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Neuer Solarpark liefert Strom für 10.000 Haushalte

Zwischen Göda und Doberschau-Gaußig investiert eine Firma aus Bayern 22 Millionen Euro. Davon profitieren auch die Gemeinden und ein Landwirt.

Zwischen Göda und Doberschau-Gaußig entsteht direkt neben einer bestehenden Solaranlage eine vielfach größere. Betrieben wird sie von der Firma Anumar, deren Geschäftsführer Markus Brosch jetzt zum symbolischen ersten Spatenstich vor Ort war.
Zwischen Göda und Doberschau-Gaußig entsteht direkt neben einer bestehenden Solaranlage eine vielfach größere. Betrieben wird sie von der Firma Anumar, deren Geschäftsführer Markus Brosch jetzt zum symbolischen ersten Spatenstich vor Ort war. © SZ/Uwe Soeder

Göda/Doberschau-Gaußig. Auf einem rund 40 Hektar großen Feld, genau zwischen Göda und Doberschau-Gaußig, wird schon bald aus Sonnenstrahlen Energie gewonnen. Hier baut die Ingolstädter Firma Anumar einen riesigen Solarpark und will damit so viel Strom erzeugen, wie 10.000 Haushalte im Jahr verbrauchen. Und das gleich neben dem schon bestehenden kleinen Solarpark. "Wir haben hier ja bereits 2018 und 2019 eine Solaranlage realisiert, und das ist so super gelaufen, dass wir uns gedacht haben, die Anlage zu erweitern", erzählt Geschäftsführer Markus Brosch von Anumar.

Die kleine Anlage steht zwar ausschließlich auf Gödaer Seite, doch auch in Doberschau-Gaußig war man schnell davon begeistert. Und so habe man nach einigen Gesprächen gemeinsam den Schritt gewagt, im jeweiligen Gemeinderat die Zustimmung einzuholen und für das Projekt die Bahn freizumachen. "Manchmal hat man viele Ideen und scheitert dann mit einem Investor an der Umsetzung, aber hier hat alles reibungslos funktioniert", freut sich Doberschau-Gaußigs Bürgermeister Alexander Fischer (CDU) beim symbolischen ersten Spatenstich. Er kann es gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht.

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Auf einem Feld in der Nähe von Seitschen wurde an diesem Montag der erste Spatenstich für den Bau der neuen Solaranlage vollzogen.
Auf einem Feld in der Nähe von Seitschen wurde an diesem Montag der erste Spatenstich für den Bau der neuen Solaranlage vollzogen. © SZ/Uwe Soeder

"Ich denke, dass hier eine Stelle gefunden wurde, wo die Solaranlagen landschaftlich nicht stören und nicht wirklich auffallen", sagt Fischer. Denn Bäume sorgen dafür, dass man nur von einer Straße wirklich Einblick auf das Solarfeld haben wird. "Wir wollen unseren Beitrag für die Energiewende leisten", fügt Amtskollege Gerald Meyer (parteilos) aus Göda an. Seine Gemeinde unternehme bereits viel dafür, um nicht mehr von Kohlestrom abhängig zu sein, und der riesige Solarpark werde einen großen Schritt dazu beitragen, von traditionellen Energieformen immer weiter unabhängig zu werden.

Außerdem profitieren Göda und Doberschau-Gaußig schon bald auch finanziell von dem Solarpark. Und das, obwohl sie zum Bau keinen einzigen Cent beisteuern. Die Firma Anumar will eine eigene Projektgesellschaft vor Ort gründen, damit die ganze Gewerbesteuer in der Region bleibe. Doch erstmal werden für rund 22 Millionen Euro rund 100.000 Photovoltaik-Module angebracht. Und das auf eine Weise, die für den Boden möglichst schonend sein soll. Wie der Aufbau genau funktioniert, weiß Markus Brosch:

"Wir rammen Stahlpfosten in den Boden, ohne ein Betonfundament zu verwenden. Darauf findet dann der Aufbau statt, und oben kommen die Module drauf. Sie werden verkabelt, und der Strom wird ins Netz eingespeist", sagt er. Dabei würden nur unwesentliche Teile der Fläche tatsächlich verbaut werden - weniger als zwei Prozent - und das Feld könne weiter genutzt werden. Zum Beispiel von einem Schäfer, dessen Schafe unter den Modulen geschützt vor der Sonne weiden könnten.

So werden Solaranlagen gebaut

Doch jemanden dafür zu finden, ist gar nicht so einfach. "Der Zaun muss 20 Zentimeter vom Boden weg sein wegen des Niederwilds, denn das muss rein und raus können. Da sagen die Schäfer, dass da jeder Wolf durchkommt", erklärt Landwirt Hans-Peter Busch, der die Fläche für erstmal 20 Jahre an Anumar verpachtet hat. Immerhin habe sich aber schon ein Imker gemeldet, der im Solarpark Honig produzieren will. Zwischen den Anlagen sollen Blumenmischungen ausgesät werden.

Im Moment sei der Boden dafür zwar noch zu nährstoffreich, eine Lösung werde sich aber finden. Warum sich Hans-Peter Busch überhaupt dafür entschieden hat, auch für den deutlich größeren Solarpark sein Land zur Verfügung zu stellen, habe vor allem einen Grund: "In der Landwirtschaft muss man gerade in solchen unsicheren Zeiten wie jetzt schauen, dass man sich für die Zukunft ein stabiles Einkommen schafft", sagt er.

Die beiden Bürgermeister von Göda (vorn) und Doberschau-Gaußig haben symbolisch den ersten Pfahl in den Boden gerammt.
Die beiden Bürgermeister von Göda (vorn) und Doberschau-Gaußig haben symbolisch den ersten Pfahl in den Boden gerammt. © SZ/Uwe Soeder

Bis die Solarpanels tatsächlich aufgestellt sind und Strom produzieren, ist aber noch ein bisschen Zeit. In den nächsten Wochen werden erstmal die rund 25.000 Stahlpfosten in den Boden gerammt, was bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. "Ende des ersten Quartals 2022 werden wir ans Netz gehen", so der Plan von Anumar-Chef Brosch. Davor werde man auch noch ein kleines Umspannwerk errichten, um den Strom besser transportieren zu können.

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Ist das geschafft, steht zwischen Doberschau-Gaußig und Göda schon bald einer der größten Solarparks, die Anumar jemals errichtet hat. "Wir haben im letzten Jahr die größte Solaranlage in Süddeutschland mit 140 Hektar gebaut, und das hier ist jetzt ein weiteres Projekt in der Größenordnung", erzählt Brosch und wertes es als Meilenstein für eine grüne Zukunft der Region. Und sollte man in 20 Jahren bereits auf ganz andere Energieformen setzen, können die Panels abgenommen und die Pfähle wieder aus dem Boden geholt werden. "Der Rückbau findet genauso statt wie der Aufbau – ohne Rückstände oder Altlasten", sagt Markus Brosch.

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