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Bautzen: „Kein Grund zur Panik“ wegen Delta-Variante

Im Landkreis wurde eine erste Infektion mit der Delta-Variante des Corona-Virus nachgewiesen. Die Amtsärztin sagt, was das bedeutet und welche Folgen es hat.

Im Landkreis Bautzen ist nach einem positiven Corona-Test erstmals eine Infektion mit der Delta-Variante bestätigt worden.
Im Landkreis Bautzen ist nach einem positiven Corona-Test erstmals eine Infektion mit der Delta-Variante bestätigt worden. © Symbolfoto: Steffen Unger

Bautzen. Es ist passiert: Im Landkreis Bautzen ist die Delta-Variante des Corona-Virus nachgewiesen worden. Laut einer Information des Landratsamtes wurde sie im Rahmen einer Schülertestung an einer Bautzener Oberschule festgestellt. „Da sich der Schüler nur zeitlich begrenzt in der Schule aufgehalten hatte, konnte der Kreis enger Kontaktpersonen klein gehalten werden“, erklärt das Landratsamt.

Das Gesundheitsamt biete jedoch allen Schülerinnen und Schülern der Einrichtung an diesem Freitag und am kommenden Mittwoch Tests im Gesundheitsamt an. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt weiter niedrig und liegt an diesem Freitag laut Robert Koch-Institut bei 2,0. Am Donnerstag hatte das Landratsamt drei neue Corona-Infektionen gemeldet. Von rund 300.000 Bewohnern im Kreis Bautzen sind 23 aktuell infiziert.

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Im Gespräch mit Sächsische.de erklärt die Amtsärztin des Landkreises Bautzen, Dr. Jana Gärtner, was der Nachweis der Delta-Variante für den Kreis bedeutet und wie sie die aktuelle Corona-Lage einschätzt.

Dr. Jana Gärtner ist die Amtsärztin des Landkreises Bautzen.
Dr. Jana Gärtner ist die Amtsärztin des Landkreises Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Frau Gärtner, wie viele Infektionen mit der Delta-Variante haben Sie im Landkreis Bautzen bislang festgestellt?

Bislang waren wir verschont geblieben. Jetzt haben wir die erste bestätigte Infektion mit der Delta-Variante des Corona-Virus.

Wird es spezielle Maßnahmen aufgrund der ersten Delta-Infektion geben?

Im aktuellen Fall sind wir expositionsbezogen vorgegangen, da das Kontaktfeld aufgrund des kurzen Aufenthaltes in der Schule als klein anzusehen war. Das heißt, wir haben die unmittelbaren Kontaktpersonen in Quarantäne versetzt. Darüber hinaus bieten wir allen Schülerinnen und Schülern der Schule Tests im Gesundheitsamt an. Davon abgesehen gilt aufgrund der bundesweit geltenden Absonderungsregeln, dass bei der Delta-Variante aktuell auch geimpfte und genesene enge Kontaktpersonen abgesondert werden.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung mit der Delta-Variante ein?

Dazu können wir keine verlässliche Prognose abgeben. Vermutlich werden Virusvarianten auch künftig das Infektionsgeschehen dominieren. Aufgrund der geringen Inzidenzlage besteht aber kein Grund zur Panik.

Welche Gründe gibt es möglicherweise dafür, dass es im Landkreis Bautzen vergleichsweise spät zur ersten Infektion mit einer Delta-Variante gekommen ist?

Die Ferien haben noch nicht begonnen, und damit findet der Urlaubsreiseverkehr noch nicht in größeren Umfang statt. Außerdem haben wir ein sehr geringes Infektionsgeschehen.

Wie ordnen Sie den bisherigen Impffortschritt ein und worauf sollte in Zukunft geachtet werden?

Auf jeden Fall sind alle Geimpften gut gegen Corona geschützt. Die Bremswirkung der Impfungen auf das Infektionsgeschehen haben wir ja bereits in der dritten Welle bemerkt, neben dem Testen. Das haben wir vor allem in den Pflegeheimen gesehen. Mit rund 110.000 Erstgeimpften, 85.000 Zweitgeimpften und 15.000 Genesenen im zurückliegenden Halbjahr kann man sich einen deutlichen Bremseffekt erhoffen.

Allerdings sollten die Ausbreitung von Virusvarianten und die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung nicht aus dem Blick geraten. Hier kann man noch nicht sagen, ob diese neben einer leichteren Übertragbarkeit auch eine höhere Gefährlichkeit mit sich bringen.

Seit Ende vergangener Woche ist das Impfen ohne Termin in den Impfzentren möglich. Wie wichtig ist es, dass die Menschen das nutzen, etwa im Hinblick auf den Schutz vor Infektionen mit der Deltavariante oder nach dem Sommer?

Seit Jahresbeginn haben sehr viele Menschen sich mit viel Aufwand um die raren Impftermine bemüht, oft erfolglos. Vor diesem Hintergrund ist das Impfen ohne Termin eine gute Möglichkeit für alle Impfwilligen. Impfen bietet aktuell – neben einer durchgemachten Infektion – den besten Schutz vor der Erkrankung. Je mehr Menschen also geimpft sind, umso mehr Menschen sind geschützt. Vor diesem Hintergrund begrüße ich den niederschwelligen Zugang zur Impfung.

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Stellen Sie im Landkreis Bautzen eine Impfmüdigkeit fest?

Ich freue mich, dass es inzwischen für jeden Impfwilligen eine Chance auf einen Termin gibt. Wir haben keine Daten, inwiefern die Impfbereitschaft zurückgeht. Allerdings sehen wir eine hohe Impfleistung der niedergelassenen Ärzte.

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