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So geht's mit der Körse-Therme weiter

Trotz Lockerung der Corona-Regeln bleibt das Bad in Kirschau weiterhin geschlossen. Im Hintergrund wird aber an der Wiedereröffnung gearbeitet.

In den vergangenen Monaten war es still geworden um die Kirschauer Körse-Therme. Hinter den Kulissen jedoch tüftelten Berater Frank Nägele (r.) und Zweckverbandsvorsitzender Sven Gabriel gemeinsam mit dem Landkreis an der Badrettung.
In den vergangenen Monaten war es still geworden um die Kirschauer Körse-Therme. Hinter den Kulissen jedoch tüftelten Berater Frank Nägele (r.) und Zweckverbandsvorsitzender Sven Gabriel gemeinsam mit dem Landkreis an der Badrettung. © SZ/Uwe Soeder

Kirschau. Kamenz machte vor, was wieder geht, und öffnete seine Schwimmhalle an diesem Montag nach der Corona-Zwangspause wieder für den Schwimm- und Vereinssport. Das blieb im Bautzener Oberland nicht ungehört. Vielen drängte sich die Frage auf, wie es vor dem Hintergrund der Lockerungen um den Weiterbetrieb der Körse-Therme in Kirschau bestellt ist. Die Antwort folgte prompt: "Da ein Besuch unserer Therme in den warmen Sommermonaten wenig attraktiv ist, haben wir uns dazu entschlossen, den Wiedereröffnungstermin auf den 1. Oktober 2021 zu legen", heißt es inzwischen auf der Internetseite des Freizeit- und Gesundheitsbades.

Das ist nach 15 Monaten der Schließung immerhin eine Zielvorgabe - und ein Hoffnungsschimmer für jene, die nach vielen Spekulationen und Unwägbarkeiten im Hinblick auf die künftige Finanzierung des stark defizitären Bades nicht mehr an eine Wiedereröffnung geglaubt haben. Viele offene Fragen stehen dennoch im Raum. Sächsische.de hat versucht, die aktuelle Gemengelage zu sortieren.

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Warum macht das Hallenbad noch nicht auf?

Das hat pragmatische Gründe: Die Schließung bis voraussichtlich 1. Oktober resultiere aus dem Umstand, dass die Körse-Therme wenig sommerliche Attraktivität zu bieten habe, erklärt Frank Nägele, der Geschäftsführer der Ingenieur- und Beratungsgesellschaft EC Energie Contract für Bäder, der gemeinsam mit dem Zweckverband, der das Bad betreibt, an einem zukunftsfähigen Konzept für das Hallenbad arbeitet.

Weil die Einnahmeausfälle infolge der Corona-Pandemie die ohnehin defizitäre Körse-Therme in zusätzliche Finanzschwierigkeiten stürzten, stand zwischenzeitlich die Frage im Raum, das Freizeit- und Gesundheitsbad dauerhaft zu schließen. Diese Option schein
Weil die Einnahmeausfälle infolge der Corona-Pandemie die ohnehin defizitäre Körse-Therme in zusätzliche Finanzschwierigkeiten stürzten, stand zwischenzeitlich die Frage im Raum, das Freizeit- und Gesundheitsbad dauerhaft zu schließen. Diese Option schein © SZ/Uwe Soeder

Das heißt, eine Wiedereröffnung lohnt sich für die Verbandsmitglieder erst mit Beginn der Herbst- und Wintermonate - der klassischerweise einnahmestärksten Zeit im Jahr. Ein wirtschaftlicher Badbetrieb sei vorher nicht möglich, so Nägele weiter.

Welche Folgen hat die fortdauernde Schließung fürs Team?

Die rund 30-köpfige Belegschaft der Körse-Therme befindet sich weiterhin in Kurzarbeit, teilt Zweckverbandsvorsitzender Sven Gabriel mit. Demnach habe der Verband gemeinsam mit der zuständigen Bautzener Agentur für Arbeit die Vereinbarung getroffen, dass die Kurzarbeitsregelung für das Team noch bis Ende des Jahres aufrecht erhalten werden könne. Die Agentur selbst will sich aus datenschutzrechtlichen Gründen hierzu nicht äußern.

Wie weit sind die Beitrittsverhandlungen zwischen Kreis und Verband?

Die Verhandlungen zwischen beiden Parteien über den Beitritt des Landkreises Bautzen zum Zweckverband liefen nach wie vor, berichtet Sven Gabriel. Es seien "viele Sachen zu bedenken und immer mehr Details zu klären", formuliert der Verbandsvorsitzende vage. Offen sei darüber hinaus noch immer die zentrale Frage nach der Form, in der Landkreis und Zweckverband den Bäderbetrieb künftig organisieren wollen. Hier stünden die unterschiedlichsten Varianten im Raum - von der Partnerschaft bis zur Gründung einer Betreibergesellschaft.

Trotz der Verhandlungsdauer sieht Sven Gabriel Fortschritte: "Wir sind auf einem guten Weg und gehen nach wie vor davon aus, dass es zu einer Vereinbarung kommt." Bis zum Ende des Jahres, schätzt Frank Nägele, werde es wohl noch dauern, bis mit einer Einigung zu rechnen sei.

Haben sich die Pläne zur Sanierung des Bades konkretisiert?

Ja, tatsächlich hat sich hinter den Kulissen in den vergangenen Monaten offenbar einiges getan. Inzwischen gibt es eine Machbarkeitsstudie zur Körse-Therme, die als Basis dienen soll, um Mittel aus dem Programm zur Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur für die rund 15 Millionen Euro schwere Sanierung zu beantragen. Ein entsprechender Antrag soll im August dieses Jahres eingereicht werden. Werden die Mittel bewilligt, ist geplant, die Körse-Therme ab Frühjahr 2023 für die Kernsanierung erneut zu schließen und voraussichtlich im Herbst 2024 neu zu eröffnen.

Darüber hinaus wurden zwischenzeitlich die Bewirtschaftungskosten für den Hallenbadbetrieb verringert. Durch beispielsweise die Optimierung des Energieliefervertrages mit dem Energieversorger sei es gelungen, jährliche Einsparungen von etwa 100.000 Euro zu ermöglichen, so Nägele.

Auch erste Ideen für die Modernisierung der Körse-Therme nennt er bereits. So soll die Gastronomie so verändert werden, dass künftig Schwimm- und Saunabereich gleichermaßen bedient werden können. Geplant ist außerdem ein neuer Ruheraum mit Solebecken und eine Neugestaltung der Saunalandschaft. Nägele ist überzeugt. "Wir können die Körse-Therme in die Moderne führen."

Was gilt für Gutscheine, Eintrittspreise und Einwohner-Rabatte?

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Für die anderthalb Jahre zwischen Wiedereröffnung und geplantem Sanierungsbeginn schließt der Zweckverband eine Erhöhung der Eintrittspreise aus. Auch die Rabatte für die Einwohner jener Gemeinden, die im Zweckverband bislang Betrieb und Unterhalt des Bades finanzieren, sollen mindestens bestehen bleiben, bis sich der Landkreis am Zweckverband beteiligt. Bereits ausgestellte Gutscheine werden für die Dauer der Stilllegung der Körse-Therme verlängert. Es gebe Überlegungen, die Kasse des Hallenbades bereits eine Woche vor Wiedereröffnung zu besetzen, um die Wertcoupons umschreiben zu lassen, kündigt Sven Gabriel an.

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