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Theater Bautzen: 25 Premieren zum Jubiläum

Seit 225 Jahren gibt es das Bautzener Theater. Die Jubiläumsspielzeit widmet sich den Debatten der Zeit: vom Impfen bis zur Verführungskraft rechter Parolen.

In der neuen Spielzeit des Bautzener Theaters tritt Julian Laybourne mit dem Stück „Deine Helden – meine Träume“ in Klassenzimmern auf.
In der neuen Spielzeit des Bautzener Theaters tritt Julian Laybourne mit dem Stück „Deine Helden – meine Träume“ in Klassenzimmern auf. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das Bautzener Theater ist zurück: Nach der Corona-Spielzeit mit vielen Vorstellungsabsagen sind für die neue Saison 25 Premieren geplant. „Auf unser Publikum wartet ein reichhaltiger Spielplan, darunter viele Neuproduktionen aus dem vergangenen Jahr, die noch nicht offiziell das Licht der Welt erblickt haben“, sagt Intendant Lutz Hillmann. Geplant sind unter anderem 14 Schauspiel- und sieben Puppentheater-Premieren in deutscher, ober- und niedersorbischer Sprache.

Den Auftakt für Premierengäste macht am 17. September die musikalische Puppentheaterkomödie „Wölfchenverschwörung – Das GRIMMinalgericht“ für Erwachsene. Einen Überblick über die neuen Inszenierungen gibt es am 3. Oktober beim Tag der offenen Tür im Burgtheater.

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Beim Thema Impfen wird es emotional

Neben Produktionen mit Augenzwinkern dürfen sich die Bautzener Zuschauer auf Klassiker, Märchen, Stoffneuentwicklungen und vor allem Stücke mit aktuellen Bezügen freuen. „Uns begleiten Spaltung, Diskussionen, die fast religiös geführt werden, zum Beispiel über das Impfen. Als Theater widmen wir uns diesen Themen. Wir wollen statt rationaler Antworten emotionale Einordnungen geben und so für Empathie und Verständnis sorgen“, sagt Lutz Hillmann.

So erzählt zum Beispiel das Klassenzimmerstück „Deine Helden – meine Träume“ anhand von 150 Interviews mit Jugendlichen von der Verführungsgewalt rechten Denkens. Premiere ist am 22. September im Berufsschulzentrum Bautzen, danach ist das Stück buchbar für Schulen.

Der Monolog „Der Reichsbürger“ widmet sich ab 26. November dem Thema, wie viel Reichsbürger in jedem stecke, sagt Oberspielleiter Stefan Wolfram. Die sorbische Uraufführung „Schierzens Hanka“ erzählt von einer katholischen Sorbin jüdischer Herkunft im Nationalsozialismus. Als Vorlage dient eine Novelle des sorbischen Schriftstellers Jurij Koch, die er nach einer wahren Begebenheit um Widerstand und Verrat aufgeschrieben hat. „Das Stück wird noch entwickelt“, sagt Dramaturgin Eveline Günther.

Für das Publikum des Puppentheaters verspricht dessen Dramaturgin Karoline Wernicke eine Bandbreite der Spieltechniken vom Schattentheater über Tischfiguren und Marionetten bis hin zu Klappmaulpuppen. Die Kleinsten dürfen sich unter anderem auf das traurig-schöne Märchen „Die kleine Meerjungfrau“, ein neues „Peterson und Findus“- Abenteuer und das niedersorbisch-deutsche Marionettentheater „Der kleine Wassermann“ freuen.

Nachgeholt wird das deutsch-polnische Open-Air-Puppentheaterfestival „Lalki“ im Mai 2022. „Wir suchen derzeit Künstler und spannenden Formate für Auftritte im öffentlichen Raum“, sagt die Puppentheater-Dramaturgin. Ursprünglich sollte das Treffen in der vergangenen Spielzeit anlässlich 60 Jahre Bautzener Puppenbühne sein.

Bühnenball bietet Revue durch 225 Jahre Theater

Auch in der neuen Spielzeit hat das Bautzener Theater Grund zum Feiern. Am 26. Oktober 1796 wurde an der Spree das neugebaute Theaterhaus mit dem Ifflandschen Schauspiel „Dienstpflicht“ eröffnet. „Das Bautzener Stadttheater ist nach Freiberg das zweitälteste Stadttheater Sachsens. Das Eröffnungsstück war sehr vom damaligen Zeitgeist geprägt“, sagt Lutz Hillmann.

Beim Bautzener Bühnenball gibt es eine Revue durch 225 Jahre Theater. Mit dabei ist auch Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv muss im Training bleiben. Nach seiner Premiere beim diesjährigen Theatersommer wird er auch beim Freiluftspektakel im Sommer 2022 auf der Ortenburg ermitteln. Ab 23. Juni heißt es dann „Sherlock Holmes – und das Biest von Bautzen“.

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