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Bautzen

Neuer Lehrpfad informiert über die Bienen

Der Imkerverein Gaußig begeht sein 100-jähriges Bestehen. Das feiert er - hat aber auch etwas für andere geschaffen.

Für 500 Gramm Honig fliegen die Bienen so weit wie drei Mal um die Erde. Das verrät der neu angelegte Bienenlehrpfad in Gaußig. Initiiert haben das die Mitglieder des örtlichen Imkervereins, zu dem Klaus-Dietrich Lehns (l.) und Erik Trötscher gehöre
Für 500 Gramm Honig fliegen die Bienen so weit wie drei Mal um die Erde. Das verrät der neu angelegte Bienenlehrpfad in Gaußig. Initiiert haben das die Mitglieder des örtlichen Imkervereins, zu dem Klaus-Dietrich Lehns (l.) und Erik Trötscher gehöre © Steffen Unger

Gaußig. Das Bienensterben ist ein großes Problem. Und auch die Zahl der Imker geht  stark zurück. Das beweist die Statistik des Imkervereins Gaußig. “Ein Jahr nach der Gründung 1920 hatte unser Imkerverein 56 Mitglieder. Heute sind es nur noch 13”, sagt Klaus-Dietrich Lehns, Vorstand des Vereins. Der feiert am Sonnabend sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass haben die Mitglieder einen Bienenlehrpfad am Gaußiger Schulzentrum gebaut.

Seit Anfang des Jahres wurde das Jubiläum geplant. “Wir wollten zu diesem Anlass etwas Bleibendes für die Nachwelt und vor allem für die Kinder schaffen”, sagt Hobby-Imker Erik Trötscher. Die acht Tafeln des Bienenlehrpfades kommen vom Deutschen Imkerbund, der diese zur Nachwuchsförderung zu Verfügung stellt. Darauf findet man alles Wissenswerte rund um die Biene und das Imkern.

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Verein will mit Kita, Hort und Schule kooperieren

Unterstützt wurden die Imker dabei von umliegenden Gewerbetreibenden und der Gemeinde Doberschau-Gaußig. Die hat außerdem vier Linden zu Ehren des Vereinsjubiläums gespendet. Diese stehen nun zwischen der Mittelschule und dem Beruflichen Gymnasium. Ein Gedenkstein daneben erinnert an den Anlass. Bei der Finanzierung der Aktion half auch die Ehrenamtsförderung des Landkreises mit.

“Ich könnte mir vorstellen, dass wir den Bienenlehrpfad in Zukunft noch erweitern oder mal einen Imkertisch in der Schule machen”, sagt Erik Trötscher. Klaus-Dietrich Lehns möchte sich in den kommenden Tagen mit Hort, Kindergarten und den Schulen in Verbindung setzen, um eine mögliche Kooperation anzubieten.

Am Sonnabend wird aber erstmal gefeiert. 16 Uhr wird der Bienenlehrpfad gemeinsam mit dem Gaußiger Pfarrer und Interessenten eingeweiht. Anschließend wollen die Vereinsmitglieder mit dem Bürgermeister, ihren Unterstützern und Imkervereinen aus der Umgebung das Jubiläum in einer geschlossenen Veranstaltung feiern, mit Imkervorträgen und einem Resümee der 100 Jahre des Vereinsbestehens.

Neue Interessenten sind jederzeit willkommen

Die Imker des Vereins haben im Moment insgesamt 50 Bienenvölker. “In Hochzeiten des Vereins hatten wir über 600 Bienenvölker. Vor 100 Jahren hatte fast jeder Landwirt auch ein paar Bienen, das gehörte einfach dazu”, sagt Klaus-Dietrich Lehns. Er selbst ist seit 62 Jahren im Imkerverein und hat das Imkern von seinem Großvater übernommen. Ebenso war es bei Erik Trötscher. “Das Imkern ist kein Hobby, was man einfach so nebenbei macht. Es bringt viel Verantwortung mit sich. Man ist schließlich verantwortlich für das Wohl der Tiere”, sagt er. Klaus-Dietrich Lehns kann das nur bestätigen: “Bei meinen 24 Völkern ist das Imkern von Mai bis August ein Vollzeitjob. Man rennt Schwärmen hinterher und erntet den Honig”, erzählt er.

Im Winter ist es etwas ruhiger, die Bienen sind in Winterstarre. Nur ab und zu fliegt eine zum Wasserholen aus. Erik Trötscher freut sich schon auf den Frühlingsbeginn. “Wenn im Februar oder März bei strahlendem Sonnenschein die Bienen das erste Mal ausfliegen, geht einem das Imkerherz auf”, sagt er. Die beiden Hobby-Imker haben Carnica-Bienen, die als besonders friedfertig gelten und einen hohen Honig-Ertrag bringen.

Die Mitglieder des Gaußiger Imkervereins treffen sich mehrmals im Jahr und veranstalten im Sommer einen Bienenstand bei einem der Mitglieder, um ihre Erfahrungen und ihr Wissen auszutauschen. „Wir freuen uns immer über Interessierte und Neuimker im Verein“, sagt Klaus-Dietrich Lehns.  

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