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Firma setzt auf Alternativen zu Einweg-Plastik

Michael Kretschmer besuchte einen Kunststoff-Produzenten in Großdubrau. Dabei ging es um Nachhaltigkeit und wie man den Trend nutzen kann.

Bei seinem Besuch in Großdubrau kam Ministerpräsident Michael Kretschmer (2.v.r.) auch mit dem CDU-Bundestagskandidaten Roland Ermer (l.), Firmenchef Uwe Friedrich und der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Maria Michalk ins Gespräch.
Bei seinem Besuch in Großdubrau kam Ministerpräsident Michael Kretschmer (2.v.r.) auch mit dem CDU-Bundestagskandidaten Roland Ermer (l.), Firmenchef Uwe Friedrich und der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Maria Michalk ins Gespräch. © SZ/Uwe Soeder

Großdubrau. Mehr Unterstützung für innovative Ideen aus dem Freistaat hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) einem Besuch der Großdubrauer Firma HPF Werkzeugbau und Kunststoffverarbeitung am Montagnachmittag zugesichert. Im Detail ging es vor Ort um vom Unternehmen entwickelte Plastik-Alternativen, beispielsweise spülmaschinentaugliches Besteck oder Töpfe für Pflanzen.

"Das Geld von der EU fließt in Forschung und Informationsförderung", betonte der Ministerpräsident und lobte die Bemühungen des 30 Mitarbeiter zählenden Unternehmens in Großdubrau. Denn hier würden Wege gefunden, um das umzusetzen, was von der Politik beschlossen wurde - nämlich der Verzicht auf Einwegplastik.

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"Unser Ziel ist es, eigene Produkte zu entwickeln", betonte Geschäftsführer Uwe Friedrich, der seinen hauptsächlich als Zulieferer agierenden Betrieb als "verlängerte Werkbank für große Unternehmen" bezeichnet.

Da dort Entscheidungen getroffen werden, auf die man selbst keinen Einfluss habe, die aber einen großen Einfluss auf die eigene Arbeit haben, wollte man ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit gehen. Deshalb habe man sich ein zweites Standbein in Form einer zweiten Firma für Plastik-Alternativen aufgebaut.

Sorge vor steigenden Strompreisen

Hauptsächlich produziert das Großdubrauer Unternehmen sogenannte Applikatoren für den Tamponhersteller Ontex aus Großpostwitz. Mit diesen Kunststoffteilen können Tampons benutzt werden, ohne dass sie vorher mit der Hand berührt werden und dabei möglicherweise mit Bakterien in Kontakt kommen.

Bereits vor einiger Zeit wollte man auf plastikfreie Alternativen umsteigen, was damals schlichtweg zu teuer war. Als die Konkurrenz vor kurzem mit ebendieser Idee kam, sprangen Friedrich und sein Team auf Wunsch von Ontex schließlich doch auf den Zug auf, denn nachhaltige Produkte seien immer gefragter.

Besonders Sorgen macht Uwe Friedrich der Ausstieg aus der Kohle- und Atomenergie, denn Strompreise würden daraufhin steigen. Er brauche aber immer Strom für die Produktion. "Demokratie hat den Vorteil, dass sich Sachen verändern", beschwichtigte Kretschmer, der nicht glaubt, dass der Ausstieg aus der Atomenergie für ewig ist. "In fünf bis zehn Jahren werden die Menschen nochmal schauen", ist er sich sicher.

Gerade im Hinblick auf andere Staaten, "wo Atomkraftwerke aus dem Boden sprießen", glaubt Kretschmer nicht daran, dass man in Deutschland dauerhaft auf Atomenergie verzichten wird. Am Kohleausstieg sei allerdings nichts mehr zu ändern, zu real seien der Klimawandel und dessen massive Auswirkungen.

Zusammenarbeit mit Hochschulen

Um die Umwelt weniger zu belasten, würde bereits jetzt gerade bei vielen Veranstaltungen, die Kretschmer als Ministerpräsident besucht, auf Alternativen zu Einweg-Plastik-Produkten gesetzt, sagte der sächsische Regierungschef. Doch würden die oft nicht aus der Region kommen, was ihm zu denken gebe.

"Ich weiß jetzt, dass es hier in Sachsen einen Anbieter gibt, der nachhaltiges Besteck ohne Plastik anbietet, und werde mich dafür einsetzen, dass wir darauf bei Veranstaltungen setzen", sagte er. Denn die ganze Welt, auch Deutschland, habe das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Jetzt gehe es darum, eigene Wege zu finden, die Ziele zu erreichen.

Um bald noch mehr plastikfreie Alternativen anbieten zu können, setzt das Unternehmen von Uwe Friedrich auf Unterstützung von Hochschulen und Universitäten. "Wir haben uns da ein kleines Netzwerk aufgebaut", sagte er. Doch sei eines klar: "Nicht jedes Projekt führt zum Erfolg, aber wer nicht versucht, kann auch keinen Treffer landen".

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