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Bautzen: Alte Posthalterei wechselt den Besitzer

Auf dem Lauenareal soll ein Sorbisches Wissensforum entstehen. Dafür geht die Stiftung für das sorbische Volk nun den nächsten Schritt.

Die Alte Posthalterei an der Goschwitzstraße in Bautzen ist in schlechtem Zustand. Jetzt kauft die Stiftung für das sorbische Volk die Immobilie.
Die Alte Posthalterei an der Goschwitzstraße in Bautzen ist in schlechtem Zustand. Jetzt kauft die Stiftung für das sorbische Volk die Immobilie. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Bewegung am Lauenareal in Bautzen: Die Stiftung für das sorbische Volk will noch in diesem Jahr den Kauf von zwei Grundstücken auf den Weg bringen. Der Erwerb ist Voraussetzung für den Bau eines Sorbischen Wissensforums. Dieses soll auf einem Teil der Brachfläche zwischen Lauengraben und Goschwitzstraße entstehen.

Konkret kauft die Stiftung die denkmalgeschützte Alte Posthalterei und eine kleine Fläche direkt daneben. „Im April 2019 hat der Bautzener Stadtrat dem Verkauf zugestimmt. Diesen Schritt bringen wir jetzt zu Ende“, sagt Stiftungsdirektor Jan Budar. Für die gegenüberliegenden Grundstücke am Lauengraben habe man ein Vorkaufsrecht. Sie gehören der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft BWB. Die zentrale Fläche der Brache – ein Grundstück der Projektgesellschaft Säurich-Sassenscheid – und die Häuserzeile entlang der Äußeren Lauenstraße sind nicht Bestandteil des Projekts.

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Auch in der letzten Woche sind Babys auf die Welt gekommen, die in Bautzen und Umgebung zu Hause sind.

Sorbisches Museum zieht ins Stadtzentrum

In das Sorbische Wissensforum soll zum einen das Sorbische Institut einziehen, mit Kulturarchiv und Zentralbibliothek. Zum anderen wird dort das Sorbische Museum ein neues Zuhause finden. Finanziert werden soll der Bau als Landesprojekt aus den Fördermitteln für den Kohleausstieg. Bis März soll dafür ein umfassendes Konzept erarbeitet werden.

Von der Verlagerung der traditionsreichen sorbischen Kulturangebote an einen zentralen und gut zugänglichen Standort versprechen sich die Initiatoren eine Aufwertung des Sorbischen im Herzen von Bautzen. Für das Sorbische Institut wurde schon länger nach einem Ausweichobjekt gesucht, weil der Platz in der Bahnhofsstraße nicht mehr ausreicht. Neuer Baustein in den Planungen ist hingegen das Sorbische Museum, das sich bisher im Salzhaus auf der Ortenburg befindet. „Das Haus stößt ebenfalls an Kapazitätsgrenzen, die Barrierefreiheit ist nicht gegeben, die Lichtverhältnisse sind in der Galerie schwierig“, sagt Jan Budar.

Ausstellung kehrt an früheren Standort zurück

Aus diesen Gründen hätte der Landkreis Bautzen als Träger der Einrichtung in das Salzhaus investieren müssen, wobei die Immobilie dem Freistaat Sachsen gehört. In dem Gebäude hat das Sorbische Museums seit 1976 seine Heimat. Von seiner Gründung im Jahr 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg befand sich die Ausstellung im Wendischen Haus am Lauengraben, also in unmittelbarer Nähe zum geplanten Standort des Sorbischen Wissensforums. Somit würde die große Sammlung von Objekten sorbischer Kunst und Kultur fast an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren.

Die ersten Überlegungen für das Wissensforum gehen von einem Platzbedarf von 6.000 bis 7.000 Quadratmetern aus. Doch bis die Vorstellungen konkret werden können, braucht es Geduld. Jan Budar rechnet für Herbst 2021 mit einer Förderzusage. Erst dann könne die Feinplanung beginnen. Nach seiner Ansicht könnte man zu einem Architektenwettbewerb aufrufen. Er wolle aber den Gremiumsentscheidungen der Stiftung für das sorbische Volk nicht vorgreifen. Mitte 2023 könnten dann die Bagger für den Bau des Wissensforums rollen.

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