Google gerade wieder Kamerawagen auf die Straße, um Aufnahmen zu machen. Und Google ist nicht das einzige Unternehmen, das dies tut. Auch Apple hat gerade Autos in Deutschland losgeschickt, und auch die kommen in den Landkreis Bautzen.

Von wann bis wann sind die Kamerawagen wo unterwegs?

Ganz genau will Google nicht sagen, wie viele Wagen von wann bis wann in Bautzen unterwegs sein werden. Aber: In vielen Teilen Deutschlands, darunter auch im Kreis Bautzen und den anderen sächsischen Landkreisen, werden die Autos in der Zeit zwischen Juli und Oktober dieses Jahres zu sehen sein. Wenn es, beispielsweise durch schlechtes Wetter oder durch Straßensperrungen, zu Verzögerungen kommt, teilt Google mit, können sich die Zeiträume auch ausdehnen. Gesichtet wurde das Auto in Bautzen jedenfalls zum Beispiel in der Äußeren Lauenstraße, Facebook-Nutzer berichten zum Beispiel von Touren durch den Stadtteil Gesundbrunnen.

Etwas konkreter antwortet das PR-Team von Apple: „In Bautzen ist geplant, dass die Autos im Zeitraum vom 26. Juni bis zum 30. September Daten erfassen“, erklärt ein Sprecher. Insgesamt seien deutschlandweit in dieser Zeit etwa 80 Autos unterwegs.

Auch Apple schickt Wagen durch den Kreis Bautzen - die Kameras zeichnen unter anderem GPS-Tracks auf.
Auch Apple schickt Wagen durch den Kreis Bautzen - die Kameras zeichnen unter anderem GPS-Tracks auf. © dpa

Was wird mit den Aufnahmen gemacht?

Eines ist Google wichtig zu betonen: „Die Fahrten der Wagen“, lässt das Unternehmen mitteilen, „stehen nicht in Verbindung mit Street View“. Das sind 360-Grad-Ansichten aus der Straßenperspektive von Städten; die Landkarte wird virtuell begehbar. An einigen wenigen Orten in der Stadt Bautzen gibt es das Angebot bereits. Stattdessen, teilt Google mit, dienen die Aufnahmen vor allem der Verbesserung des Kartenmaterials auf Google Maps. Im Einsatz seien zwar dieselben Autos, die auch in der Vergangenheit für Street View-Aufnahmen verwendet worden sind. Bei den jetzigen Fahrten werde das Bildmaterial aber eben nur genutzt, um Google Maps zu verbessern – das Unternehmen habe keine Pläne, die Fotos oder Videos zu veröffentlichen.

Aus einem ähnlichen Grund hat auch Apple die Kamera-Autos losgeschickt. „Die Daten werden erfasst, um Apple Maps zu verbessern“, sagt das Apple PR-Team. Aber: Auch die Funktion „Look Around“ soll verbessert werden; die Technologie bietet ebenfalls 360-Grad-Ansichten aus Straßenperspektive wie Google Street View. Finden sich die Bautzener bald also auf Kartenansichten im Netz wieder? „Ob und wann die Funktion in Deutschland umgesetzt wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest“, erklärt der Apple-Sprecher. Fest steht: Die Autos, die derzeit auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, erfassen GPS-Tracks, 2-D-Standbilder und LiDAR, wie aus dem Datenschutz-Merkblatt von Apple hervorgeht. Letzteres ist eine Messtechnik ähnlich der Radar-Technik, die mit Laserstrahlen arbeitet. „Statt Funksignalen werden Lichtimpulse zur Erkennung von Form und Gestalt verwendet“, so das Unternehmen. Es geht dabei um die Erfassung von Höhen und Tiefen, von Gebäude-Dimensionen.

Was können diejenigen tun, die nicht gefilmt werden wollen?

Google beantwortet diese Frage nicht; gibt aber an, das Material sowieso nicht veröffentlichen zu wollen. Apple verweist auf seine Erklärung zu Datenschutzrechten. Darin verkündet das Unternehmen, Gesichter und Fahrzeugkennzeichen vor der Veröffentlichung im Look Around Feature unkenntlich machen zu wollen. Wer beantragen möchte, dass beispielsweise das eigene Haus verpixelt wird oder Fragen zum Thema Datenschutz hat, kann sich per Mail an das Unternehmen wenden. 

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