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Frontmann verlässt Jolly Jumper

Nach 20 Jahren mit der Bautzener Partyband widmet sich Björn Martins nun seiner Solokarriere. So sehen seine Pläne aus.

Der Januar 2021 steht für Björn Martins für einen neuen Aufbruch. Der langjährige Sänger und Gitarrist der Bautzener Partyband Jolly Jumper wandelt auf Solopfaden und widmet sich jetzt intensiv einer neuen Karriere.
Der Januar 2021 steht für Björn Martins für einen neuen Aufbruch. Der langjährige Sänger und Gitarrist der Bautzener Partyband Jolly Jumper wandelt auf Solopfaden und widmet sich jetzt intensiv einer neuen Karriere. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Für Björn Martins steht der Januar für Aufbruch. Noch Ende des vergangenen Jahres hat der Frontmann von Jolly Jumper der Fangemeinde seinen Abschied von der Bautzener Partyband verkündet. Fortan will der 37-Jährige ausschließlich auf Solopfaden wandeln. Den letzten Schubs für die Entscheidung gab das vergangene Corona-Jahr.

„Ich habe dieses Projekt lange vor mir hergeschoben. Durch den Wegfall aller Auftritte für die Band konnte ich jetzt eine Entscheidung treffen. Ich habe einfach Lust, nun meine eigene Musik zu machen und will alles auf eine Karte setzen“, sagt er ohne Wehmut.

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Immer mal wieder auf Solopfaden ist Björn Martins bereits seit gut fünf Jahren gewandert. Damals treibt ihn die Idee, endlich wieder eigene Musik mit dem eigenen Namen zu machen. So startete vor 20 Jahren auch Jolly Jumper, drei Alben mit eigenen Songs stehen immerhin in der Diskografie der Band. Ihr Publikum aber feierte die vier Freunde als Stimmungsmacher mit gecoverten Titeln. Bei ihren Auftritten beim Bautzener Stadtfest ließen sie den Hauptmarkt tanzen. Je weiter weg ihre Konzerte waren, umso mehr mussten sich die Musiker ihr Publikum erspielen.

Musikkarriere begann mit Mike-Krüger-Kassette

„Es war eine tolle Zeit“, sagt der Künstler, dessen Musikkarriere übrigens mit einer Mike-Krüger-Kassette begann. Eben jener gitarrenspielende Blödelbarde fasziniert den gut zehnjährigen Björn mit „Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche zieh’n“. Seine Mutter schenkt ihm als Erstklässler eine Gitarre, sein großer Bruder brilliert da schon auf Trompete und Akkordeon. „Nachdem ich mich drei Jahre durchgekämpft habe, konnte ich auf einmal mit drei Akkorden alle Lieder der Kassette“, sagt Björn Martins schmunzelnd. In dieser Zeit träumt er sich von seinem Bett im Kinderzimmer in der Mühle in Katschwitz wohl zum ersten Mal auf die große Showbühne. Mit den Jollys erfüllt sich dieser Wunsch.

Wunderbare Vergangenheit. Die Zukunft dagegen deutet sich erst an. „Vor eineinhalb Jahren ist ein Management aus Hamburg auf mich aufmerksam geworden. Sie haben mich unter ihre Fittiche genommen und im Herbst einen Auftritt vor einer Plattenfirma besorgt. Es ist ein langer Kampf, Kontakte in die Branche zu bekommen“, sagt der ausgebildete Optiker. Parallel wurden schon Produzententeams gesucht, die wissen, wie es ein Hit ins Radio und in die Playlisten der Streamingdienste schafft. Es ist eine völlig neue Welt für den Oberlausitzer, wenn er unter anderem im Studio des Unheilig-Produzenten an Textzeilen und Melodien arbeitet.

Letzter Soloauftritt liegt drei Monate zurück

Björn Martins holt sein Handy aus der Tasche. Auf dem Demo von „Vegas“ erklingen seine Stimme und der kräftig-satte E-Gitarren-Sound. „Mein erstes Solo-Album ging ja in Richtung Schlager. Jetzt planen wir eher Rock und Pop. Eigentlich soll im April die neue Single erscheinen“, sagt der Künstler. Mit dem Titel „Der Moment bleibt“ seines 2018er-Albums ist Musiker seit 20 Wochen in den Top 20 bei hr4, dem „Gute-Laune-Radio“ des Hessischen Rundfunks. Vielleicht ist ja auch „Vegas“ bald im Radio zu hören. Eine Textzeile passt auf jeden Fall schon mal zur Zeit: „Unsere Welt steht unter Strom.“

Die letzten Töne seines frischkomponierten und getexteten Neulings verklingen. Der Musiker lässt es noch ein bisschen die Musik nachwirken. „Vegas muss unbedingt auf die Bühne“, sagt er. Sein letzter Soloauftritt liegt drei Monate zurück, kurz vor dem Lockdown im Herbst hat er den Titel bereits vor der Bautzener Fangemeinde getestet. Drei, vier Songs stehen schon für das neue Album, ein paar sogenannte Songwriting-Camps warten aber noch auf den Künstler. Denn für eine Platte müssen erstmal um die 60 Titel entstehen, bevor eine Auswahl davon auf CD oder Platte gepresst wird.

Schreibt seine Songs am liebsten in Dur

Björn Martin versprüht Optimismus. Nicht umsonst schreibt der selbstbewusste Live-Künstler seine Songs am liebsten in Dur. „Mein Management sagt: Erfolg sei kein Sprint, sondern ein Marathon. Den langen Atem habe ich auf jeden Fall. Hauptsache ich verdiene mir meine Brötchen“, sagt der Vater eines Sohns. Die lange Puste muss er wohl noch ein bisschen beibehalten, den Kontakt zu seinen Fans hält er derzeit über seine Social-Media-Kanäle. Manchmal greift er auch abends nur für sich zur Gitarre, spielt Eigenes, eins der geliebten Bryan-Adams-Lieder oder denkt über neue Texte nach.

In solchen kreativen Augenblicken lässt sich wieder wunderbar träumen, von Melodien, die das Publikum nach dem Konzert mit sich nach Haue trägt, von Live-Auftritten mit Applaus oder von der Rückkehr von einer Tour, erstmal als Vorgruppe vor irgendeiner bekannten Band nach Katschwitz. In solchen Zukunftsträumen läuft er auch den Jollys hin und wieder über den Weg. Ihr alter Frontmann lässt die Tür zum alten Bandleben einen Spaltbreit auf – und schließt nicht aus, mit seinen Freunden als Gast einen der geliebten Auftritte gemeinsam zu absolvieren. Schon wegen der schönen, alten Zeiten.

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