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Moderne Wache für die Retter

Vom neuen Standort in Königswartha aus steuern die Einsatzkräfte ab sofort im Notfall den Norden des Landkreises an. Fast alles ist fertig - bis auf ein Detail.

Die beiden Notfallsanitäter Laura Hoffmann und Ronny Wandelt
sind zwei von insgesamt 16 Rettungssanitätern und -helfern, die von der neuen Rettungswache in Königswartha aus zu ihren Einsätzen starten.
Die beiden Notfallsanitäter Laura Hoffmann und Ronny Wandelt sind zwei von insgesamt 16 Rettungssanitätern und -helfern, die von der neuen Rettungswache in Königswartha aus zu ihren Einsätzen starten. © SZ/Uwe Soeder

Königswartha. Zur Einweihung der neuen Rettungswache in Königswartha gab es am Dienstag von Architekt Carsten Ehrlich einen großen Gartenstrauch mit leuchtend roten Blättern für die Sanitäter. Den hatten sie sich gewünscht, um die Außenanlagen zu verschönern. Weitere Wünsche dürften kaum offen geblieben sein, denn der Neubau entspricht modernsten Standards.

Das zeigt schon ein Blick in die 110 Quadratmeter große Fahrzeughalle, in der die beiden Einsatzfahrzeuge bequem gereinigt, das medizinische Gerät an Bord mit Strom aufgeladen und die vorgeschriebene Ausstattung in die Fahrzeuge geräumt werden kann. Nachdem die Räume der neuen Rettungswache zu klein geworden waren, war der Neubau innerhalb von zwei Jahren realisiert worden. Das war auch notwendig, denn die neu entstandene Wache an der Gutsstraße ist von großer Bedeutung nicht nur für Königswartha, sondern auch für die umliegende Region.

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An dem Standort befindet sich eine von lediglich zwei Außenstellen der Rettungswache Bautzen. Im Notfall wird immer der nächstgelegene und bestgeeignete Rettungsdienst zum Einsatz geschickt. So wird von Königswartha aus ab sofort die Region zwischen Kamenz, Hoyerswerda und Bautzen mit Erster Hilfe versorgt. Schon deshalb wurde bei der Wahl des neuen Standortes von den Planern - das Landratsamt Bautzen verantwortete den Bau in enger Abstimmung mit dem Deutschen Roten Kreuz Bautzen - besonderer Augenmerk auf Lage und Anbindung der neuen Rettungswache gelegt.

Zentrale Lage und gute Anbindung

Acht Grundstücke im Gemeindegebiet schlug Königswarthas Gemeindeverwaltung dem Landkreis vor, informiert Bürgermeister Swen Nowotny (CDU). Die Wahl sei schnell auf den Standort an der Gutsstraße gefallen. Das Grundstück empfahl sich nicht nur, weil der Bürgermeister den Baufortschritt bequem von seinem Bürofenster aus beobachten konnte. Der neue Standort befindet sich zudem zentral zwischen allen drei Städten, ist günstig an die Bundesstraße B 96 angebunden und dank des leicht erhöhten Standortes hochwassersicher positioniert.

Und noch etwas ist besonders an der Königswarthaer Wache, deren Baukosten in Höhe von 970.000 Euro von den Krankenkassen refinanziert werden. „Erst seit 2016/17 gibt es eine verbindliche Norm für den Bau von Rettungswachen. Sie regelt etwa, wie groß die Fahrzeughalle sein und welche weiteren Räume es geben muss. Vorher hatten wir dafür nur Richtlinien“, erklärt Thomas Scheffel, der im Sachgebiet Rettungstechnik im Landratsamt Bautzen arbeitet.

Entsprechend wenige Rettungswachen, die in Bauweise und Ausstattung bereits an den neuesten Standard angepasst sind, gibt es im Landkreis. Hierzu zählen nach ihrem vollständigen Umbau etwa die Rettungswache in der Bautzener Flinzstraße. Auch die Rettungswache Bautzen West wurde bereits in Anlehnung an die neue Din-Norm geplant und gebaut. Weitere sollen folgen: Noch in diesem Jahr erhält  Ottendorf-Okrilla einen zeitgemäßen Neubau. Im nächsten Jahr, so hofft Scheffel, ist Bernsdorf an der Reihe.

Eine gewisse Ähnlichkeit der Neubauten zu jenem Standort in Königswartha ist dann nicht nur zufällig. Wie Thomas Scheffel erklärt, besteht die neue Rettungswache aus der Kombination dreier Module: Der Fahrzeug- und der Sozialtrakt werden durch einen Verbindungstrakt miteinander verknüpft. „Durch diese modulare Bauweise sind wir in der Lage, die Rettungswachen an alle Standorte flexibel anzupassen“, sagt Thomas Scheffel.

Die neue Rettungswache in Königswartha besteht aus drei Modulen, wodurch dieser Bautyp flexibel an viele Grundstücke angepasst werden kann. Die sorbische Beschriftung der Außenfassade soll in der kommenden Zeit erfolgen.
Die neue Rettungswache in Königswartha besteht aus drei Modulen, wodurch dieser Bautyp flexibel an viele Grundstücke angepasst werden kann. Die sorbische Beschriftung der Außenfassade soll in der kommenden Zeit erfolgen. © SZ/Uwe Soeder

Drinnen bietet die neue Wache Rettungskräften und Auszubildenden eine Vielzahl gut strukturierter Arbeitsplätze für die langen 12-Stunden-Schichten. Auch für maximale Erholung während der Einsatzpausen ist gesorgt. „Im Aufenthaltsraum gibt es eine Teeküche mit Sofa, Sesseln und Fernseher. Außerdem können sich die Mitarbeiter kostenlos mit frischem Trinkwasser versorgen“, erklärt Thomas Scheffel beim Rundgang durch das Gebäude. 

In zwei Ruheräumen gibt es jeweils zwei Schlafgelegenheiten, außerdem kleine Arbeitsplätze mit Internetanschlüssen. Der Clou für die Pausenzeiten aber verbirgt sich neben dem Verwaltungsraum. An der Rückseite des Gebäudes, wo der Mühlgraben vorbeifließt, wurde eine kleine überdachte Terrasse für die Mitarbeiter errichtet - „eine Beruhigungszone“, wie Thomas Scheffel es nennt.

Was noch fehlt, ist die sorbische Beschriftung der Außenfassade. Auch die ist ein Novum im Landkreis, in dem die sorbischen Bezeichnungen für Rettungswachen bislang nur auf Schildern vor und an den Gebäuden vorgesehen waren. „Ende Juli 2020 wurde auf Anraten und in Abstimmung mit dem Vorsitzenden der Domowina, David Statnik, entschieden, die zweisprachige Beschriftung auch an den Fassaden der Rettungswachen im sorbischen Siedlungsgebiet anzubringen“, heißt es zu dieser Neuerung aus dem Bautzener Landratsamt. Zeitgleich mit dem Standort in Königswartha sollen in der nächsten Zeit auch die Fassaden weiterer Rettungswachen entsprechend beschriftet werden.

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