merken
PLUS Bautzen

Hier will Kubschütz investieren

Die Ausgaben für den Umbau der Baschützer Grundschule dominieren die Gemeindekasse. Andere Vorhaben müssen deshalb warten - aber längst nicht alle.

Der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert steht zum Großvorhaben Schulumbau. Das Gebäude in Baschütz - Reichert zeigt auf dem Foto den früheren Zustand - ist kaum wiederzuerkennen. Die Gemeinde verzichtet dafür auf andere Investitionen.
Der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert steht zum Großvorhaben Schulumbau. Das Gebäude in Baschütz - Reichert zeigt auf dem Foto den früheren Zustand - ist kaum wiederzuerkennen. Die Gemeinde verzichtet dafür auf andere Investitionen. © SZ/Uwe Soeder

Kubschütz. Die Grundschule in Baschütz ist kaum mehr wiederzuerkennen: Seit im August vergangenen Jahres die Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung des historischen Gebäudes an der Hauptstraße begonnen haben, hat sich viel getan. Das alte Schulgebäude ist bis unters Dach entkernt, die Nebengebäude, in denen sich unter anderem der Speisesaal befand, sind verschwunden. Dafür hebt derzeit ein Kran die großen Stahlbetonplatten an die Stelle, an der ein kubusförmiger Erweiterungsbau entsteht.

Der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) betrachtet das Treiben vom Rand der Baustelle. Sein Blick ruht auf dem größten Investitionsvorhaben, dass die Gemeinde seit der Wende angestoßen hat. Reichert wirkt zufrieden. Und das, obwohl bereits jetzt klar ist, dass die Ausgaben für die Gemeinde größer werden als ursprünglich geplant.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Erste Schätzungen waren von Baukosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro ausgegangen. 90 Prozent der Leistungen sind inzwischen ausgeschrieben. Mindestens zwölf Prozent mehr, das kann Reichert inzwischen kalkulieren, wird die Maßnahme kosten. Bis 2022 soll sie dauern.

Das historische Schulgebäude in Baschütz ist inzwischen vollständig entkernt.
Das historische Schulgebäude in Baschütz ist inzwischen vollständig entkernt. © SZ/Uwe Soeder
Mit einem großen Kran werden derzeit die Stahlbetonteile aufgestellt, aus denen der neue Anbau entsteht.
Mit einem großen Kran werden derzeit die Stahlbetonteile aufgestellt, aus denen der neue Anbau entsteht. © SZ/Uwe Soeder
Ab kommendem Jahr sollen die Grundschüler in einer Verbindung von neuer und alter Architektur lernen.
Ab kommendem Jahr sollen die Grundschüler in einer Verbindung von neuer und alter Architektur lernen. © Bauplanung Oberlausitz

Schrecken kann ihn das nicht. "Dass solche Vorhaben immer teurer werden als geplant, war vorher klar. Dieses Geld für unsere Kinder auszugeben, ist eine Investition in die Zukunft", findet er und ist froh, die beiden Fördermittelbescheide in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro von Land und Kreis noch vor der Corona-Pandemie in Empfang genommen zu haben. Schließlich wisse zum jetzigen Zeitpunkt niemand, wie sich die Förderpolitik in den kommenden Jahren entwickeln wird, fährt er fort.

Ausgaben für Feuerwehr und Hochwasserschutz

Doch trotz dieser positiven Grundstimmung - auch das ist klar - treten andere Maßnahmen hinter das größte Vorhaben Schulumbau in ihrer Priorität zurück. "Meine Kämmerin achtet sehr akribisch darauf, dass wir uns nicht übernehmen", sagt Reichert. Entsprechend bescheiden ist auch die Liste mit geplanten Investitionen, die Kubschütz laut jüngstem Gemeindehaushalt plant.

Vorgesehen ist dort neben knapp 100.000 Euro Eigenanteil für die Ausstattung der Grundschule die Anschaffung zweier neuer Feuerwehrautos. Für eines legen Malschwitz und Kubschütz zusammen; ein weiteres will Kubschütz im Rahmen einer Sammelbestellung mit anderen Gemeinden ordern.

Weitere 180.000 Euro sollen in den nachhaltigen Hochwasserschutz fließen. Davon profitiert vor allem der Ortsteil Kreckwitz. Dieses Thema schleppe die Gemeinde schon seit Jahren mit sich herum, sagt Olaf Reichert mit einem Seufzen und fährt fort: "Die Kreckwitzer können das schon nicht mehr hören, und auch ich bin es leid, ständig davon zu erzählen. Aber das Verfahren ist kompliziert und dauert halt. Fakt ist: Wir bleiben dran!" Was auf der Liste noch bleibt, ist ein Wunsch aus dem vergangenen Jahr: Der Bauhof braucht einen neuen Traktor.

Gemeindestraßen müssen warten

"Viel mehr ist nicht geplant", schließt Reichert seine kurze Aufzählung. Und selbst die Umsetzung dieser Vorhaben sei für die kleine Gemeinde bereits eine Herausforderung. "Die Bettdecke ist zu kurz", sagt der Bürgermeister und blickt dabei etwa auf die Straßen in den Ortsteilen. Die bleiben vorerst, wie sie sind. "Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Fahrt durch den Ort eine Holperpartie ist, aber der Neubau der Schule ist und bleibt nachhaltiger", begründet Reichert die Prioritätensetzung der Gemeindeverwaltung.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen