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Jenkwitz: Mehr Komfort für Anwohner

Für 3,5 Millionen Euro ließen der Kreis Bautzen und die Gemeinde Kubschütz die Ortsdurchfahrt erneuern. Entstanden ist mehr als nur eine schöne Straße.

SLB-Geschäftsführer Silvio Buchhorn (v. r.), Polier René Häßler und Bürgermeister Olaf Reichert sind guter Dinge: Die Ortsdurchfahrt in Jenkwitz verleiht dem Dorf ein neues Gesicht. Der Weg dahin war kompliziert.
SLB-Geschäftsführer Silvio Buchhorn (v. r.), Polier René Häßler und Bürgermeister Olaf Reichert sind guter Dinge: Die Ortsdurchfahrt in Jenkwitz verleiht dem Dorf ein neues Gesicht. Der Weg dahin war kompliziert. © SZ/Uwe Soeder

Kubschütz. Die letzten Meter bis zur Fertigstellung der grundhaft ausgebauten Ortsdurchfahrt in Jenkwitz sind für Kreis, Gemeinde und Baufirma gepflastert mit guten Nachrichten. Zuallererst fällt auf: Silvio Buchhorn, Geschäftsführer der SLB Bautzen, und Kubschütz' Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) scheinen sich prächtig zu verstehen. Und das, obwohl sie seit nunmehr zwei Jahren unter Federführung des Landkreises Bautzen an einer kniffligen Sache tüfteln: Eine enge, unübersichtliche, mitunter gefährliche Straße in einer schwierigen Lage musste von Grund auf ertüchtigt werden.

Die zweite gute Nachricht: Statt der avisierten drei, dauerten die Bauarbeiten auf dem reichlich zwei Kilometer langen Straßenabschnitt auf dem Monarchenhügel zwischen der B 6 und der Straße Am Albrechtsbach lediglich zwei Jahre. Und die dritte gute Nachricht: Die entstandenen Kosten inklusive Planungsaufwendungen für das Vorhaben konnten mit momentan 3,5 Millionen Euro sogar unterboten werden. 

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Was das Vorhaben während der Planungsphase tatsächlich kosten sollte - daran kann sich heute kaum einer der Beteiligten mehr erinnern. Auf die Frage, wann die ersten Ideen für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt konkret wurden, antwortet SLB-Geschäftsführer Silvio Buchhorn: „Über den Plan wurde lange geredet, schon in den 2000ern wurde darüber gesprochen. Das Vorhaben wurde aber immer wieder zurückgestellt. Letztlich haben die Hochwasser 2010 und 2013 dazu geführt, dass die Planung noch einmal neu gedacht wurde.“

Regenwasser wird kontrolliert abgeleitet

Wasser ist ein Problem in Jenkwitz. Von den höhergelegenen Feldern wird vor allem bei Starkregenereignissen der Niederschlag von beiden Seiten in die Straße Am Monarchenhügel gedrückt, sammelt sich beim Steigerturm und fließt über den Auenweg in tiefer gelegene Ortslagen. Um die Gefahr von Überflutungen auf der Straße zu minimieren, wurden Rigolen in die Straße eingelassen, die heute nur noch anhand von Abflüssen zu erkennen sind und funktionieren, wie eine Art Pufferspeicher für Regenwasser.

Silvio Buchhorn erklärt: „Zunächst wird dem Wasser die Möglichkeit gegeben, auf normalem Weg im Boden zu versickern. Wenn der Boden den Niederschlag nicht mehr aufnehmen kann, fließt er in die Rigolen. Die sind nach oben offen, wodurch sich der Regen hier sammeln, aber auch weiter versickern kann. So leiten die Rigolen das Wasser kontrolliert ab.“ In Summe, so Buchhorn weiter, könne die Hauptphase des Niederschlags, die vorher einfach in den Ort lief, so zurückgehalten werden, was die Situation der Anwohner wesentlich verbessert.

Allein mit den Regenwasserüberläufen war das Problem aber nicht gelöst. Um dem Druck von den Feldern standzuhalten, mussten zahlreiche Grundstücke mit Stützmauern gesichert, einzelne Häuser sogar abgefangen werden. "Das sieht jetzt alles nicht mehr so wild aus", sagt Silvio Buchhorn, "aber es war schon eine Herausforderung."

Aus Dreckecke wird Dorfplatz

Doch nicht nur bei Starkregen profitiert der Kubschützer Ortsteil von der Maßnahme. „Das ganze Dorf hat vollständig sein Gesicht verändert“, findet Bürgermeister Olaf Reichert, während er die neusanierte Straße entlangführt. Er deutet auf den Platz vor dem Steigerturm, an dem nicht nur zwei barrierefreie Bushaltestellen, sondern auch ein gepflasterter Dorfplatz entstanden ist. „Das war früher eine Dreckecke und gefährlich obendrein. Hier verkehrt immerhin die Schulbuslinie.“

Auch Fußgängerwege und LED-Beleuchtung gibt es jetzt auf dem Monarchenhügel. Die Kreuzung der beiden Straßen Monarchenhügel und Am Albrechtsbach hat deutlich an Größe und Übersichtlichkeit gewonnen. Für all die kleinen Extras, die kreisseitig nicht vorgesehen waren, investierte die Gemeinde eine Summe von etwa 500.000 Euro.

Die etwa 40 Anwohner am Monarchenhügel mussten für dieses Ergebnis zwei Jahre lang mit deutlichen Einschränkungen leben. „Es war schon manches Mal eine Herausforderung, alle Leute an einen Tisch zu bekommen“, sagt Olaf Reichert. Um den Frust möglichst gering zu halten, nahmen die Gemeindeverwaltung und die Baufirma im zweiten Bauabschnitt, bei dem die Ortsdurchfahrt innerorts saniert wurde, besondere Rücksicht. „Wir haben schon immer versucht, die Zufahrt zu den Grundstücken von wenigstens einer Seite aus zu ermöglichen. Außerdem mussten wir auch jederzeit sicherstellen, dass die Gärtnerei Schellhase beliefert werden kann“, sagt Silvio Buchhorn.

All das ist geschafft. Das Ende der Entbehrungen rückt näher. Die Arbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. In den kommenden Tagen müssen noch einige Grundstückseinfahrten angeglichen werden. Auch die Buswartehäuschen fehlen noch. Ende Oktober, so die einstimmige Aussage von Bürgermeister Olaf Reichert und SLB-Geschäftsführer Silvio Buchhorn, soll die Ortsdurchfahrt wieder komplett für den Verkehr freigegeben werden.

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