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Mega-Jubiläum im Bautzener Oberland

Umzug, Zeitkapsel, Festschrift - im kommenden Jahr begehen gleich fünf Orte ihr 800-jähriges Jubiläum. So wollen die Jubilare feiern.

Fünf Orte, eine Urkunde: Die Bürgermeister Thomas Martolock, Hagen Israel, Jens Zeiler und Michael Herfort (v. l.) zeigen eine Kopie der Urkunde, in der ihre Kommunen erstmals erwähnt wurden. Hochkirchs Bürgermeister fehlt auf dem Foto.
Fünf Orte, eine Urkunde: Die Bürgermeister Thomas Martolock, Hagen Israel, Jens Zeiler und Michael Herfort (v. l.) zeigen eine Kopie der Urkunde, in der ihre Kommunen erstmals erwähnt wurden. Hochkirchs Bürgermeister fehlt auf dem Foto. © SZ/Uwe Soeder

Cunewalde/Hochkirch/Neukirch/Sohland/Wilthen. Ein turbulentes Jahr liegt vor Sohland/Spree, Wilthen, Neukirch/Lausitz, Hochkirch und Cunewalde. Sie alle begehen 2022 das 800-jährige Bestehen ihrer Orte. Bereits vor anderthalb Jahren begannen die Vorbereitungen für das Festprogramm. Sächsische.de fasst den Planungsstand zusammen.

Warum sind alle fünf Kommunen gleich alt?

Der Grund für die Häufung der Jubiläen liegt gut verwahrt im Domstiftlichen Archiv in Bautzen. Es handelt sich um eine Urkunde, in der der damalige Bischof Benno Kirchen in der Region benannt und ihren Sitz bestätigt hat. Im kommenden Jahr wird das Schriftstück 800 Jahre alt. In ihm wurden alle fünf Orte zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

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Wie werden die Festveranstaltungen organisiert?

Jede der vier Gemeinden und die Stadt Wilthen haben mehrere Planungsgruppen gebildet. Besetzt sind diese vor allem mit Ehrenamtlern. Darüber hinaus arbeiten die fünf Orte intensiv zusammen. So soll in erster Linie verhindert werden, dass es zu terminlichen Überschneidungen bei den Festaktivitäten kommt. Darüber hinaus wird es im Frühjahr 2022 eine gemeinsame Auftaktveranstaltung in der Cunewalder Dorfkirche geben. Als Festredner hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt.

Was planen die einzelnen Kommunen?

Sohland

Den Festreigen eröffnet Sohland, wo vom 25. bis zum 29. Mai gefeiert wird. Neben einer Auftaktveranstaltung ist es vor allem ein Festumzug, der in der Gemeinde derzeit eifrig geplant wird. Neben zwölf historischen Bildern werden sich dabei auch Schulen und Kindereinrichtungen sowie die Vereine des Ortes präsentieren. Auch die vier anderen Jubilare werden sich beteiligen. Darüber hinaus wird die Gemeinde zum Jahresende 2021 eine 300-seitige Festschrift mit Geschichten über Besitzgüter, Gutsherren sowie die industrielle und landwirtschaftliche Entwicklung herausgeben.

Wilthen

Vom 11. bis zum 19. Juni wird in Wilthen gefeiert. Dort soll etwa ein historischer Markt auf den St.-Barbara-Platz locken. Außerdem kündigt Bürgermeister Michael Herfort (CDU) eine Ratssitzung in historischem Gewand an. Bereits jetzt existiert ein Granitblock, der eine Zeitkapsel schützen soll, die am Rathaus versenkt wird. Auch kulinarisch haben sich die Wilthener etwas einfallen lassen: Die Wirte der Stadt haben zugesagt, spezielle 800-Jahr-Karten zu kreieren. Außerdem feiert die Wilthener Weinbrennerei das 180. Jubiläum und bringt eine Jubiläums-Spirituose heraus. Highlight von Wilthens Festwoche wird das große Stadtfest, bei dem auch die Tradition des Bettenrennens wiederbelebt wird.

Im Wilthener Bauhof wartet bereits die große Granitplatte mit dem eingemeißelten und colorierten Stadtwappen auf ihren Einsatz. Sie soll ab kommendem Jahr eine Zeitkapsel schützen, die neben dem Rathaus versenkt werden soll.
Im Wilthener Bauhof wartet bereits die große Granitplatte mit dem eingemeißelten und colorierten Stadtwappen auf ihren Einsatz. Sie soll ab kommendem Jahr eine Zeitkapsel schützen, die neben dem Rathaus versenkt werden soll. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch

In Neukirch wird an zwei ereignisreichen Wochenenden geplant: Neben viel Musik in Festzelt und -scheune erwartet Besucher vom 1. bis zum 3. Juli ein Familientag, bei dem in den Töpfereien der Gemeinde zugeschaut und selbst getöpfert werden darf. Am Festwochenende vom 8. bis zum 10. Juli wird es auch in Neukirch einen historischen Markt geben. Darüber hinaus plant die Gemeinde einen "Umzug einmal anders", bei dem nicht die Bilder sich bewegen, sondern die Besucher an den Umzugsteilnehmern vorbeilaufen.

Hochkirch

Vor allem mit Musik und Tanz feiert Hochkirch sein Festwochenende vom 1. bis zum 3. Juli - und hat dafür unter anderem das Sorbische Nationalensemble und den Spielmannszug aus Oberlichtenau eingeladen. Darüber hinaus lockt am Sonnabend ein mittelalterliches Markttreiben auf den Busplatz, wo sich auch die Handwerkerschaft präsentieren wird. Auf Schulhof und Kirchplatz wird es ein Angebot für Familien und Kinder geben, bei dem auch sorbische Trachten vorgestellt werden.

Cunewalde

Den Abschluss der Feierlichkeiten begeht Cunewalde vom 8. bis 11. September. Auch hier wird ein historischer Markt geplant, weitere Feierlichkeiten werden außerdem in der Blauen Kugel stattfinden. Die Gemeinde feiert nicht allein: Neben der Freiwilligen Feuerwehr, die ihr 150-jähriges Bestehen feiert, wird auch der Handballverein 100 Jahre alt. Beide Vereine werden sich ebenfalls mit eigenen Veranstaltungen an den Feierlichkeiten beteiligen.

Was passiert im Falle eines neuerlichen Lockdowns?

Auf den Erfahrungen von zwei Corona-Sommern basierend, rechnen die Bürgermeister damit, dass die Feierlichkeiten wie geplant in den Sommermonaten 2022 stattfinden können. Sollte es wider Erwarten doch passieren, dass die Veranstaltungen abgesagt werden müssen, gibt es bereits einen pragmatischen Plan B: "Dann schieben wir das Jubiläum ein Jahr weiter", kündigt Michael Herfort an.

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