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Rechnungshof: Körse-Therme muss Kosten decken

In ihrem Bericht warnen die sächsischen Finanzprüfer vor weiteren Ausgaben für das Hallenbad in Kirschau - und geben eine Strategie zu seiner Rettung vor.

Der Sächsische Rechnungshof hat am Montag seinen Jahresbericht vorgestellt. Darin geht es auf drei Seiten auch um die Kirschauer Körse-Therme.
Der Sächsische Rechnungshof hat am Montag seinen Jahresbericht vorgestellt. Darin geht es auf drei Seiten auch um die Kirschauer Körse-Therme. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Dresden/Kirschau. Die Angebote des Zweckverbandes Körse-Therme Kirschau seien kritisch zu prüfen, heißt es sperrig auf Seite 220 des Jahresberichtes, den der Sächsische Rechnungshof (SRH) am Montag in Dresden veröffentlicht hat. Als Grund für die ernste Einschätzung der Lage geben die unabhängigen Finanzprüfer die mangelnde Leistungsfähigkeit des Zweckverbandes an, der das Hallenbad in Kirschau betreibt. Zudem, heißt es im Bericht weiter, sei die Konkurrenzsituation in der Umgebung zu hoch, als dass die vier Verbandsmitglieder Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Obergurig und Beiersdorf das Bad kostendeckend betreiben könnten.

Kostendeckender Badbetrieb durch attraktivere Angebote - das ist demnach die Zielvorgabe der Rechnungsprüfer zur Rettung der Körse-Therme. Genau davor warnen sie aber in Anbetracht der derzeitigen Verbandsstruktur, denn: "Die Mitgliedsgemeinden befinden sich ebenso in einer finanziell schwierigen Lage." Das Fazit des Rechnungshofes: Weitere Investitionen werden nicht empfohlen.

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Bedeutet das das Aus für die monatelangen Bemühungen um die Rettung des defizitären Bades? Nein, denn der Rechnungshof zeigt auch einen Lösungsweg: "Die wirtschaftliche Situation und die daraus folgende Abhängigkeit von den Zahlungen der Mitglieder und des Landkreises erfordert eine strategische Positionierung der Mitglieder des Zweckverbandes und des Landkreises."

Arbeitsgruppen erarbeiten Vorschläge

Die gute Nachricht: An genau dieser Lösung arbeiten die Mitgliedsgemeinden und der Landkreis bereits seit Ende September. Nach einem Grundsatzbeschluss des Kreistages laufen derzeit die Verhandlungen zum Beitritt des Landkreises zum Zweckverband. Mehrere Arbeitsgruppen sollen bis zur nächsten Sitzung des Kreistages im Dezember einen Vorschlag erarbeiten, wie und unter welchen Modalitäten der Landkreis die Körse-Therme künftig betreiben und außerdem Mitglied im Zweckverband werden kann.

Das bedeutet Detailarbeit. Beispielsweise sei zu klären, informierte Sven Gabriel (FDP), Bürgermeister der Stadt Schirigswalde-Kirschau und Zweckverbandsvorsitzender, wie mit den Vermögenswerten des Zweckverbandes zu verfahren sei, wenn der Landkreis dem Verband als Mitglied beitritt. Das betreffe vor allem Grundstück, Immobilie und Technik der Körse-Therme, die sich derzeit im Besitz des Zweckverbandes befinden und sich anteilig auf die Verbandsgemeinden verteilen.

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