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Bautzens OB: Brauchen neue Finanzierung fürs Theater

Ein Gutachten skizziert Ideen für den Umbau der Theaterlandschaft in der Oberlausitz. Das hätte auch Auswirkungen auf Bautzen. Was OB Ahrens dazu sagt.

Der Stadt Bautzen fällt es derzeit schwer, ihren Anteil an der Finanzierung des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters aufzubringen. Man müsse nach neuen Wegen suchen, sagt OB Alexander Ahrens (SPD).
Der Stadt Bautzen fällt es derzeit schwer, ihren Anteil an der Finanzierung des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters aufzubringen. Man müsse nach neuen Wegen suchen, sagt OB Alexander Ahrens (SPD). © Archivfoto: Steffen Unger

Bautzen. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hat sich jetzt dafür ausgesprochen, nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für das Bautzener Theater zu suchen. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das künftig finanzieren wollen“, sagte er in der Sitzung des sorbischen Arbeitskreises am Mittwochabend. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater sei nicht nur als Kulturort wichtig, sondern habe durch seine Zweisprachigkeit auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung.

Aufgrund der aktuellen Haushaltslage habe die Stadt Bautzen Probleme, den erforderlichen Beitrag als Sitzgemeinde im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien zu leisten. Dabei handelt es sich um den Anteil, den eine Stadt oder Gemeinde beisteuern muss, wenn Fördergelder vom Kulturraum fließen, in Bautzen etwa für das Theater. Derzeit liege er bei 15 Prozent. Laut dem Bautzener OB sei man offen für neue Ideen. So wie bisher gehe es ohnehin nicht weiter. Man wolle aber keinesfalls beim deutsch-sorbischen Miteinander sparen.

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Wo laut Gutachten gespart werden soll

Hintergrund der Ausführungen von Alexander Ahrens war eine Frage zum Theatergutachten der Münchner Beratungsfirma actori. Demnach sollen ganze Sparten wegfallen, um Geld zu sparen. Die Orchester des Sorbischen National-Ensembles und der Neuen Lausitzer Philharmonie könnten zu einer GmbH zusammengeführt werden. Die Schauspielsparten in Bautzen und Zittau würden nach dem Gutachten zusammengelegt - mit zwei Ensembles an beiden Standorten und einer gemeinsamen Intendanz mit Sitz in Bautzen. Hier glaubt actori, dass es bis zum Jahr 2031 zu Einsparungen in Höhe von 788.000 Euro kommen könnte.

Zudem sollen das Musiktheater-Ensemble und das Ballett in Görlitz aufgelöst werden, stattdessen soll das Theater fertige Produktionen einkaufen. Federführend soll auch hier das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen sein. Das Görlitzer Theater würde so aufhören zu existieren und nur noch als Spielstätte des Bautzener Hauses dienen. Hier wären laut actori Einsparungen von 5,9 Millionen Euro im Jahr möglich. Sowohl das Bautzener Theater als auch das Sorbische National-Ensemble erhalten in dem Gutachten sehr gute Bewertungen.

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