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Bautzen: In diesem Laden kann man nicht nur einkaufen

Unter dem Dach des Ökumenischen Domladens gibt es viele Projekte vom Literaturcafé bis zum Filmabend. Doch der Platz reicht noch für weitere Ideen.

Beate Eulenstein gehört zum siebenköpfigen Team des Ökumenischen Domladens in Bautzen. Gedrucktes zu verkaufen, ist nur eine der vielfältigen Aufgaben.
Beate Eulenstein gehört zum siebenköpfigen Team des Ökumenischen Domladens in Bautzen. Gedrucktes zu verkaufen, ist nur eine der vielfältigen Aufgaben. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen Die Tür steht weit offen. Von Zeit zu Zeit poltert ein Auto über den sonnigen Asphalt. Mitten im Ökumenischen Domladen steht ein großer Tisch und lädt zum Verweilen ein. Ein junger Mann kommt herein. „Setze Dich, wir kochen Dir einen Tee“, sagt Beate Eulenstein. Mit Dagmar Pawolski gehört sie zum siebenköpfigen Team, das unter dem Motto „Wir sind für Sie da“ den Treff an den Fleischbänken mit Herz und Nähe Leben einhaucht. Außerdem organisieren sie Kulturangebote.

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Dialog und Austausch – mit diesen beiden Ankern hat sich der Verein „Ökumenischer Domladen“ vor zwei Jahren neu aufgestellt. Im Vordergrund steht dabei im Schatten des Doms St. Petri das Gespräch mit Christen und Nicht-Christen wie mit Bautzenern und ihren Gästen. „Wenn die Tür offensteht, kommen immer Gäste vorbei. In diesem Jahr haben wir bereits mit vielen Touristen gesprochen. Wir sagen: Macht einfach einen Stopp im Alltag“, sagt Dagmar Pawolski. Zwei bis vier Stunden sind die Ehrenamtlichen pro Woche im Laden anzutreffen.

Schulleiterin und Romanautorin berichten

Immer donnerstags kommt das gesamte Team zusammen. „Dann geht es darum, was wir brauchen und was wir noch anbieten können“, sagt die studierte Landwirtin. Zu den festen Größen im Angebot gehören die Formate „Literaturcafé“, „Gast im Domladen“ und die Filmbesinnungsabende. Der nächste Treff mit Film und einer Buchvorstellung steht am 28. September unter dem Motto „40 Jahre Solidarność: Anna Walentynowicz – eine besondere Geschichte“. Weil der Platz im Domladen begrenzt ist, weicht die Veranstaltung auf das Restaurant Wjelbik aus.

Vereinsvorsitzender Peter-Paul Straube bekommt nach seiner Ankunft im Domladen auch einen Kaffee. Währenddessen sucht er nach einem Bild von Anna Walentynowicz (1929 – 2010). Die polnische Kranführerin gehört zu den Gründern der Gewerkschaft Solidarność in Polen. Bei einem Treffen konnte der Bautzener die unscheinbare Frau von der Leninwerft in Gdansk noch kennenlernen.

Um das Zuhören und Nachfragen geht es beim „Gast im Domladen“. Am 4. November wird die langjährige Leiterin der Montessori-Grundschule in Bautzen, Änne Dürigen, über ihre Arbeit berichten. Etwas eher ist schon die Romanautorin Christiane Schlenzig aus Doberschau mit Auszügen aus ihrem Roman „Unebene Wege“ am 9. Oktober im Literaturcafé zu Gast.

Treff für Selbsthilfegruppen und Familienkreise

Doch unter dem Dach des Domladens finden sich noch mehr Angebote. Es gibt Hausaufgabenhilfe, die Selbsthilfegruppe Tinnitus trifft sich wie das Netzwerk gegen Alterseinsamkeit. Die Stadtbegrüner haben im Domladen eine Heimat gefunden. Die Taize-Gruppe konzentriert sich auf Gesang, Gebet und Stille. Und beim „KaffeeTischThema“ sind alle geladen, über Gott und die Welt und das Leben zu plaudern. Familienkreise treffen sich im Domladen. Natürlich finden sich auch Informationen rund um das kirchliche Leben an der Spree.

Trotzdem ist Platz für weitere Ideen. „Wir sind offen für Menschen, die sich treffen wollen. Sie sollen wissen, dass es hier einen Ort gibt, wo sie einfach hingehen können“, sagt Beate Eulenstein und bringt ihrem Gast einen Tee. Jetzt ist Zeit, um über Gott, die Welt und ein bisschen auch über Bautzen zu plaudern.

Filmbesinnungsabend mit Buchvorstellung und Gespräch am Montag, dem 28. September, 19 Uhr im Restaurant Wjelbik, wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Anmeldung unter Telefon 0160 98521885 gebeten.

„Wir sind für Sie da“: immer dienstags 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

www.domladen-bautzen.de

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