merken
PLUS Bautzen

Alte Schule weicht neuem Feuerwehrhaus

Das Depot in Klix weist viele Mängel auf. Deshalb wird jetzt neu gebaut. Die Kameraden ziehen vorübergehend in einen Kuhstall.

Weil die alte Schule in Klix als Standort für die Feuerwehr den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte, entschied sich Großdubraus Gemeinderat unter Leitung von Bürgermeister Lutz Mörbe für deren Abriss.
Weil die alte Schule in Klix als Standort für die Feuerwehr den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte, entschied sich Großdubraus Gemeinderat unter Leitung von Bürgermeister Lutz Mörbe für deren Abriss. © SZ/Uwe Soeder

Großdubrau. Rein in die Klamotten, an der Stange in die Fahrzeughalle rutschen, aufsitzen und zum Brand rasen - so sehen die Abläufe bei Feuerwehren kurz vor ihren Einsätzen in Filmen aus. Alles geht immer ganz schnell und ist perfekt durchorganisiert. Bei vielen Feuerwehren der Region, die ihre Gerätehäuser teils noch in alten Scheunen oder verwinkelten Gassen untergebracht haben, sieht die Realität aber anders aus.

Und so klingt es auch anders, wenn Standortleiter Martin Meier von der Einsatzvorbereitung bei der Klixer Feuerwehr erzählt: "Die Wege sind eng, gleich hinterm Eingang befinden sich ein Stufensprung und ein Querträger. Dort muss man den Kopf einziehen, damit man sich nicht stößt." Eng sei es auch zwischen dem Feuerwehrfahrzeug und dem Anhänger mit der Hochwasser- und Beleuchtungsausrüstung. Damit beim Ausparken nichts passiert, müssten alle Kameraden derweil vor der Halle warten und dürften erst draußen aufsitzen. Was das bedeutet, liegt auf der Hand: "Zeitverlust", bestätigt Martin Meier.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Anhänger muss per Hand eingeparkt werden

In den 90er-Jahren wurde das markante Gebäude zwischen der Straße An der Schule und der Spreewieser Straße zum Feuerwehrhaus umgebaut, weiß Großdubraus Bürgermeister Lutz Mörbe (parteilos). Bis dahin war es als Schule genutzt worden. Zwar finden beide Fahrzeuge hinter dem großen Holztor Platz, das Rangieren hat aber seine Tücken, wie Martin Meier berichtet: "Der Anhänger wird auf ein Trägergestell mit U-Profilen gefahren und dann per Hand quer durch die Halle an die Wand geschoben."

Die Mängelliste geht weiter: Sandsäcke und Sandsackfüllmaschine lagern auf dem Dachboden. Sanitäreinrichtungen, Küche und Büro sind sanierungsbedürftig, das ungenutzte Obergeschoss trägt noch die Handschrift des einstigen Jugendclubs. Das Dach ist undicht.

Alternativer Standort wurde nicht gefunden

Die Entscheidung zum Abriss machte sich die Gemeinde dennoch nicht leicht. Denn Bürgermeister Mörbe weiß, dass viele Klixer an der alten Schule hängen. Er ließ daher vor dem Beschluss des Gemeinderates sowohl die Zusammenlegung der Klixer Kameraden mit einer anderen Feuerwehr als auch die Sanierung der ehemaligen Schule prüfen. Beide Untersuchungen kamen mit negativem Bescheid zurück.

Lutz Mörbe erklärt: Klix liege im Überschwemmungsgebiet und sei wichtig für die einsatzmäßige Abdeckung des gesamten Gebietes. "Deswegen müssen wir Leute hier vor Ort haben." Standortleiter Meier ergänzt: "Die Neueinrichtung des Gerätehauses im bestehenden Kubus wäre immer ein Kompromiss gewesen." Auch die Suche nach einem alternativen Standort im Ort habe sich als nicht zielführend erwiesen.

Die Abrissarbeiten am alten Vereinshaus (r.) haben bereits begonnen. An der Stelle der alten Schule und des Vereinshauses entsteht bis Herbst 2022 das neue Feuerwehrgerätehaus.
Die Abrissarbeiten am alten Vereinshaus (r.) haben bereits begonnen. An der Stelle der alten Schule und des Vereinshauses entsteht bis Herbst 2022 das neue Feuerwehrgerätehaus. © SZ/Uwe Soeder

Es hilft also nichts - die alte Schule muss weichen. Am ehemaligen Vereinshaus nordwestlich des Schulgebäudes haben die Abrissarbeiten schon begonnen. Der Blick auf den Dachstuhl liegt dort frei. Der Neubau selbst soll nach aktuellen Planungen im Herbst 2022 fertig sein und rund 1,5 Millionen Euro kosten - wobei sich das alles noch ändern könne, wie der Bürgermeister betont.

Finanzielle Unterstützung bekommt die Gemeinde vom Landkreis, der im Herbst letzten Jahres den Bescheid über eine Förderung in Höhe von 430.000 Euro überreicht hat. Alles, was darüber hinausgeht, trägt die Gemeinde selbst. Entstehen soll ein rund 500 Quadratmeter großes, einstöckiges Bauwerk, das allen modernen Anforderungen an den Arbeitsschutz genügt, außerdem über zwei Ausfahrten für die Feuerwehrtechnik, ausreichend Parkplätze für die zum Einsatz ausrückenden Kameraden, über zwei separate Zugänge, Umkleidebereiche, Büro- und Besprechungsräume verfügt.

Rund 500 Quadratmeter groß wird der eingeschossige Neubau für die Klixer Feuerwehr. Bis er fertig ist, ziehen die Kameraden in einen Kuhstall.
Rund 500 Quadratmeter groß wird der eingeschossige Neubau für die Klixer Feuerwehr. Bis er fertig ist, ziehen die Kameraden in einen Kuhstall. © Gemeindeverwaltung Großdubrau

Bis sie ihr neues, komfortables Domizil in Beschlag nehmen können, müssen die 21 aktiven Klixer Kameraden und die 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr noch einmal Abstriche machen: Sie ziehen für die Dauer der Arbeiten in den rund anderthalb Kilometer entfernten Kuhstall des Schlosses Spreewiese um. Weil die meisten Feuerwehrmitglieder aus Klix und Särchen kommen, erzählt Standortleiter Martin Meier, werde das die Ausrückezeiten ein wenig verlängern.

Darüber hinaus gibt es vor Ort keine Lager- oder Waschmöglichkeiten für die Ausstattung der Kameraden, weshalb diese ihre Ausrüstung vorerst mit nach Hause nehmen müssen. Meier ist dennoch froh, dass sich diese Lösung gefunden hat: "Es war ja keine Option zu sagen, wir schließen den Laden mal für anderthalb Jahre zu. Wir müssen schließlich die Einsatzbereitschaft für Klix aufrecht erhalten."

Die Klixer Einsatzkräfte, sagt er, trügen all das mit Fassung: "Feuerwehrkameraden sind ja zum Glück sehr pragmatisch", so Meier. Und außerdem freuten sich alle auf die neue Unterkunft, denn nach deren Bezug steht die Klixer Feuerwehr insgesamt gut da: Die Fahrzeuge sind etwa drei Jahre alt und damit gut in Schuss. Freiwillige Kameraden gibt es verhältnismäßig viele. Das neue Gerätehaus beseitigt die restlichen Missstände. "Dann waren wir die längste Zeit das Sorgenkind der Gemeinde", so Meier.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen