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Hier gibt es exotische Kräuter frisch vom Beet

Direkt aus dem Hochbeet heraus werden im Rodewitzer Lädchen jetzt verschiedene Kräuter verkauft - und es gibt noch mehr Neuigkeiten.

Das Hochbeet mit etwa 45 verschiedenen Kräutersorten ist die neueste Idee von Simone Hölzel. Die Ernte verkauft sie in ihrem Lädchen in Rodewitz.
Das Hochbeet mit etwa 45 verschiedenen Kräutersorten ist die neueste Idee von Simone Hölzel. Die Ernte verkauft sie in ihrem Lädchen in Rodewitz. © SZ/Uwe Soeder

Schirgiswalde-Kirschau. Im Hochbeet vor dem Lädchen an der Alten Dorfstraße in Rodewitz herrscht geordnete Vielfalt: Thymian wächst neben Basilikum, Gyros- neben Bergbohnenkraut und Wermut. Allerlei Sorten Minze - von der russischen bis zur Salatminze - mischen sich darunter. Auch Exoten sind unter den rund 45 verschiedenen Kräutersorten vertreten. 

Lädchen-Inhaberin Simone Hölzel deutet auf einen Strauch mit feinteiligen Blättern: "Wenn man die Blätter des Colastrauchs erntet und ins Wasser gibt, schmeckt es anschließend genau wie Cola, allerdings ohne deren typische Farbe - und die ganzen Zusätze", erklärt sie. "Oder hier, der Ysop", fährt sie fort, "das ist ein Bronchialkraut, aus dem man zum Beispiel Tee herstellen kann."

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Simone Hölzel braucht all diese Pflanzen nicht für sich allein - sie bietet sie zum Verkauf an, direkt aus dem Beet: "Die Kunden können mir sagen, was sie brauchen, und ich schneide das dann ab. Frischer geht's nicht", sagt Hölzel. Die Idee zu dieser biologisch und düngefrei angepflanzten Neuerung wurde eher aus der Not heraus geboren. Ein altes Hochbeet, das mit Koniferen bepflanzt war und an eben jener Stelle gestanden hatte, an der sich jetzt das Kräutergärtchen befindet, war zusammengebrochen. Ersatz musste her, und Simone Hölzel fand: "Kräuter passen viel besser zum Lädchen."

Lädchen war seiner Zeit voraus

Seit zehn Jahren gibt es den kleinen Einkaufsmarkt in Rodewitz bereits. Schon bei der Eröffnung war Simone Hölzel ihrer Zeit weit voraus. Sie erinnert sich: "Das Konzept, gesunde Lebensmittel ohne Zusätze aus der Region zu verkaufen, hatte ich schon am Anfang, als ich noch in einem viel kleineren Laden war. Damals haben mich alle dafür ausgelacht." 2013 zog sie mit dem Geschäft nach der Schließung der einstigen Spielhalle in ihren heutigen Verkaufsraum um. Ihre Philosophie blieb die selbe, das Angebot wurde größer. Heute verkauft sie vor allem regionale Produkte wie Kaffee aus der Löbauer Kaffeerösterei, Käse von der Käserei Vetter aus Wehrsdorf und  Milchprodukte der Molkerei Lorenz.

Auch Porzellan- und Geschenkartikel liegen in den Regalen. "Ich habe hier viele Dinge, an die man sonst nur schwer rankommt", sagt Hölzel. Wie viele Partner sie inzwischen hat, kann sie nicht sagen. Fakt ist: Jeden Einzelnen hat sie selbst entdeckt, ist auf ihn zugegangen und hat eine Geschäftsbeziehung angebahnt. "Man muss nur mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen", sagt Simone Hölzel bescheiden.

Biofleisch von Angus und Durox

Erst jüngst kam auf diese Weise ein weiterer Lieferant für das Lädchen hinzu. Neuerdings führt Simone Hölzel auch Produkte der Biofleischerei Mörl aus Diehmen, wie etwa Fleisch und Wurst vom Deutschen Angusrind, vom Deutschen Edelschwein und dem Durox, einer seltenen Schweinerasse. "Ich habe dort einfach angerufen, und Herr Mörl hat sofort zugesagt", erklärt sie. Etwa einen Monat ist das her.

Weitere Neuerungen bereitet Simone Hölzel vor, sobald sie ihren Laden für das beginnende Weihnachtsgeschäft umgeräumt hat. In nächster Zeit will sie ihre Website erneuern und bei dieser Gelegenheit Kunden von weiter weg per Online-Shop die Möglichkeit geben, im Rodewitzer Lädchen einzukaufen.

Und im nächsten Frühjahr, hofft sie, kann sie endlich ihr Firmenjubiläum nachholen, das in diesem Jahr corona-bedingt ausfallen musste. "Dann feiern wir eben das Elfjährige", sagt sie mit einem Lächeln und verspricht ein kleines Fest mit Trödelmarkt, Bier und Bratwurst rund um das Lädchen - wenn die Corona-Situation es dann zulässt.

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