merken
PLUS Bautzen

Großpostwitz: Ein extra Haus für Klasse eins

Die Gemeinde hat das alte Hortgebäude der Lessingschule saniert. Dort gibt es jetzt beste Bedingungen für Schulanfänger - und einige Besonderheiten.

In den neuen bunten Hort- und Unterrichtsräumen im Nebengebäude der Großpostwitzer Lessingschule fühlen sich Schulleiterin Doreen Rindock und ihre Schützlinge wohl. Mit der Sanierung des ungenutztes Gebäudes löste die Gemeinde ein Platzproblem.
In den neuen bunten Hort- und Unterrichtsräumen im Nebengebäude der Großpostwitzer Lessingschule fühlen sich Schulleiterin Doreen Rindock und ihre Schützlinge wohl. Mit der Sanierung des ungenutztes Gebäudes löste die Gemeinde ein Platzproblem. © Steffen Unger

Großpostwitz. Schon der erste Blick in das frisch sanierte Nebengebäude der Lessing-Grundschule in Großpostwitz verrät: Dies ist ein Haus für Kinder. Winzige Garderoben aus hellem Holz begrüßen den Gast im lichtgetränkten Flur. Links und rechts davon: zwei Türen. Geht man durch die eine, findet man sich in einem Klassenraum mit grünem Fußboden wieder. An der Wand hängen Bilder mit Zahlen, an der Decke ein Beamer: Hier lernt neuerdings die Klasse eins.

Weil der Platz in der Grundschule zu eng wurde, entschloss sich die Gemeinde vor ziemlich genau zwei Jahren, das ungenutzte Nebengebäude der Schule zu sanieren. Schulleiterin Doreen Rindock erklärt: "Viele Klassenzimmer im Schulhaus wurden zuvor doppelt oder sogar dreifach genutzt - für Unterricht, Hort und Ganztagsangebote". Die Organisation der Nutzung für all die verschiedenen Anforderungen sei schwierig gewesen.

Anzeige
Frische & Geschmack der Region genießen
Frische & Geschmack der Region genießen

Mit den Marktschwärmern und Gruners Eis & Café kommt man ganz unkompliziert an regionale Leckereien.

Aus dem unansehnlichen, ungenutzten Nebengebäude der Lessing-Grundschule ist inzwischen ein ansehnlicher Ort für Hort und Unterricht der Erstklässler entstanden.
Aus dem unansehnlichen, ungenutzten Nebengebäude der Lessing-Grundschule ist inzwischen ein ansehnlicher Ort für Hort und Unterricht der Erstklässler entstanden. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Das leerstehende Objekt im hinteren Schulhofbereich, das zu DDR-Zeiten für Hortbetreuung und Schulspeisung genutzt worden war, empfahl sich für die Schaffung zusätzlichen Schulraums. Dabei habe es viele verschiedene Ideen gegeben, welche Nutzung in dem langegezogenen Gebäude untergebracht werden kann, das ganz für sich auf einer kleinen Anhöhe steht. Der Großpostwitzer Bürgermeister Markus Michauk (Offene Liste Großpostwitz) erinnert sich: "Ursprünglich war geplant, hier vor allem die Ganztagsangebote unterzubringen, vielleicht auch die Schulspeisung."

Relativ spontan sei die Gemeinde dann doch noch einmal umgeschwenkt. Entstanden ist schließlich ein Unterrichts- und Hortbereich ganz allein für die Schulanfänger. Weil das "ein bisschen muggeliger sei", wenn die ABC-Schützen vom Kindergarten aus erst einmal ein eigenes Reich beziehen können, wie Markus Michauk findet - und weil so alles entsprechend der Anforderungen der jüngsten Lernenden gestaltet werden konnte.

Zweitklässler sind neidisch

Etwa 25 bis 28 Kinder können im hellgrünen Klassenraum unterrichtet werden. Der verfügt noch über die klassische Kreidetafel - weil eine interaktive Tafel in der ersten Klasse noch nicht gebraucht werde, wie Doreen Rindock findet. Digitaler Unterricht ist per Beamter dennoch möglich. Und für eine kleine Pause zwischendurch führt der Weg ebenerdig direkt aus dem Klassenzimmer in den Schulgarten.

Im Hortraum nebenan dominiert die Blau. Dieser ist wesentlich größer als das Klassenzimmer und in einen Ruhe- und einen Aktivbereich getrennt. Hier könne gebastelt, gespielt, gekuschelt und auch einmal Mittagsschlaf gemacht werden, sagt die Schulleiterin. Vor eine Schwierigkeit stellt der gemütliche Gemeinschaftsraum die Kinder aber: "Weil der Hortbereich auch in den Pausen genutzt wird, ist es für die Kleinen immer noch ein bisschen schwierig, zwischen Unterricht und Hort zu unterscheiden." Die Kinder jedenfalls haben sich eingelebt, seit sie am 2. November vergangenen Jahres zum ersten Mal in den neuen Räumen unterrichtet werden konnten: "Die Kinder sind angekommen und fühlen sich wohl. Die Zweitklässer sind ein bisschen neidisch", verrät die Schulleiterin mit einem Schmunzeln.

Räume sind flexibel nutzbar

Den neuen Ort zum Lernen und Wohlfühlen ließen sich der Freistaat Sachsen und die Gemeinde als Schulträger einiges kosten: Fast 454.000 Euro aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" flossen in das rund 670.000 Euro teure Objekt. Das ist nicht nur schick, sondern auch barrierefrei: Eine behindertengerechte Toilette gehört im sanierten Nebengebäude genauso zur Ausstattung wie eine rollstuhlgerechte Rampe samt Aufzug - eine Art Treppenlift für gehbehinderte Personen. Was jetzt noch fehlt, ist eine kleine Teeküche. Denn auch die älteren Schüler sollen in den Genuss des frisch sanierten Gebäudes kommen - etwa bei Ganztagsangeboten, für die sich der Hortraum der ersten Klasse eignet. Im Kollegium gebe es beispielsweise Interesse, eine Koch AG zu gründen, verrät Doreen Rindock.

Ob das Gebäude dauerhaft für Unterricht und Hortbetreuung der Erstklässler genutzt wird, werde sich zeigen, sagt Bürgermeister Michauk. Aber auch bei sich ändernden Anforderungen seien die neuen Räume flexibel nutzbar. Wenn etwa durch wachsende Schülerzahlen eine zweite erste Klasse gebildet werden müsse, sei es vorstellbar, für beide Gruppen Klassenzimmer im Schulgebäude und Horträume im Nebengelass einzurichten.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen